Fußball | Regionalliga Chemnitzer FC: Ende des Insolvenzverfahrens kostet eine halbe Million Euro

Eine gute und eine schlechte Nachricht für die Fans des Chemnitzer FC. Die gute: Das Insolvenzverfahren könnte schnell beendet sein. Die schlechte: Gelingt das nicht, wird der Verein abgewickelt.

Symbolbild zur Insolvenz des Traditionsclubs Chemnitzer FC
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Überraschende Wende im Insolvenzverfahren des Chemnitzer FC: Wie der Verein am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mit der CFC-Vorstandsvorsitzenden Romy Polster und Sportdirektor Armin Causevic mitteilte, könnte der Verein schon bald entschuldet sein. Gelingt es, bis zum 10. August 450.000 Euro aufzutreiben, könnte das Insolvenzverfahren beendet werden. Andernfalls beantragt Insolvenzverwalter Klaus Siemon, den Verein abzuwickeln.

Romy Polster, Vorsitzende des Vorstands beim Chemnitzer FC 6 min
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Unterstützerkonto ab Freitag online

Der CFC erhofft sich nun die Unterstützung der Fans, um die Summe zusammenzubekommen. Ab Freitag, 10. Juli 2020, können Anhänger auf ein Unterstützerkonto einzahlen. Sollte bis zum Ablauf der Frist noch eine überschaubare Lücke bis zur Zielsumme stehen, wären laut Polster die Gesellschafter der GmbH bereit, diese auszugleichen.

Sportdirektor Armin Causevic  Chemnitzer FC und Vorstandsvorsitzende Romy Polster  Chemnitzer FC
Romy Polster, CFC-Vorstandsvorsitzende, und Sportdirektor Armin Causevic. Bildrechte: imago images/Picture Point

Etat für neue Saison: Zwei Millionen Euro

Zudem wurden auf der Pressekonferenz Eckdaten für die neue Saison in der Regionalliga Nordost bekannt. So habe der CFC einen neuen Hauptsponsor gefunden, der den Spielbetrieb mit einer sechsstelligen Summe finanziert. Insgesamt plant der CFC mit einem Etat von rund zwei Millionen Euro. Mit den Spielern sei man laut Causevic derzeit in Verhandlungen. Alle Spieler hätten Angebote für die neue Saison erhalten. Die Kicker sollen sich bis Anfang kommender Woche entscheiden, ob sie diese Verträge annehmen oder nicht.

Romy Polster 1 min
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"Glöckner hat Vertrag bei uns"

Auch zur Trainerfrage äußerte sich Causevic. Medienberichte, wonach Glöckner zu Waldhof Mannheim wechselt, dementierte der Sportdirektor erneut: "Patrick Glöckner hat einen Vertrag bei uns. Er wird nicht nach Mannheim wechseln." Allerdings bestätigte Causevic, dass man derzeit in Verhandlungen mit Glöckner zur Erfüllung seines Vertrages sei.

Neue Entwicklung im Fall CFC-Insolvenzverfahren

Das absehbare Ende des CFC-Insolvenzverfahrens kommt einigermaßen überraschend: Noch am Sonntag, dem Tag nach dem Abstieg des Chemnitzer FC, hatte Siemon gesagt, dass ein Ende des Insolvenzverfahrens durch das Abrutschen in die Viertklassigkeit in weite Ferne gerückt sei. Zuvor sprach der Insolvenzverwalter davon, dass das Ende des Insolvenzverfahrens eine Million Euro kosten würde. Noch im Herbst 2019 standen sogar 1,7 Millionen Euro im Raum.

dh

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 09. Juli 2020 | 17:45 Uhr

49 Kommentare

James Bond vor 4 Wochen

Kleine Korrektur , der CFC taumelte nach einem 13:12 iim Elfmeterschießen in 2019 ins
Pokalfinale.
Mehr Glück ging nun wirklich nicht.
Der anschl. problemlose Pokalsieg und erste Runde im DFB Pokal sicherte damals schon die Existenz, sonst wäre der Ofen schon aus gewesen

Chemnitzer67 vor 4 Wochen

Auf jeden Fall spende ich auch für meinen Heimatverein Chemnitzer FC. Einmal Himmelblau, immer Himmelblau. Wenn jeder Chemnitzer Einwohner nur 5 Euro spendet sind wir aus dem Schneider.

rheumakay vor 4 Wochen

Kleine Korrektur. Lok Leipzig stand nur ein einziges Mal im Endspiel des Sachsen-Pokals. Das war 2017. Der CFC hat in Leipzig zwar glücklich, aber nicht unverdient 2:1 gewonnen. Ob sich der CFC den Kader damals leisten konnte, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht nicht... Dann kam ja auch die Insolvenz. Vermutlich spielen Sie auf das Halbfinale des letztjährigen Wettbewerbs an, das sich tatsächlich wie ein Finale anfühlte. Der CFC gewann glücklich im Elfmeterschießen, aber unterm Strich hochverdient. Dass sich der CFC diesen Kader nicht leisten konnte, müssen Sie erstmal belegen. Mit Siemon und Sobotzik am Ruder ist das irgendwie schwer vorstellbar.
Vermutlich liegen diese Chemnitzer Erfolge ja auch darin begründet, dass das Trainerteam einfach kompetenter ist. Die Nachwuchsarbeit ist in Chemnitz ohnehin auf einem weitaus höheren Niveau als bei der Konkurrenz.
Wie recht doch der violette Leo hat: Es wird zu viel gejammert. Sie und andere belegen das eindrucksvoll.