Logo des CFC am Stadion
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Fußball | Regionalliga Stadt Chemnitz will Stadion-Pacht mit CFC prüfen

Für den Chemnitzer FC könnte bei einem möglichen Drittliga-Aufstieg die Stadion-Pacht zum Problem werden. Dabei will die Stadt Chemnitz dem Verein entgegenkommen, wie sie "Sport im Osten" mitteilte.

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Am 3. Januar hatte die "Freie Presse" gemeldet, dass Klaus Siemon, der Insolvenzverwalter des von Finanzproblemen gebeutelten Chemnitzer FC, sich weigere, einer Erhöhung der Pacht auf 800.000 Euro im Falle des Drittliga-Aufstiegs zuzustimmen und der Stadtverwaltung ein Ultimatum gesetzt habe. Hintergrund ist ein Schreiben der EU-Kommission zum Wettbewerbsrecht. Der "Freien Presse" sagte Siemon, dass eine solche Pacht für den CFC "existenzbedrohend" sei und forderte von der Stadtverwaltung "ultimativ" eine Klärung bis Januar 2019.

Pachtregelung wurde von EU nicht beanstandet

Das Rathaus von Chemnitz.
Das Chemnitzer Rathaus (Archiv). Bildrechte: imago/Hoch Zwei Stock/Angerer

Dazu schickte "Sport im Osten" der Stadt Chemnitz einen Fragenkatalog, den sie am Dienstag (15.01.2018) nur zum Teil beantwortete. Darin heißt es u. a., dass die Vertreter des CFC in einem Arbeitsgespräch im Dezember noch einmal auf die Entscheidung der EU-Kommission zur "beihilferechtskonformen" Finanzierung des Umbaus des Stadions vom Oktober 2013 hingewiesen wurden. Damals wurde eine Pacht in der 3. Liga in Höhe von 612.000 Euro von der EU nicht beanstandet.

"Eine 'Forderung' nach einer konkreten Pachthöhe von 800.000 Euro wurde von der Stadt Chemnitz gegenüber den Vertretern des CFC ausdrücklich nicht erhoben", heißt es zudem von Stadt-Pressesprecher Robert Gruner. Er vermutet, dass die 800.000 Euro in der CFC-Rechnung daraus resultieren, dass zu den Kosten für die Pacht auch noch Betriebskosten kommen. Die Stadt Chemnitz sei nun bereit, die Pachtregelung gemeinsam mit dem CFC erneut von der EU-Kommission prüfen zu lassen und gegebenfalls auf neue Rahmenbedingungen anzupassen. Dies sei Klaus Siemon auch so mitgeteilt worden.

Siemon weist Darstellung der Stadt zurück

Insolvenzverwalter Klaus Siemon
CFC-Insolvenzverwalter Klaus Siemon (Archiv). Bildrechte: imago/Picture Point

Der Insolvenzverwalter wies daraufhin den von der Stadt so dargestellten Sachverhalt in einer Email an "Sport im Osten" zurück. Wie Klaus Siemon schreibt, müsste die Stadt das EU-Beihilferecht (wie vom eigenen Justiziar in einer Sitzung im Dezember 2018 vermerkt) zwingend umsetzen - und der Verein damit in der 3. Liga knapp 800.000 Euro zahlen.

Die Frage ist nun, wie es in dem Streit weitergeht. Bis zum 1. März müssen die "Himmelblauen" die Lizenz für die 3. Liga beantragen. Wenn bis dahin keine Einigung mit der Stadt erzielt wird, ist diese in Gefahr.

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cdi

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 10. Januar 2019 | 19:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2019, 21:48 Uhr

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54 Kommentare

17.01.2019 21:53 Südharzfront 54

Mein RWE wird aufsteigen. Ich weiß bloß nicht wann! Ich wünsche den CFC alles gute. Ihr habt den Aufstieg verdient.

17.01.2019 21:48 Roccos 53

@Südharzfront bist du nicht Rot Weiß "Fan"? Was ist Kungelei? Und welche Wettbewerbsverzerrung meinst du? Ach egal. Du erzählst immer nur Grütze.

17.01.2019 21:11 Südharzfront 52

Ein Schlag ins Gesicht aller Fussballfreunde und seriös wirtschaftenden Vereine! Es kann nicht sein das der Wettbewerb verzerrt wird und der CFC für diese Kungelei mit dem Aufstieg belohnt wird...'!
Wir im Südharz: seriös,kompetent, zielstrebig. Der Aufsteiger in die 3.Liga kann und wird nur WACKER NORDHAUSEN heissen!!

17.01.2019 17:37 oldie 67 51

zu clubfan 23
Ein tragfägiges Konzept hatte auch Bauch und Georgie nicht.

17.01.2019 12:50 Murmel 50

Ein KaSperkopf und zwei Marionetten treiben ihr Unwesen. Klingt fast so, als wäre der alte Jahrmarkt der 30er Jahre auf der Planitzwiese zurückgekehrt. Soviel Zirkus gab es noch nicht mal bei Sarassani zu dieser Zeit.

17.01.2019 11:26 Tauraer 49

Holm.
Vielen Dank für deinen Kommentar.
Bin 100% deiner Meinung.
Es trifft den Nagel auf den Kopf

17.01.2019 10:45 Hossi 48

Aufgrund der Ausgliederung ist das Problem mit der Stadionmiete eigentlich Problem der GmbH, diese ist nicht insolvent, dort haben die bestellten Geschäftsführer das Sagen! Insofern ist der IV des Vereins gar nicht zuständig, außer (und das wäre wirklich bitter) der Pachtvertrag wurde per 1.1.19 nicht vom Verein auf die GmbH übertragen. MDR => ihr müsst die richtigen Fragen stellen: Wer ist Vertragspartei im aktuellen Pachtvertrag? Wer wird Vertragspartei im nächsten Spieljahr? Wer darf im Namen der GmbH verhandeln? Wieviel Verlust ist per 31.12.18 für den Spielbetrieb 1. Mannschaft im Verein angefallen? Wann wirkt sich die Unterdeckung des Budgets von angeblich 500T€ aus, 2018 oder 2019? Sollte der Spielbetrieb dem Verein einen Verlust eingebracht haben, haftet der IV persönlich und gleicht er diesen aus? Wo sind die Investoren für die GmbH? Wem fließt das Geld der Investoren zu => Verkäufer der Anteile ja ist der Verein?

17.01.2019 10:34 GEWY38 47

Der IV und Co. haben die Situation die wir heute in Chemnitz haben nicht zu verantworten. Nein, sie haben sich für die Aufgabe beworben, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Dafür kriegen sie von der Stadt laufend die Beine weggeschlagen. Mal so viel. Zu einer Stadt mit knapp 250 TEinw. gehört ein modernes Fußballstadion. Das muss so eine Kommune vorhalten. Egal wer darin spielt. Das ist Daseinsvorsorge, genau wie Theater, Sporthallen, Leichtathletik- oder Radrennbahn, Straßenbahn oder Schwimmbad. Es kommt mir so vor, dass einige, auch im Chemnitzer Stadtrat, diese Realität völlig ignorieren oder einfach unwissend sind. Oder bewusst, wie eine Handvoll sogenannter Fans, einfach die Bedingungen unter den heute Fußball (wird trotzdem noch Sport genannt) gespielt wird, nicht begreift. Die wünschen sich die 70er Jahre herbei und einen Dr. Kurt Fischer als Trainer, Sportchef, Vorstand und Parteisekretär. Macht weiter so. Andere lachen sich tot wenn wir in der Versenkung verschwinden.

17.01.2019 10:07 Holm 46

Wenn man die grauen Zellen bemüht wird man feststellen müssen das es Herrn Simon nicht
geben würde wenn die Granaten
vorher ihre Aufgaben ordentlich
erledigt hätten. In jedem insolventen Wirtschaftsunternehmen gibt's dannach einen Verwalter.Der heisst
hier Simon.Er hat in einer ausweglosen Situation mit seinem
Team das Ruder übernommen.
Wir sind souveräner Tabellenführer
und wenn alle wahren Clubfans
und Sponsoren seinem Team unter
die Arme greifen würden statt rum
zu nörgeln wären wir auch finanziell
noch einen Schritt weiter.
Nur im Team sind wir stark.
Wir sind nicht in der Situation um
fordern zu können.Müssen hoffen
das alles gut wird.
Transparenz in allen Ehren aber manchmal ist sie auch hinderlich
Wenn jeder Schlaumeier seinen
Senf bei mischen will.
Sportliche und Himmelblaue Grüsse.
Nur der CFC!

17.01.2019 08:35 No Branding 45

@Roccos: "Schaut euch doch lieber die Handball WM an."

Ja, mache ich natürlich und was ich dort sehe ist erstaunlich. Jeder Spieler, Trainer und sonstiges Team-Mitglied kennt den Text der Nationalhymne und singt diese sogar lauthals mit. Habe ich bei der FB-NM noch nicht gesehen.

"Herr Simon legt den Grundstein dafür."

Hoffen wir mal, dass es nicht der Grundstein für den totalen Neuanfang in der KK ist. Was nützt der beste Grundstein wenn es kein bezahlbares bzw. durchfinanziertes Konzept gibt. Potentielle Geldgeber wurden jedenfalls längst vergrault.