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Fußball | RegionalligaNach schweren Vorwürfen: CFC-Präsidentin Polster will Kompetenzen abgeben

29. Mai 2023, 14:16 Uhr

Misswirtschaftsvorwürfe gegen die Klubführung und eine große Etatlücke gefährden die Zukunft des Chemnitzer FC. Nun kam der Aufsichtsrat zusammen – mit ersten Konsequenzen für Präsidentin Romy Polster. Am Donnerstag steht eine wegweisende Sitzung an.

von Peer Vorderwülbecke

CFC-Präsidentin Romy Polster ist schwer in die Kritik geraten. Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Beim einmal mehr finanziell schwer angeschlagenen Chemnitzer FC soll es nach Informationen von Sport im Osten im Anschluss an das letzte Regionalligaspiel dieser Saison eine Zusammenkunft der Aufsichtsratsmitglieder gegeben haben. Demnach diskutierte das Gremium nach dem 1:0-Heimsieg des CFC am Sonntag (28. Mai) gegen Viktoria Berlin unter Anwesenheit der schwer in die Kritik geratenen Vereinspräsidentin Romy Polster über einen möglichen Rücktritt der 61-Jährigen.

Aktuell keine Dreiviertelmehrheit für Polster-Abberufung

Für eine Abberufung benötigt der Aufsichtsrat satzungsgemäß eine Dreiviertelmehrheit. Die hat es in der – nach SpiO-Informationen – sehr emotionalen Sitzung nicht gegeben. Polster soll lediglich zugesichert haben, ihre Prokura zurückzugeben. Prokura ist die handelsrechtliche Vollmacht, alle Arten von Rechtsgeschäften für die CFC Fußball GmbH zu tätigen. Die improvisierte Sitzung war allerdings eine Art Stimmungstest, denn eine Abberufung kann nur in einer ordentlichen Aufsichtsratssitzung mit einer Tagesordnung beschlossen werden. Wie Sport im Osten weiter erfuhr, ist eine derartige Sitzung bereits für den kommenden Donnerstag (1. Juni) angesetzt.

Allein acht CFC-Spieler wurden von Marc Arnold (1.v.li.) und Romy Polster (1.v.re.) am Sonntag offiziell verabschiedet. Bildrechte: Picture Point

Finanzplan und mehr? Offizielle Aufsichtsratssitzung am Donnerstag

Laut Satzung müsste die Klubführung zu diesem Termin auch den Finanzplan für die kommende Saison vorstellen. In der CFC-Satzung steht unter § 16 (5), dass der Vorstand den jährlichen Finanzplan für den Verein "spätestens einen Monat vor Beginn des neuen Geschäftsjahres zur Genehmigung" vorzulegen hat. Das neue Geschäftsjahr beginnt am 1. Juli.

Diese Pflicht gilt nicht nur für den Verein, sondern auch für die GmbH. In der Chemnitzer Satzung steht dazu: Zu den weiteren Aufgaben des Aufsichtsrates gehört die Zustimmung "zum Finanzplan von Tochtergesellschaften, bei denen der Verein Hauptgesellschafter ist." Das ist bei der Chemnitzer FC Fußball GmbH der Fall. Diese wegweisende Sitzung dürfte Klarheit bringen, wie es beim CFC weitergehen soll – finanziell und personell.

Die CFC-Fans machten ihren Unmut auf die Klubführung bei der Partie gegen Viktoria Berlin auch auf Spruchbändern Luft. Bildrechte: Picture Point

CFC erneut in erheblicher finanzieller Schieflage

Ende vergangener Woche hatten die Tageszeitung Freie Presse und Sport im Osten über massive Misswirtschaftsvorwürfe gegen Romy Polster und GmbH-Geschäftsführer Marc Arnold berichtet. Kurz darauf bestätigten die Himmelblauen eine Etatlücke von 600.000 Euro für die Saison 2022/23 und informierten, dass aufgrund der Schieflage eine ganze Reihe gestandener Leistungsträger des Regionalliga-Kaders keine neuen Vertragsangebote erhalten wird.

Im Rahmen der besagten Partie gegen Viktoria im Stadion an der Gellertstraße äußerten Chemnitzer Fans ihren Unmut und forderten Polster auch zum Rücktritt auf. Unter anderem zeigte sich der Protest in Spruchbändern wie "Sonnenkönigin, für Dich und deinen Hofstaat ist die Zeit abgelaufen" oder "Schluss mit kalter Roster, warmem Bier, Schluss mit Eurer Geldgier – Polster raus".

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 02. Juni 2023 | 19:30 Uhr

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