Fußball | Regionalliga Nordost Neue Liga – alte Probleme beim Chemnitzer FC

"Was ist himmelblau und trifft das Tor nicht?" – so könnte es klingen, wenn sich CFC-Fans in schwarzen Humor retten. Die Chemnitzer haben eine ligaübergreifende Ladehemmung vor dem gegnerischen Kasten. Doch es gibt Hoffnung …

Trainer Daniel Berlinski vom Chemnitzer FC.
CFC-Coach Daniel Berlinski. Bildrechte: PICTURE POINT / Leipzig

Wie sich die Aussagen ähneln: "Wir hatten gute Chancen. Die hätten wir halt vergolden müssen", "wir brauchen wahrscheinlich 35 Chancen, um auf zwei Tore zu kommen", "wir haben genügend Torchancen, um das Spiel zu gewinnen" oder "wir hatten Chancen für zwei, drei Spiele." Die Zitate stammen von Ex-CFC-Trainer Patrick Glöckner, Abwehrchef Niklas Hoheneder, CFC-Trainer Daniel Berlinski und Mittelfeldspieler Tobias Müller – und zwar von Juni bis August diesen Jahres.

Nach Corona-Re-Start: Neun Niederlagen in 13 Spielen

Nach dem Re-Start in der 3. Liga und nun nach dem Saisonstart in der Regionalliga verlor Drittliga-Absteiger Chemnitz neun von 13 Liga-Spielen. Und die Erklärungen für die Negativserie ähneln sich. Es scheint, dass der CFC die Ladehemmung aus der 3. Liga auch eine Etage tiefer mitgenommen hat. Und das, obwohl das Team der "Himmelblauen" mit einem neuen Trainer und 15 neuen Spieler ein komplett verändertes Gesicht hat.

CFC lässt in Auerbach Hochkaräter liegen

Jüngstes Beispiel: Die 1:2-Niederlage der Chemnitzer am Mittwochabend (26.08.2020) in Auerbach. Der CFC spielte, beflügelt vom Sachsenpokalsieg am Samstag (22.08.2020) in Eilenburg, Gegner Auerbach in der ersten Halbzeit an die Wand. Nicht weniger als fünf hochklassige Torchancen spielte sich das Team von CFC-Coach Berlinski heraus – und ließ sie allesamt ungenutzt. Was sich in der zweite Halbzeit rächte – der CFC lief immer wieder in Konter lief und verlor kurz vor dem Abpfiff.

Berlinski: "Werden unsere Zeit brauchen"

Von einem Fehlstart will CFC-Coach Berlinski aber noch nicht sprechen. "Auf der einen Seite ist es kein guter Start, wenn man zwei Spiele verliert. Auf der anderen Seite sind wir noch entspannt", sagte der 34-Jährige direkt nach dem Abpfiff und bat um Geduld: "Wir wissen, woran wir arbeiten müssen. Wir werden noch unsere Zeit brauchen."

Müller: "Im Aufbau schon besser"

Bei der Fehleranalyse ist für Berlinski und auch Müller klar: "Die Chancenverwertung ist eine Baustelle." Aber der Trainer und sein zweit- und drittligaerfahrener Mittelfeldroutinier weisen auch darauf hin, dass vieles schon gut läuft: "Wir sind in der Lage, viele Torchancen zu kreieren", gibt Berlinski der schwachen Trefferquote einen neuen Deutungsrahmen. Und Müller ergänzt: "Wir haben den Gegner dominiert. Im Aufbau haben wir es heute schon besser gemacht als in den ersten beiden Spielen."

Hoffnung DFB-Pokal und Halberstadt

Hoffnung dürfte dem CFC zudem der Pokalsieg vom vergangenen Wochenende und das damit verbundene Erreichen der ersten DFB-Pokalrunde geben. Der DFB-Pokal spült in die notorisch klammen Kassen des CFC rund 130.000 Euro – und damit eine finanzielle Argumentationshilfe für die Verpflichtung der bereits angekündigten Offensiv-Verstärkung. Vielleicht platzt der Knoten aber auch schon am Samstag (29.08.2020). Dann gastiert im Chemnitzer Stadion an der Gellertstraße Germania Halberstadt, in Punkto Harmlosigkeit nach zwei Niederlagen und 2:4 Toren zum Saisonstart auf einer Stufe mit dem CFC. Für das Halberstadt-Spiel hat Müller daher eine Idee: "Wir müssen die Dinger zeitig reinmachen. Dann läuft es für uns." Ja, manchmal kann gewinnen ganz einfach sein ...

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 26. August 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Bossi69 vor 9 Wochen

seit Ihr alle sprachlos Oder