Fußball | Regionalliga NOFV entzieht Chemie Leipzig Ausnahmegenehmigung fürs Stadion

Schock für Regionalligist Chemie Leipzig: Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) hat auf seiner Verbandstagung die Ausnahmegenehmigung für den Alfred-Kunze-Sportpark nicht verlängert. Nun haben die Leutzscher bis zum 20. Juli Zeit eine Regionalliga-taugliche Spielstätte vorzuweisen, sonst würde ihnen das Startrecht entzogen werden. Die Option AKS ist aber noch nicht vom Tisch - allerdings würde sie ordentlich Geld kosten.

Fans der BSG Chemie Leipzig im Alfred-Kunze-Sportpark
Alfred-Kunze-Sportpark Bildrechte: imago images/Picture Point

Knapp einen Monat vor dem Start in die neue Regionalliga-Saison steht die BSG Chemie Leipzig vor einem gewaltigen Problem. Aktuell ist nicht klar, wo die Grün-Weißen ihre Heimspiele austragen können. Denn der altehrwürdige Alfred-Kunze-Sportpark hat in seinem aktuellen Zustand keine Zulassung für die neue Saison erhalten. Die Spielstätte im Leutzscher Holz hat kein Flutlicht, welches aber vom NOFV gefordert wird.

Bisher hatte Chemie Leipzig, wie auch andere Vereine davor, eine Ausnahmegenehmigung. Hintergrund ist eine Regelung in den Bestimmungen des NOFV, wonach Aufsteiger zwei Jahre Zeit haben, ihre Spielstätte mit einem tauglichen Flutlicht auszurüsten. Diese Zeit ist bei Chemie nun abgelaufen.

Chemie will wieder ein mobiles Flutlicht aufstellen

Wo soll Chemie Leipzig also spielen? Eine mögliche Spielstätte wäre das Stadion am Bad in Markranstädt, das über eine entsprechende Anlage verfügt. Das scheint aber für die Chemiker keine Option zu sein, wie der BSG-Vorstandsvorsitzende Frank Kühne "Sport im Osten" erklärte: "Wir müssen jetzt mit der Situation leben und Geld in die Hand nehmen. Eine andere Chance haben wir ja nicht."

So will der Verein ein mobiles Flutlicht im AKS aufstellen lassen, wie schon zum DFB-Pokal-Zweitrundenspiel gegen den SC Paderborn vor etwas mehr als zwei Jahren. Damals wurde eine mobile Anlage aus England rangekarrt. Ähnlich soll es auch diesmal laufen, nur das die Anlage dann die ganze Saison stehen bleiben wird. Die Kosten dafür schätzt Kühne auf 70.000 bis 100.000 Euro für die Spielzeit. Ein festes Flutlicht soll bereits seit Längerem gebaut werden. Allerdings stockte das Vorhaben aus verschiedenen Gründen. In der kommenden Woche will die BSG endlich den endgültigen Bauantrag stellen.

Fans von Chemie Leipzig beim ersten Spiel unter Flutlicht im Alfred-Kunze-Sportpark
Im November 2018 erstrahlte der Alfred-Kunze-Sportpark schon einmal im Flutlicht. (Archiv) Bildrechte: imago/Picture Point LE

Andere Vereine mit kleineren Auflagen

Neben Chemie Leipzig war auch der SV Lichtenberg von der Thematik betroffen. Die Berliner haben aber das Poststadion als ihre Hauptspielstätte angegeben, wo auch schon Ligakonkurrent Berliner AK kickt. Dort wurde erst im März diesen Jahres eine entsprechende Lichtanlage in Betrieb genommen.

Ansonsten haben die anderen Vereine nur kleinere Auflagen im administrativen Bereich auferlegt bekommen, wie NOFV-Präsident Herrmann Winkler erklärte.

Erstmals Vize-Präsidentin beim einem Regionalverband

Zudem gab es bereits am Nachmittag eine Personalentscheidung beim NOFV: Elfie Wutke ist neue Vizepräsidentin und damit erste Frau in einer Führungsposition in einem der fünf deutschen Regionalverbände. Die 49-Jährige wurde am Freitag bei einer NOFV-Präsidiumssitzung in Rangsdorf in das Amt gewählt, das durch die Wahl des bisherigen Vizepräsidenten Hermann Winkler zum NOFV-Präsidenten vakant war.

Wutke, die nun einen von zwei Vizepräsidenten-Posten besetzt, war bislang Vorsitzende des Ausschusses Frauen- und Mädchenfußball. Die Potsdamerin ist beruflich als Geschäftsstellenleiterin der Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure Berlin-Brandenburg tätig und noch heute Rekordspielerin des Magdeburger FFC. "Ich bin mir der Verantwortung bewusst und werde versuchen, das in mich gesetzte Vertrauen zu bestätigen", sagte sie.

"Die Wahl von Elfie Wutke stellt eine Aufwertung des Frauen- und Mädchenfußballs dar, und ich freue mich, dass nun in unserem Regionalverband in der Führungsspitze die Frauen einbezogen werden", erklärte Winkler.

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rho/dpa

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Lukas Aigner (Chemnitzer FC)
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Doch kein Auswärtsdreier für den FC Energie Cottbus in Chemnitz: Lukas Aigner trifft in der Regionalliga-Partie kurz vor Schluss (90.+5) für den Chemnitzer FC.

Mi 20.10.2021 21:08Uhr 00:59 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-chemnitzer-fc-energie-cottbus-tore-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 25. Juni 2021 | 21:45 Uhr

44 Kommentare

Matze91 vor 17 Wochen

Für die teils jahrelangen Dauer kann Chemie nichts da gebe ich dir Recht, aber auch Chemie hat Fehler gemacht in Form der Organisation.
Denn Chemie hat hier hauptsächlich auf eine weitere Frist gehofft heißt im Prinzip man hat sich nicht um Alternativen gekümmert.
Ein Ausweichstadion als auch ein mobiles Flutlicht wäre ohne Probleme innerhalb der 2 Jahre zu organisieren gewesen.
Sicherlich hätte hier die Kostenfrage wieder gegeben aber dennoch wäre es innerhalb von 2 Jahren möglich gewesen das ganze zu Organisieren.
So hat man jetzt den Stress das ganze kurzfristig zu klären.
Das war definitiv vermeidbar gewesen.

Dreiecker vor 17 Wochen

Eine Frage an Gustav: Euer Gästebereich ist in jeden Fall das Schlimmste was in den ersten fünf Ligen geboten wird. Wann wird dort einmal eine Verbesserung herbeigeführt? Erst einmal Hausaufgaben erfüllen.

Gustav vor 17 Wochen

Den Verein Chemie Leipzig trifft keine Schuld an der teils jahrelangen Dauer von Genehmigungsverfahren. Sowohl für die Umwelt, als auch für den Verein werden nun zusätzliche (zur Errichtung der festen Flutlichtanlage) Ressourcen abverlangt, die der Verein an anderer Stelle (Stadionertüchtigung als Mieter) fehlen. Hier wäre ein Ausweichstadion mit Flutlicht für die zwei, drei Flutlichtspiele in dieser Saison wesentlich nachhaltiger.
GWG Gustav