Fußball | Regionalliga "CFC ist wieder da": Fast 100 Prozent - Gläubigerversammlung stimmt für den Insolvenzplan des Chemnitzer FC

Aufatmen beim Chemnitzer FC: Die Gläubigerversammlung hat dem vorgelegten Insolvenzplan am Dienstag beim Amtsgericht zugestimmt. Damit ist der Weg frei zur Beendigung des Insolvenzverfahrens. Bereits Anfang des Jahres könnte der Verein schuldenfrei sein.

61 von 62 Gläubigern stimmen zu

Chemnitzer FC: Insolvenzanwalt Oliver Junghänel im Interview
Der CFC-Insolvenzanwalt Oliver Junghänel Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Insolvenzanwalt Oliver Junghänel erklärte bei "Sport im Osten", dass es praktisch "keinen Gesprächsbedarf" mehr gegeben habe, und man deshalb nur 17 Minuten gebraucht habe. 61 der 62 Gläubiger hätten zugestimmt: "Eine Quote von nahezu 100 Prozent ist nicht alltäglich, das spricht für die gute Arbeit im Vorfeld". Nur ein Gläubiger, bei dem der CFC mit einer Summe von 9.000 Euro in der Kreide stand, habe nicht zugestimmt. Die Zustimmung wiederum kam von Gläubigern mit einer Gesamt-Summe von 2,4 Millionen Euro. Insgesamt fünf Prozent, rund 145.000 Euro, werden ausgezahlt.

Nun folgt eine Beschwerdefrist von zwei Wochen und danach die Planbestätigung durch das Amtsgericht. Im Anschluss wird zunächst die Befriedigung der Masseforderungen anstehen, dazu zählen die Verfahrenskosten wie zum Beispiel des Geld für Insolvenzverwalter Klaus Siemon. Er war selbst nicht anwesend, aber Junghänel dankte ihm, dass er dem Verfahren beim erneuten Anlauf ab August nicht im Weg stand. Junghänel denkt, dass das Verfahren bis Ende Februar 2021 abgeschlossen sein kann.

Vorstandschefin Polster: "Das ist genial und gibt Kraft für die Zukunft"

Nach der Versammlung war Vorstandschefin Romy Polster, die mit ihrer Catering-Firma ebenfalls zu den Gläubigern gehört hatte, froh und glücklich: "Das fühlt sich unglaublich erleichternd an. Das ist genial und toll. Danke für das Vertrauen, das tut gut und gibt uns Kraft für die Zukunft." Sie hofft, dass der Wille zur Gemeinsamkeit nun weiter anhält.

Im insolventen, eingetragenen Verein Chemnitzer FC, der sich um den Nachwuchs kümmert, hat sich zuletzt einiges getan, berichtet Polster: "Wir haben einen neuen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums und viele neue Trainer. Jeder kann mitgestalten, es sind noch keine eingefahrenen Strukturen da. Wir wollen die U17 und die U19 in der Bundesliga halten und die Durchlässigkeit zur ersten Mannschaft erhöhen".

"Der CFC ist wieder da"

Für das Regionalliga-Team, das in der "CFC GmbH" mit dem e.V. als Hauptgesellschafter organisiert ist, kündigte sie an: "Wir wollen ein Aushängeschild der Kulturhauptstadt Chemnitz sein! Dazu brauchen wir Mitglieder und Unterstützung: "Willkommen, seid mutig und traut Euch!". Man habe vermittelt "Der CFC ist wieder da". Man habe im Vorfeld Gespräche mit drei möglichen Investoren geführt. Diese wollten noch die Beendigung der Insolvenz abwarten. Deshalb denkt Polster "war das für uns alle ein entscheidender Tag".

Kritik am DFB

Kritik übte sie an den Strukturen im deutschen Fußball: "Wir kämpfen um Sponsoren, aber es gibt sonst keine Unterstützung, auch nicht vom DFB. Das kann man nicht mehr schönreden, deshalb auch jetzt der Appell zu mehr Unterstützung im semiprofessionellen Bereich auch an diese Gremien. Woher sollen die Nationalspieler, die jetzt wieder fehlen, denn sonst kommen, wenn nicht aus solchen Vereinen wie dem CFC?"

red

Videos aus der Regionalliga

LOK Leipzig gegen Viktoria Berlin.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport

FC Eilenburg Aufstieg
FC Eilenburg Aufstieg Bildrechte: MITTELDEUTSCHR RUNDFUNK

Die NOFV Obelriga Süd ist abgebrochen worden. Geht es nach dem NOFV, wird der FC Eilenburg nach nur zehn Spieltagen in die Regionalliga aufsteigen.

Fr 09.04.2021 12:50Uhr 01:12 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-fc-eilenburg-vor-aufstieg-regionalliga-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Alle anzeigen (97)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 08. Dezember 2020 | 17:45 Uhr

36 Kommentare

Chili Palmer vor 17 Wochen

Werter @lunatic, es geht diesem User ohnehin nur darum, Feedback wie deines zu bekommen. Dabei schwingen Irritationen mit, die ihm infantiles Vergnügen zu bereiten scheinen. Nun, wer‘s braucht...
Keine Ahnung und es interessiert mich auch nicht im geringsten, für welchen Verein das Herz dieses Users schlägt. Eines ist allerdings sicher, von Lok hat er keinen Plan.

Thommi Tulpe vor 17 Wochen

Ich sage es mal so: Man muss den Fans gratulieren, welche (wie einst "mein" FCM in derselben Situation) wirklich alles mobilisiert haben, um den Verein zu retten. Auch wenn ich Euch keineswegs verbunden bin: Chapeau Euch allen! Jetzt könnt Ihr wirklich nur hoffen, dass nicht irgendwann wieder "windige" Leutchen in Eurer Führungsriege stehen werden, welche sich wegen illusorischer Ziele wieder finanziell übernehmen. Und man sollte vielleicht auch bei Euch vor jedem Spiel an jene Fans erinnern, welche "Karl Marx Stadt" retteten!? In Magdeburg tut man jenes bis heute auf seine damaligen Unterstützer. Während unserer Insolvenz bimmelte der Stadionsprecher vor jeden Spiel mit einem Glöckchen - so als Zeichen der Hoffnung. In Erinnerung daran läuten heute vor jedem Spiel von der Videoleinwand aus die Glocken unseres Doms. Sowas Ähnliches solltet Ihr vielleicht auch bei Euch einführen, damit Eure "hohen Damen und Herren da oben" nie vergessen, wem sie ihren Arbeitsplatz zu verdanken haben!?

Hannchen vor 17 Wochen

Chemnitz und Chemie - diese braucht man nie ! In Ostdeutschland nur der ruhmreiche LOK ! Wir werden in 2 Jahren in Liga 3 spielen und dann sind wir Euch alle los. Glück auf.