Fußball | Regionalliga Nordost Leutzscher behalten kühlen Kopf und punkten gegen Hertha II

3. Spieltag

Die BSG Chemie Leipzig bleibt ungeschlagen. Im Spitzenduell gegen die zweite Vertretung von Hertha BSC behielten die Leutzscher nach Rückstand kühlen Kopf und ergatterten einen Punkt. Torschütze zum 1:1-Endstand war ein Neuzugang, der immer wertvoller für die Grün-Weißen wird.

BSG Chemie Leipzig - Hertha BSC II 1 min
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MDR aktuell 19:30 Uhr Sa 29.08.2020 19:30Uhr 00:51 min

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Never change a winning team: Chemie-Trainer Miroslav Jagatic nahm im Gegensatz zum 3:1 bei Tennis Borussia in der Startaufstellung nur eine Veränderung vor: Für den verletzten Benjamin Boltze spielte Philipp Wendt von Anfang an.

Leutzscher behalten den Kopf oben

Die jungen Berliner hielten sich nicht lange bei der Vorrede auf und forcierten sofort das Tempo. Die Leutzscher konnten sich wahrlich keine Auszeit leisten und hatten in der Anfangsphase durchaus Glück, dass sie nicht ins Hintertreffen gerieten. Florian Baak in der achten Minute und Muhammed Kiprit nur wenig später hatten ihre Möglichkeiten, beförderten das Spielgerät aber am Chemie-Kasten vorbei. BSG-Schlussmann Benjamin Bellot brauchte nicht einzugreifen. In der Folge hatte Bellot wenig Arbeit, weil größtenteils seine Vorderleute alles abräumten.

Hertha machte das Spiel, wirkte aber immer genervter, weil die Chemiker konsequent hinten standen - bis auf wenige Konter. Kurz vor der Pause hatten die Grün-Weißen sogar die Möglichkeit zum 1:0. Letztlich war der Abschluss von Tomas Petracek nach feinem Sololauf aber zu unpräzise, Hertha-Keeper Nils Körber konnte die Kugel fangen.

Omar Rekik und Morgan Fassbender
Duell zwischen Berlins Omar Rekik und Chemie-Spieler Morgan Fassbender. Bildrechte: Picture Point

Die Antwort: Mvibudulu ist zur Stelle

Sieben Minuten waren nach dem Wechsel gespielt, da gelang den Herthanern die Führung. Jonas Michelbrink tankte sich an der Grundlinie an Morgan Fassbender vorbei. Der Ball kam zu Kiprit, der die Übersicht behielt und zum 1:0 einnetzte. Der Weckruf für Chemie, denn die Grün-Weißen zeigten nun einen ganz anderen Auftritt und schalteten voll auf Offensive um.

Jubel nach dem 1:1 durch Stephane Mvibudulu
Dritter Saisontreffer: Stephane Mvibudulu trifft zum umjubelten 1:1. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Plötzlich drehten die Jagatic-Schützlinge auf und erarbeiteten sich gute Möglichkeiten. Das 1:1 war nur noch eine Frage der Zeit. Bis zur 80. Minute mussten die 1.000 Chemie-Fans allerdings warten, dann fiel der erhoffte Ausgleich. Nach einem tollen Angriff setzte sich Max Kessler rechts durch, seine Eingabe erwischte Stephane Mvibudulu und vollendete. Der AKS stand Kopf. Bis zum Ende brannte nichts mehr an, Chemie hatte einem der Staffelfavoriten einen großartigen Kampf geliefert und wurde belohnt.

Das sagten die Trainer

Andreas "Zecke" Neuendorf (Hertha BSC II): "Miro ist mit seiner Mannschaft weiter ungeschlagen, wir auch. Vor dem Spieltag war nicht zu erwarten, dass Chemie von der Tabellenspitze thront. Die Gastgeber standen ein bisschen tiefer als erwartet, wir haben uns aber nicht locken lassen. Wir wollten auf die Kontergefährlichkeit von Chemie achten und trotzdem unser Spiel, das flach und trotzdem normalerweise auf höherem Niveau ist, durchbringen. Das hohe Niveau ist uns heute nicht so richtig gelungen. Wir haben kaum Torchancen herausgespielt, haben in der zweiten Halbzeit aber irgendwie den Schlüssel zum Tor gefunden. Am Ende haben wir es verpasst, weiter auf Ballbesitz zu spielen. Stattdessen macht Chemie das Tor. Am Ende geht das Ergebnis in Ordnung. Wir können damit nicht gut leben, aber wir müssen es akzeptieren. Wir können mehr, als wir heute hier gezeigt haben. Daran werden wir die kommenden Tage arbeiten."

Andreas "Zecke" Neuendorf (Trainer Hertha BSC II) und Miroslav Jagatic (Trainer BSG Chemie Leipzig)
Hertha-Coach Andreas "Zecke" Neuendorf und Chemie-Trainer Miroslav Jagatic. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Miroslav Jagatic (BSG Chemie Leipzig): "Das Minimalziel haben wir erreicht. Einen Punkt wollten wir zuhause mindestens holen. Wir hatten einen klaren Matchplan und wollten ihn durchziehen. Es ist schon ärgerlich, dass durch einen Leichtsinnsfehler der Gegentreffer fällt. Das hätte man verteidigen können. Gut, wir lernen daraus und kommen stärker zurück. Die Mannschaft hat Moral bewiesen. Man hat gesehen, dass wir die Berliner in der zweiten Halbzeit im Griff hatten."    

jmd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 29. August 2020 | 16:30 Uhr

6 Kommentare

Feldspieler vor 8 Wochen

Respekt! Das läuft gut im Leutzscher Holz. Die ex-Lok-Kicker machen den Unterschied! 😉 Die Saison ist noch lang, aber ein guter Anfang ist gemacht. Aber, keine Bange, der FCL kommt noch ...💙💛

Gustav vor 8 Wochen

Eine absolut reife Leistung in Sachen Taktik, Einsatz und auch Technik von unserer BSG Chemie gegen ein Spitzenteam der Regionalliga. Es war einfach mitreißend. Dankeschön!
Lieber MDR, ich bitte um einen Livestream für das Spiel bei Lichtenberg 47 am Dienstagabend (01.09. 17:30Uhr). Ich finde, das haben sich Mannschaft und Fans von Chemie bei diesem Saisonstart verdient.
GWG Gustav

Strafrechts-Profit-eur vor 8 Wochen

Glückwunsch ins Sumpfgebiet!
Ihr habt eine guten Trainer. Das wird für mehr als den Klassenerhalt reichen.
Lok wird noch kommen. Hoffentlich ist die Coronageschichte bis dahin vorbei, damit dann mal wieder 10.000 Zuschauer kommen können.