Fußball | Regionalliga Wegweisender Schritt im Insolvenzverfahren: Chemnitzer FC knackt die 450.000-Euro-Marke

Der Chemnitzer FC hat die angestrebte Marke von 450.000 Euro auf dem Treuhandkonto zur baldigen Beendigung des Insolvenzverfahrens vorzeitig geknackt. Damit kann der von Insolvenzverwalter Klaus Siemon aufgerufene Betrag rechtzeitig nachgewiesen werden.

Vorstandsvorsitzende Romy Polster  Chemnitzer FC
Romy Polster, Vorstandsvoristzende des Chemnitzer FC, zeigte sich überwältigt von der Hilfsbereitschaft für die "Himmelblauen". Bildrechte: imago images/Picture Point

Der Chemnitzer FC hat einen wegweisenden Schritt hin zum erfolgreichen Abschluss des noch laufenden Insolvenzverfahrens gemacht. Wie die "Himmelblauen" am Mittwoch (5. August) bekannt gaben, konnte die anvisierte Summe von 450.000 Euro auf dem Treuhandkonto vorzeitig erreicht werden.

Polster: "Überragende Tat, die nicht mehr in Worte zu fassen ist"

Anfang Juli hatte der Insolvenzverwalter Klaus Siemon der Vereinsführung des CFC mitgeteilt, diesen Betrag nachweisen zu müssen, um die Aufstellung eines Insolvenzplans zu ermöglichen. Die Summe wurde benötigt, um die Gläubiger zu befrieden sowie die Massenverbindlichkeiten und die Verfahrenskosten zu decken.

"Dank der überwältigenden Unterstützung und zahlreichen Aktionen der Mitglieder und Fans des CFC sind so in den vergangenen drei Wochen mit Stand von Mittwochnachmittag 451.810,52 Euro zusammengekommen", teilten die Sachsen in einer Pressemitteilung mit.

Michael Ballack
Michael Ballack begann einst beim CFC seine Profikarriere. Bildrechte: imago images / Jan Huebner

"Es zeigt, wie sehr die Menschen mit dem Verein verbunden sind. Diese überragende Tat, die nicht mehr in Worte der Wertschätzung zu fassen ist, zeigt mehr denn je, welchen Stellenwert der CFC in der Stadt hat. Es wurden tiefe Gräben überwunden", erklärte Romy Polster, Vorstandsvorsitzende beim Chemnitzer FC. An der Spendenaktion hatte sich neben der die CFC-Fangemeinschaft auch der langjährige Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack mit einer Trikot-Versteigerung beteiligt. Polster erwartete sogar "deutlich mehr Gelder", da die die Ballack-Auktion folgend noch bis 15 Uhr an diesem Mittwoch lief und insgesamt fast 40.000 Euro einbrachte.

Nun ist Klaus Siemon am Zug

Klaus Siemon
CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon. Bildrechte: imago images /Picture Point

Mit dem Erfolg der Spendenaktion ist der Verein allerdings noch nicht gerettet. Als nächstes muss ein Insolvenzplan aufgestellt werden. Der Plan obliegt derzeit Klaus Siemon. Sollte der Insolvenzverwalter dies nicht tun, werde der CFC einen eigenen Insolvenzplan einreichen, kündigten die Vereinsverantwortlichen in ihrer Mitteilung auch mit. Dafür seien bereits Vorgespräche mit Insolvenzanwalt Matthias Lechleitner geführt worden.

Die "Himmelblauen" unterstrichen, dass in den kommenden vier bis sechs Wochen ein Insolvenzplan bei Gericht eingerecht werde. Nach einer mutmaßlich dreimonatigen Prüfungsphase würde im Anschluss eine finale Gläubigerversammlung darüber entscheiden, ob die seit 2018 laufende Insolvenz erfolgreich beendet wird.

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jsc/mhe/pm

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 05. August 2020 | 17:45 Uhr

29 Kommentare

MikeS vor 11 Wochen

Vom Munde abgespart? Das mag bei einigen sicherlich richtig sein. Was aber an meiner Frage ist blöd? Es ist die Wahrheit! Schauen sie sich das Fan-Klientel an und bewerten sie den Einzelfall leidenschaftslos!

MikeS vor 11 Wochen

Ehrlich gesagt, ja. Damit habe ich ein Problem! Ein Verein, der hunderttausende EURO von Schulden hinterlässt, bei Firmen und Lieferanten, Arbeitnehmern, den Krankenkassen, dem Fiskus … ich könnte die Liste ewig verlängern .. dem darf einfach kein Platz mehr in einer hohen Spielklasse garantiert werden (Gott sei Dank nicht auch noch Liga 3). Auch nicht durch einen Insolvenzplan. Hier muss stringend durchgezogen werden, was Recht ist, nämlich Abstieg in die Oberliga (mindestens). Die haben sich jahrelang kein Platte gemacht, wie es ihren Gläubigern geht - und tun es jetzt auch nicht, weder die Fans noch der Vorstand! Noch am letzten Tag vor dem Insolvenzantrag in Hotels logieren, dann nicht zahlen können und dann die Hand heben. Ich habe für solche Verhaltensweisen grundsätzlich keinerlei Verständnis - gegenwärtig ist der CFC im Insolvenzverfahren. Keiner der von Ihnen hofierten Fans hat je nur einen Gedanken daran verschwendet - aber vom Hartz4 spenden! Auch meine Steuergelder!

Himmelblauer Erzgebirgler vor 11 Wochen

@MikeS
Welch für eine blöde Frage, ob die Spende eines Hartz-4 Empfängers aus Steuermitteln des Staates finanziert wird.
Diese Leute sind eng mit ihrem Club verbunden und haben sich die Spende vom Munde abgespart.
Sicherlich haben sie da auf was anderes verzichtet und mal ein Spiel live zu besuchen ist ja zur Zeit nicht möglich.