Fußball | Regionalliga Chemnitzer FC kündigt großen Kaderumbau an

Schluss mit lustig! Nach dem Absturz ins Regionalliga-Mittelmaß plant der Chemnitzer FC einen größeren Kaderumbau. Nach einer Fehleranalyse steht auch die sportliche Leitung unter Beobachtung.

Chemnitzer FC enttäuschung
Bildrechte: imago images/Picture Point

Nur wegen des um zwei Treffer schlechteren Torverhältnisses stiegen die Westsachsen im Sommer aus der 3. Liga ab, doch eine Etage tiefer hängen die Himmelblauen in der Corona-Zwangspause auf Tabellenplatz neun voll im Mittelfeld fest. Wie lässt sich das erklären? "Sport im Osten" hat sich die sportliche Situation in Chemnitz grundlegend angeschaut.

Hängepartie nach dem Abstieg

Nach MDR-Informationen war der Traditionsverein nicht ausreichend auf den möglichen Abstieg vorbereitet. Eine zweigleisige Planung wurde lange vernachlässigt, weil man intern eigentlich nicht wirklich damit rechnete, am Saisonende unterm Strich zu stehen. Eine Fehleinschätzung, die sich auch insofern niederschlug, als dass erst 16 Tage nach dem Abstieg mit Daniel Berlinski der neue Chefcoach feststand und da schon ein Großteil des Teams unter Vertrag stand. "In der Nachbetrachtung ist es für den Verein als auch für den Trainer schwer, wenn er mit wenig Vorbereitungszeit und bei einem halbfertigen Kader dazukommt und damit seine Ideen umsetzen muss", blickt Sportchef Armin Causevic zurück. "Das hat zu der Konstellation geführt, dass sich das beides nicht ganz deckt. Deshalb ist es ein klares Ziel, den Kader dementsprechend umzubauen."

Berlinski: Müssen fast überall nachbessern

Fragt man Berlinski, wo es Verstärkungen braucht, um das mittelfristige Ziel Wiederaufstieg angehen zu können, gibt es eine deutliche Antwort: "Auf jeder Position bis auf den Torhüter müssen wir nachbessern. In allen anderen Mannschaftsteilen muss es Veränderungen geben, um dann auch einen gewissen Konkurrenzkampf im Team zu haben und auf der einen oder anderen Position gleich in der Anfangself stärker aufgestellt zu sein. Von daher wird es in den nächsten Monaten Veränderungen geben."

Chemnitzer FC Jakubov Berlinski
Berlinski (li./mit Keeper Jakubov): "Auf jeder Position bis auf den Torhüter müssen wir nachbessern." Bildrechte: imago images/opokupix

Fünf Profis auf interner Streichliste

Nach MDR-Informationen stehen bereits bis zu fünf Profis auf der internen Streichliste, daraus sollen sich im Optimalfall bereits im Winter erste Abgänge ergeben. Berlinski erklärt: "Wir werden mit dem ein oder anderen Spieler sprechen müssen. Aber wir warten natürlich noch ab und beobachten, wie sie sich in den nächsten Wochen machen." Dreimal wöchentlich trainiert der CFC erstmal noch.

Causevic: "Keine acht bis zehn Neuzugänge erwarten"

Ein Problem ist vor allem die Corona-Unterbrechung. Bundesweit spielen nur die Regionalligen Südwest und West weiter, der Markt wird im Winter nur schwer in Gang kommen. Eigene Spieler mit laufendem Vertrag werden woanders kaum unterkommen, müssen also gegebenenfalls weiterbezahlt werden. Währenddessen sind Neuzugänge aus der 3. Liga auch unrealistisch, da diesen in der Regionalliga eher Kurzarbeit und damit Gehaltseinbußen drohen. "Das wird keine einfache Nummer. Wir können daher jetzt keine acht bis zehn Neuzugänge erwarten, aber punktuell kann man mit ein bis zwei Jungs sprechen, die hinten dran sind, und ein bis zwei Verpflichtungen tätigen, die auch hinsichtlich der nächsten Spielzeit schon interessant sind", meint Causevic.

Sportdirektor Armin Causevic  Chemnitzer FC
Causevic: "Punktuell kann man mit ein bis zwei Jungs sprechen." Bildrechte: imago images/Picture Point

Defizite auf den Außenbahnen

Schwerpunkt dürften dabei die offensiven Außenbahnen sein, wo sich Technik- und Tempo-Defizite offenbaren. Der CFC-Sportchef verrät: "Ein Faktor wären unter anderem Spieler fürs Eins-gegen-Eins auf dem Flügel. Insgesamt geht es um die entsprechende Mentalität, Willenskraft und Zweikampfführung. Diese Sachen sind uns in der Vergangenheit etwas abhanden gekommen."

Mit Defensiv-Ordnung aus dem Keller

Aus der Not heraus hatte Chefcoach Berlinski vom 4-1-4-1-System auf eine defensivere 3-6-1-Formation umgestellt. Damit konnte er die Talfahrt immerhin so stoppen, dass Chemnitz sich mit klaren Siegen gegen Kellerkinder aus dem Abstiegskampf herausarbeitete. Berlinski gibt aber zu: "Das ist sicherlich nicht meine Lieblings-Grundordnung, wie wir zurzeit auflaufen. Aber es geht ja darum, womit sich die Spieler wohlfühlen und man das bestmögliche Ergebnis für den Verein herausholen kann. Da haben wir gemerkt, dass uns die Dreierkette mit einem weiteren Innenverteidiger mehr Stabilität verleiht." Trotz der nicht immer begeisternden Spielweise genießt der 34-jährige Übungsleiter im CFC-Vorstand aufgrund seiner klaren Spielanalysen größeren Rückhalt. Dagegen wird man bei Sportdirektor Causevic genauer hingucken, ob und wie schnell die Fehler in der Kaderplanung ausgebügelt werden können.     

Trainer Daniel Berlinski vom Chemnitzer FC.
"Sicher nicht meine Lieblings-Grundordnung" Bildrechte: PICTURE POINT / Leipzig

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 01. Dezember 2020 | 19:30 Uhr

33 Kommentare

Matze91 vor 13 Wochen

Was hat das mit Söldner tauschen zu tun??
Man muss Spieler finden die ins System passen und wenn man merkt das man Spieler hat die keine Rolle spielen so trennt man sich halt ist in anderen Berufen auch nicht anders und höre endlich auf ständig von Insolvenzbetrug zu reden, oder bring endlich Beweise auf den Tisch womit du es beweisen kannst oder lass es einfach.
Und hättest du dich intensiv mit der Insolvenz des Chemnitzer e.v.'s auseinander gesetzt dann wüsstest du das nicht die Spielergehälter das Problem waren sondern die Finanzen an anderer Stelle nicht hingehauen haben, mittlerweile ist keiner mehr von den Verursachern beim Club und viele Unterstützer des Chemnitzer FC's haben Vertrauen in die jetzigen handelnden Personen.
Und bitte tue uns den gefallen bleibe sachlich und hör auf hier rum zu heulen denn du nervst andere User nur noch damit...
So dann noch eine frohe Adventszeit allen :)

oldie68 vor 13 Wochen

Das ist doch schon immer so gewesen, der CFC war noch nie unter den Lieblingen des MDR gewesen und dies wird sich auch nicht ändern! Über negative Schlagzeilen gibt es eine ,,Eilmeldung '' ,bei positiven kommt es nur so nebenbei . Eingeschlossen auch die sogenannten Experten von Sport im Osten.
Heute gibt's bestimmt eine Sondersendung wenn RB gewinnen sollte .So ist es halt in Mitteldeutschland ,zugereiste werden gochgejubelt der Rest verkommt als Nebensache !

Heinz K. vor 13 Wochen

Kai, es macht keinen Sinn , sich mit solchen Usern auseinandersetzen. Die flanieren hier lediglich um zu motzen und provozieren. Chemieschwein erinnert mich da sehr an diese peinliche " fan army" ,welche sich einst hinter Dynamo Dresden versteckte.
Ich bin wirklich für Spaß und Frotzelei zu haben. Aber was dieser Kollege hier zum größten Teil abliefert ist unter der berühmten Gürtellinie, ja peinlich.
Habt alle eine gute Zeit und ich freue mich auf weitere Diskussionen mit euch.