Fußball | Regionalliga Nordost Krimi bis zum Schluss: Chemnitz gewinnt packende Partie gegen Fürstenwalde

5. Spieltag

Es war eine packende Partie, die sich der Chemnitzer FC mit Union Fürstenwalde lieferte. Zweimal musste der CFC wieder den Ausgleich hinnehmen, diesmal hatten die "Himmelblauen" am Ende aber mit 3:2 (2:1) die Nase vorn. Der zweite Saisondreier für die Gastgeber, die damit die Siegesserie der Brandenburger (zuvor drei Erfolge am Stück) stoppten. Etliche Entscheidungen von Schiedsrichter Eugen Ostrin schlugen Gäste-Coach Matthias Maucksch mächtig auf den Magen.

Chemnitzer FC - Union Fuerstenwalde 1 min
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So 06.09.2020 17:59Uhr 00:59 min

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Chemnitz legt vor

Der Chemnitzer FC beherrschte sofort die Szenerie und drängte auf die Führung. Bis zur 19. Minute hielten die Fürstenwalder stand, dann war es soweit. Theo Ogbidi stürmte unwiderstehlich auf der rechten Seite davon, seine Eingabe erwischte Kevin Freiberger perfekt und netzte zum 1:0 für die "Himmelblauen" ein. Allerdings währte die Freude der Gastgeber nicht lange.

Halbzeitführung für die Gastgeber

Drei Minuten später passte die Chemnitzer Hintermannschaft nicht auf und fing sich prompt den Ausgleich ein. Nach einer präzisen Kanther-Flanke nahm Joshua Putze den Ball direkt und erzielte das 1:1. Ein klares Zeichen für den CFC, das Tempo zu forcieren – und Fürstenwalde half mit. Johann Weiß leistete sich ein unnötiges Handspiel im Strafraum, folglich gab es Elfmeter. Christian Bickel trat an und traf sicher ins linke Eck zur 2:1-Halbzeitführung.

Tor für Chemnitz, Chemnitzer Spieler jubeln nach dem 1:0
Chemnitzer Jubel nach dem 1:0. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Dritte Chemnitzer Führung

Die zweite Hälfte begann mit einem Blitzangriff der Chemnitzer. Freiberger tauchte nach Kurt-Zuspiel kreuzgefährlich vor dem Union-Tor auf und vergab um Millimeter. Und dann passierte das scheinbar Unvermeidliche: Das Berlinski-Team kassierte in der 47. Minute erneut den Ausgleich. Mateusz Ciapa kam aus dem Hinterhalt und traf zum 2:2, Jakub Jakubov und Co. konnten den Einschlag nicht verhindern. Sollte es nach zweimaliger Führung erneut wieder nichts mit dem Dreier werden? In der 74. Minute wurden die 1.592 Zuschauer eines Besseren belehrt. Ogbidi konnte von Dimitrios Komnos im Fürstenwalder Strafraum nicht gestellt werden - Foul und Strafstoß für Chemnitz. Diesmal schritt Tim Campulka zur Tat und vollendete zum 3:2.

Irre Schlussphase - Krimi bis zum Ende

Danach entwickelte sich ein irres Finish. Zunächst köpfte Fürstenwaldes Arlind Shohi (80.) an den rechten Pfosten des Chemnitzer Gehäuses. Dann kratzte Jakubov (85.) den Ball vor der Linie weg. Schlussendlich rettete CFC-Verteidiger Nils Köhler (95.) nach einem Schuss von Darryl Geurts in höchster Not. Es blieb beim 3:2 - und der Chemnitzer FC feierte.

Stimmen zum Spiel:

Matthias Mauksch (Trainer Union Fürstenwalde): "Ich muss erst einmal Luft holen, damit ich mich nicht verquatsche. Man braucht nur einmal die entscheidenden und strittigen Szenen korrekt bewerten, dann denke ich, weiß jeder, um was es geht. Denjenigen, der heute gepfiffen hat, wollten wir schon mehrfach nicht. Das Wort fängt mit B an und hört mit rüger auf. Aber der NOFV denkt, dass alles von vor einem halben Jahr vergessen ist. Das will ich nicht mehr haben. Das ist für mich Wettbewerbsverzerrung."

Daniel Berlinski (Trainer Chemnitzer FC): "Fürstenwalde ist eine starke Mannschaft und ein Gegner, der mitspielen wollte. Und da ergeben sich natürlich Räume. Ich glaube, dass wir von der ersten Minute an gut in den Zweikämpfen waren. Das Ziel war heute, ganz klar nach vorn zu spielen. Und das haben die Jungs sehr gut umgesetzt. Offensiv gab es aber durchaus noch Dinge, die nicht so optimal liefen. Das fünfte Spiel in 15 Tagen - die Jungs können bei der Intensität halt noch nicht so im Saft sein wie gewünscht."  

Tobias Müller (Mittelfeldspieler Chemnitzer FC): "Wir hatten das spielerische Übergewicht, teilweise haben wir aber auch gute Chancen liegengelassen. Die Elfmeter sind für mich klare Entscheidungen. Hinten raus haben wir noch einmal gezittert und sind unserem Verteidiger dankbar, dass er den von der Linie kratzt. Im Endeffekt haben wir uns das nach den letzten Wochen einfach verdient. Wir müssen uns weiter von Spiel zu Spiel steigern, es gibt genug Sachen, die wir hätten besser machen können. Jetzt sind wir einfach nur glücklich, dass wir den Dreier eingefahren haben. Der Sieg gibt Rückenwind. Hoffenheim ist ein kleines Bonbon, das wir mitnehmen wollen."

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jmd

Videos aus der Regionalliga

Pressekonferenz des Chemnitzer FC
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Sehen Sie hier die Pressekonferenz von Fußball-Drittligist Chemnitzer FC zum Insolvenzplan. Mit dabei waren Vorstandschefin Romy Polster und der Insolvenzanwalt Oliver Junghaenel.

Mo 26.10.2020 18:03Uhr 30:19 min

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 06. September 2020 | 19:00 Uhr

18 Kommentare

Thoralf vor 7 Wochen

Nach dem Lesen des Artikels (auch das mehrfache Erwähnen des Ex FCM Jugendspielers Ogbidi) , war mein Interesse geweckt, und ich habe mir die Aufzeichnung mal reingezogen.
Der Schiedsrichter hat eine gute Leistung abgeliefert. Beim Elfmeter, der zum 3:2 führte, hätte ich persönlich nicht gepfiffen. Aber es waren ja noch ca. 20 Minuten zu spielen. Das die Fürstenwalder nicht ihre Leistung abrufen konnten , lag wohl eher an der ewigen Unruhe, auf ihrer Bank. Herr Mauksch übertreibt maßlos. Eine sehr ansehnliche Regionalliga Partie, mit einem nicht unverdienten Sieger. Die Partie war zu keiner Zeit überhart oder unfair. Warum der Co die Rote Karte erhielt, ist wohl dem Fürstenwalder Theater zuzuschreiben!
Jakubov ist zu dumm zum Abwerfen. Hätte ich auch nicht zurückgepfiffen, denn das war natürlich keine Absicht. Schiedsrichter Ermessen. Das 1:0 daraus abzuleiten... na ja - das Herumkrakelen des Herrn M. tat da wohl mehr seinen Anteil.
Glückwunsch CFC.

AufmerksamerBeobachter vor 7 Wochen

Sie finden keinen Schiedsrichter, der diese Elfmeter nicht gibt. Klarer geht es nun wirklich nicht! Die Hand geht zum Ball, der Spieler steht allein auf dem Elfmeterpunkt und nimmt den Ball mit Hilfe der Hand runter.

Der zweite ist noch klarer. Ogbidi ist so schnell, das man den Ball nicht mal mehr sieht und der Komnos von Union verpasst halt zu tacklen, laeuft ihm plump hinterher und in die Hacken, 2m neben dem Tor!

Ruowischer vor 7 Wochen

Also wenn ich mir das Video und die Situationen, die zu den Elfern geführt haben so anschaue, dann kann ich den Herrn Mauksch schon verstehen, obwohl ich sicher kein Fan von ihm bin.

Elfmeter 1 stellt sich für mich so dar: Der Ball springt dem Verteidiger unglücklich an Oberarm und Hüfte. Eine absichtliches Handspiel ist für mich nicht zu erkennen.

Elfmeter 2 stellt sich für mich so dar: Der Chemnitzer läuft geschickt in die Beine des Verteidigers und provoziert so den Elfer. Aber wo soll der Finsterwalder denn seine Beine hintun damit sie nicht im Weg sind?

Klare Elfmeter sehen anders aus. Man kann auch mal Gnade vor Recht walten lassen, speziell beim ersten Elfer. Aber beim 2. Elfer ist die Entscheidung für den Schiri sicher schwerer, er hat ja keine Zeitlupe.