Fußball | Regionalliga Nach Nazi-Skandal - Chemnitzer FC reicht Stellungnahme ein

Nach der hochumstrittenen Traueraktion für einen rechtsextremen Hooligan bei einem Spiel des Chemnitzer FC hat der Verein seine Stellungnahme am Montag (15.04.) fristgerecht beim NOFV eingereicht. Nach Angaben des Verbands wird das weitere Vorgehen nun geprüft.

CFC-Fans trauern um Hooligan
Bildrechte: Harry Härtel

Stellungnahme sorgfältig bewerten

Der Vorsitzende des Sportgerichts beim Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV), Stephan Oberholz, sagte dem MDR, dass die Stellungnahme des CFC am letzten Tag der eingeräumten Frist eingegangen ist. Dass das so spät geschieht, sei nichts ungewöhnliches, so Oberholz, der auf Nachfrage keine Angaben zum Inhalt der Stellungnahme machte.

Laut Oberholz werde nun geprüft, welche nächsten Schritte eingeleitet werden. Dazu werde die Stellungnahme inhaltlich sehr sorgfältig bewertet. Wie lange das Prozedere dauern wird und was die nächsten Schritte sein könnten, ließ der Vorsitzende des Sportgerichts beim NOFV offen. Das Sportgericht kann im schriftlichen Verfahren entscheiden oder eine mündliche Verhandlung anberaumen. Zeitlich lasse man sich auf jeden Fall "nicht unter Druck setzen", so Oberholz.

Trauerfeier für einen Hooligan im CFC Stadion mit Bengalo und Spruchband 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten So 10.03.2019 16:30Uhr 02:55 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Trauerfeier für einen Hooligan im CFC Stadion mit Bengalo und Spruchband 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten So 10.03.2019 16:30Uhr 02:55 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Auslöser: Trauerbekundung für Thomas H.

In dem Verfahren geht es im Kern um die Trauerbekundung für den an Krebs gestorbenen Neonazi Thomas H. vor dem Spiel des Chemnitzer FC gegen die VSG Altglienicke am 9. März 2019. CFC-Spieler Daniel Frahn wurde für das Hochhalten eines Hooligan-T-Shirts mit der Aufschrift "Support your local hools" (Unterstütze deine örtlichen Hooligans) für vier Spiele vom NOFV gesperrt, zwei davon auf Bewährung. Zudem erhielt der 31-Jährige, der sich für die Aktion entschuldigte, eine Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro. Der Chemnitzer FC hat sich u.a. im ersten Heimspiel nach den Vorkommnissen deutlich gegen Rassismus positioniert.

Daniel Frahn (Chemnitzer FC gegen Halberstadt)
Daniel Frahn hat sich für seine Aktion entschuldigt. (Archiv) Bildrechte: imago / HärtelPRESS

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 16. April 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 13:25 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

54 Kommentare

18.04.2019 12:44 lunatic 54

@#46 vollste Zustimmung! Der hat für (Heimat)Stadt und Verein gar nix Tolles geleistet. Wüsste auch nicht, dass er sich zu Lebzeiten jemals von seiner „HooNaRa“-Vergangenheit losgesagt oder distanziert hätte. Dass die Zulassung dieser unsäglichen offiziellen Aktion ein katastrophaler Fehler war, dürfte klar sein, deshalb ist es ja auch so interessant, wie das der CFC ggü. dem NOFV jetzt (nach den ersten Pressemitteilungen des CFC, anschließender 180 Grad Kehrtwende und der unsäglichen Pressekonferenz) darstellt. Denjenigen, die auch hier wieder die Aktion rechtfertigen oder verharmlosen wollen, sei gesagt – es handelte sich eben nicht nur um eine bloße Trauerfeier für einen Menschen(denn das waren dessen Vorbilder ja auch, und um die muss man nun nicht trauern), der halt auch ein CFC- Anhänger war, es war vielmehr anhand des Ablaufs und Choreo erkennbar vor allem auch ein eindeutiges politisches Statement, dessen Zulassung seitens des CFC das eigentliche Problem ist.

18.04.2019 12:13 Andersdenkender 53

@49-St. Pauli,das sind doch die Guten. Da ist alles erlaubt.

18.04.2019 10:22 lunatic 52

Und da ich (wie einige auf der Tribüne um mich herum) am 09.03. unfreiwillig Teil des Ganzen wurde(quasi dazu „missbraucht“ oder „in Geiselhaft genommen“ wurde), interessiert mich der INHALT der aktuellen CFC- Stellungnahme an den NOFV natürlich brennend (daher ja, mdr, dranbleiben!). Aber der ist natürlich nicht bekannt! Also ist die eigentliche Nachricht nur: Der CFC hat fristgerecht seine Stellungnahme beim NOFV eingereicht. Wenn das die Krone des investigativen Journalismus sein soll, dann ist das mehr als dünne! Alles andere ist mal wieder mit bereits Bekanntem aufbauschend um diese Meldung herumgebaut und verkommt damit zum alleinigen tendenziösen Aufwärmen der Geschichte, was nur wenig mit „Dranbleiben“ zu tun hat. Der Inhalt der aktuellen CFC- Stellungnahme wäre ´ne Nachricht! Aber da ist offenbar nix durchgesickert oder man hat keine Quellen.

18.04.2019 09:17 Einentteuchter 51

Nicht der MDR ist schuld, sonder das Umfeld des Vereins. MDR macht bitte weiter so, auch wenn einige die Wahrheit nicht wahr haben wollen.

17.04.2019 23:09 Jakob 50

Wer hier auf die Presse und die Berichterstattung schimpft, hat offenbar nicht kapiert, daß wir in einer Demokratie leben, in der die Meinungsfreiheit gilt und Minderheiten nicht ausgegrenzt werden dürfen. Letzteres gilt allerdings nur für solche, die sich an die Regeln der Demokratie halten. Mit "HooNaRa" hat Herr Haller sich geoutet und wurde zurecht gekündigt. Lange genug war der Bock der Gärtner. Wer das ignoriert, eine "Trauerfeier" mit "Ruhe in Frieden" inszeniert und genau damit die Situation eskalieren läßt, hat keinen Anspruch auf Toleranz. Echte Fußball-Fans sind sportlich und friedlich.

17.04.2019 18:48 Erzgebirge 49

Wenn St.Pauli- Fans im Heimspiel gegen Dynamo Dresden, ein Banner über die ganze Fankurve ziehen auf dem zu lesen ist „ eure Großeltern brannten auch für Dresden „ ist das scheinbar heutzutage kein Problem mehr. Ergo, wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Die größte Schuld an diesem politischen Desaster tragen hier eindeutig, ein großer Teil der Presseschmierfinken. Glück Auf nach Chemnitz!

17.04.2019 17:47 Sascha nur der FCK 48

[Der Kommentar verstößt gegen die Richtlinien und wird nachträglich verborgen. Anm. d. Red.]

17.04.2019 16:47 Klaro 47

Die Geschichte um Chemnitz und den CFC nimmt kein Ende. Ein User meinte "... sportlich ist der CFC aufgestiegen, aber politisch-moralisch gehören beide noch nicht in Liga 3". Na, da sollte man den nächstfolgenden Schritt machen und auf den Aufstieg verzichten. Grund : "Uns fehlt noch die sittliche Reife. "

17.04.2019 16:09 09577 46

@ 38, @ 39 - geleistet hat Haller gar nichts, er hat nur Aufträge ausgeführt, die er vom CFC seit 2007 nicht mehr bekam, von der Stadt und anderen Institutionen aber bis zu Letzt.
Und ja, er war der böse Neonazi, das Register ist lang und seine Handlanger haben die Drecksarbeit erledigt.
Dass er bei niederklassigen Vereinen Werbung geschalten hat, bis hin zu Trikotsponsoring, war eine geschäftliche Angelegenheit, wie es viele Firmen tun.
Dass er ein Mensch und Familienvater war, spielt bei seiner Vita eine absolute Nebenrolle! Das hat mit "so ist Deutschland, voran die Führung" nun wirklich nichts zu tun! Zum Glück haben wir eine Führung, die dem Tun dieser Szene nicht zuschaut!

17.04.2019 16:08 Langi 45

Der MDR entscheidet wohl wer gut und böse ist?Und wer zu wählen ist gleich mit.

Mehr zum Thema