Fußball | Regionalliga Chemie Leipzig: Mit Ibisevic statt Meier gegen Hertha?

Es war die schönste Charmeoffensive des Sommers. Fans von Chemie Leipzig baggerten an Altstar Alex Meier. Der letzte Hoffnungsfunke ist jetzt verglüht. Meier hat einen neuen Job - fernab von Leipzig-Leutzsch. Bei Chemie ist das Thema Meier vom Tisch. Und dank Tommy Kind ist der "Fußball-Gott" ja auch fast in Vergessenheit geraten. Zudem steht ein neuer Stürmer in den Startlöchern.

Alexander Meier und Stefan Karau, 2016
Alexander Meier 2016 im Kunze-Sportpark. Es bleibt eine einmalige Sache. Bildrechte: imago images / Picture Point LE

Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig Alex Meier hat sich seinen Traum von einem letzten, großen Fußballabenteuer erfüllt. Der 36-Jährige wechselt zum australischen Erstligisten Western Sydney Wanderers und wird dort unter dem deutschen Trainer Markus Babbel auf Torejagd gehen.

Chemie-Fans kämpften um Meier

Damit sind auch die letzten Hoffnungen der Fußball-Romantiker des Traditionsverein Chemie Leipzig gestorben. Fans der Leutzscher hatten in einer wohl einzigartigen Aktion am "Fußballgott" Meier gebaggert. Meier, der seine Sternstunden bei Eintracht Frankfurt erlebte, hatte beim Zweitligisten FC St. Pauli keinen neuen Vertrag bekommen und war vereinslos. Also erfand die Chemie-Community den Twitter-Hashtag #AlexMeierfuerLeutzsch und schrieb außerdem noch einen Brief. Darin hieß es unter anderem: "Hallo Alex, lieber Fußballgott, du bist mittendrin in etwas Außergewöhnlichem. Und wir fragen uns, ob du das überhaupt schon mal erlebt hast: eine Transferanfrage von Fußballfans. (...) Weil in unserer Mannschaft seit den ersten Saisonspielen eine rätselhafte Sturmflaute herrscht, kam uns die Idee, dich mit der Kampagne #AlexMeierFürLeutzsch in die Regionalliga Nordost zu locken."

Alexander Meier und Stefan Karau, 2016
Alexander Meier und Stefan Karau - beim Freundschaftsspiel in Leipzig. Bildrechte: imago images / Picture Point LE

Sydney statt Leipzig

Schließlich fragte auch der Vorstand von Chemie an. "Wir haben es probiert, aber ein verbindliches Nein erhalten", sagte Chemie-Pressesprecher René Jacobi dem MDR. Schon vor vier Wochen deutete Meier an, dass er sich noch einmal im Ausland sieht. Jetzt ist es also das andere Ende der Welt geworden. 22 Stunden im Flugzeug, statt vier im Zug.

Sportlich bleibt Meier aber so in der 1. Liga, wobei die australische A-League eher mit der 3. Liga in Deutschland vergleichbar ist. Auch Zuschauertechnisch. Im Schnitt besuchten 9.000 Fans Spiele der Western Sydney Wanderers. Um ein Haar hätte Meier in Australien Alexander Baumjohann (u.a. Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC) wiedergetroffen. Der wechselte aber im Sommer zum Meister Sydney FC.

Kind entdeckt Torriecher

Bei Chemie ist das Thema Meier spätestens jetzt vom Tisch. Und dank Tommy Kind ist "Fußball-Gott" Meier fast in Vergessenheit geraten. Vier Tore hat der Angreifer in den letzten beiden Spielen erzielt. Kind kommt immer besser in Tritt und das ist auch gut so. Mit acht Punkten nach acht Spielen steht der Aufsteiger auf dem 13. Rang und hat kaum Luft nach unten. Am Sonnabend (13:30 Uhr im Ticker) empfangen die Leipziger Hertha BSC II. Ohne Meier, aber mit Kind...

Chemie wartet auf Freigabe von Ibisevic

Und vielleicht auch mit Elvir Ibisevic. Der 21-jährige Stürmer, Cousin vom Herthas Vedad ibisevic, wurde Anfang September von Chemie Leipzig verpflichtet. Jetzt warten alle sehnsüchtig auf die Spielgenehmigung, die bis Donnerstagabend noch nicht vorlag. Chemie hat einen Eilantrag gestellt und hofft, dass der neue Mann schon gegen die Hertha auflaufen darf.

Fanfreundschaft seit 15 Jahren

Meier lernte den Kunze-Sportpark 2016 bei einem Benefizispiel von Chemie gegen die Eintracht (2:2) kennen. Die Ultras der Grün-Weißen und der Hessen sind freundschaftlich miteinander verbunden. Zuletzt gab es ein Benefizspiel in Frankfurt, was Chemie zwar verlor, aber dennoch gewann. In der Halbzeitpause bekam der Regionalligist die unglaubliche Summe von 100.000 Euro überreicht. Damit wird der Traum vom "Flutlicht für Leutzsch" immer mehr Realität.

sst

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 21. September 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2019, 12:53 Uhr

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