Fußball | Regionalliga CFC-Fans spenden mehr als 140.000 Euro – Innenverteidiger kommt

Die Hoffnung auf das Ende der Insolvenz beim Fußball-Regionalligisten Chemnitzer FC lebt: Bis zum Samstagabend war schon fast ein Drittel des benötigten Geldes eingegangen. Einen neuen Innenverteidiger gibt es auch.

Vorstandsvorsitzende Romy Polster  Chemnitzer FC
CFC-Vorstandsvorsitzende Romy Polster Bildrechte: imago images/Picture Point

Der angeschlagene Drittliga-Absteiger Chemnitzer FC darf im Kampf gegen das wirtschaftliche Aus dank seiner Mitglieder und Fans weiter hoffen. Wie der Klub mitteilte, gingen auf dem eigens eingerichteten Treuhandkonto innerhalb von nicht mal einer Woche bis Sonntagmittag (19. Juli) bereits gut 140.000 Euro ein. Ganz genau waren es 143.267,49 Euro. Erst seit vergangenem Dienstag können Anhänger Geld überweisen.

Der CFC will bis zum 10. August 450.000 Euro aufbringen, damit Insolvenzverwalter Klaus Siemon noch im September einen Insolvenzplan einreichen könnte. Ein baldiger Abschluss des seit 2018 laufenden Insolvenzverfahrens scheint nahe.

Polster: "Absolut überwältigend"

Zur Rettung hatten die "Himmelblauen" daher den Spendenaufruf an die Fans gerichtet und um mögliche Sponsoren geworben. Die bislang erreichte Spendensumme sei "absolut überwältigend", sagte die Vorstandsvoristzende Romy Polster nun: Die Unterstützungsbereitschaft unserer Mitglieder und Fans beweist abermals, dass der Chemnitzer FC lebt und nach dem Ende der Insolvenz eine starke Zukunft vor sich haben kann."

Neuer Innenverteidiger mit Gardemaß aus Flensburg

Zudem vermeldete der Klub am Sonntagvormittag (19. Juli) einen weiteren Neuzugang: Innenverteidiger Jovan Vidovic kommt an die Gellertstraße. Der 31-Jährige war zuletzt bei Nord-Regionalligst SV Weiche Flensburg. Mit seinen 1,97 Metern Körpergröße bringt er Gardemaß mit. Über die Vertragsdetails wurde Stillschweigen vereinbart. "Jovan ist ein sehr erfahrener Spieler, der durch seine Körpergröße vor allem im Luftzweikampf enorme Vorteile mit sich bringt. Mit seiner Mentalität und seinen Defensivqualitäten soll Jovan unserer Abwehr weitere wichtige Stabilität verleihen", so CFC-Sportdirektor Armin Causevic.

Chemnitzer FC: Neuzugang Jovan Vidovic, gestikulierend (Archivbild im Trikot von Weiche Flensburg, 2019)
Für Weiche Flensburg bestritt Jovan Vidovic in der vergangenen 18 Regionalliga-Partien. Bildrechte: imago images / Beautiful Sports

Vidovic wurde am 6. Januar 1989 in Ljubljana, Slowenien geboren. In seiner bisherigen Karriere wechselte er von seinem Jugendverein NK Domzale zu NK Maribor, wo er unter anderem in der Europa League sowie in der Qualifikation zur Champions League zum Einsatz kam. Später zog es den 1,97 Meter-Mann nach Deutschland. Nach Stationen beim SV Wehen Wiesbaden und dem F.C. Hansa Rostock spielte er beim SV Meppen. Für die Niedersachsen absolvierte er 111 Regional- und Drittligapartien. Im Anschluss wechselte Vidovic nach Schleswig-Holstein, wo er für den SC Weiche Flensburg 08 in der vergangenen Saison 18 Mal in der Regionalliga Nord zum Einsatz kam. Vidovic ist ehemaliger U21-Nationalspieler seines Heimatlandes Slowenien (8 Einsätze).

Jovan Vidovic
2012 ging es für Jovan Vidovic (re.) in der Europa League gegen Lazio Rom. Bildrechte: imago images / ZUMA Press

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dpa/cke

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 19. Juli 2020 | 11:40 Uhr

22 Kommentare

Lok vor 2 Wochen

Ich gebe Ihnen Recht, dass in letzter Zeit sehr viel über den CFC, Jena, Nordhausen, Erfurt, Lok und Chemie berichtet wurde. Da gibt es aber derzeit auch gefühlt täglich Neuigkeiten. Ich würde das aber nicht als einen Konflikt von "insolventen und stets von der Pleite bedrohten Vereinen" auf der einen Seite und "kleinen Vereinen, die ehrlich wirtschaften" auf der anderen Seite bezeichnen. Die Vereine stehen einfach unterschiedlich stark in der Öffentlichkeit, das hängt schon mit den Einwohnerzahlen der jeweiligen Städte und Regionen zusammen. Ich schätze alle Vereine sehr, die sich mühen, die teils sehr hohen Anforderungen in der RLNO zu realisieren. Und egal, ob ich es gut finde, eine Meldung zu Jena, Chemnitz oder den Leipziger Vereinen "zieht" eben mehr als Nachrichten von Vereinen mit geringerem Einzugsgebiet.

Ruowischer vor 2 Wochen

Ist den Damen und Herren vom MDR schon aufgefallen, daß es in der Regionalliga noch andere Klubs als die insolventen und stets von der Pleite bedrohten Absteiger aus der 3. Liga oder Nichtaufsteiger in die 3. Liga gibt?

Dieses ständige in Szene setzen der sogenannten Großstadtklubs nervt und zeigt eindeutig: Kleinere Vereine, die ehrlich wirtschaften um ihre Finanzen in Ordnung zu halten, werden kaum mal erwänht. Mitteldeutschland besteht aber nicht nur Chemnitz, Jena und Leipzig.

rheumakay vor 3 Wochen

Wenn das so weitergeht, wird der CFC im kommenden Frühjahr gleich vier Insolvenzverfahren parallel an der Backe haben. Ein einziger Katastrophenverein eben - nur Amateure und Umfaller am Ruder.