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Paul Milde könnte den CFC mögloicherweise verlassen. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Fußball | Regionalliga

Chemnitzer FC: Sportchef Arnold steckt bei der Kaderplanung in der Vertragsklemme

von Patrick Franz

Stand: 09. Juni 2021, 07:40 Uhr

Neuer Job, eingeschränkter Handlungsspielraum! Sportchef Marc Arnold muss bei Regionalligist Chemnitzer FC erst Platz im Kader schaffen, bevor weitere Verstärkungen für einen möglichen Drittliga-Aufstieg kommen können.

Nach MDR-Informationen wären die Himmelblauen daher nicht abgeneigt, wenn sich Interessenten für Linksverteidiger Paul Milde sowie die Angreifer Kevin Freiberger und Andis Shala finden würden.  "Zum jetzigen Zeitpunkt ist unsere Planung mit externen Neuzugängen abgeschlossen", erklärt Arnold auf Nachfrage und fügt vielsagend an: "Wenn Spieler von sich aus den Verein verlassen wollen oder sich neue Dinge ergeben, kann sich das nochmal ändern." Die Namen möchte der Klub nicht kommentieren, sie werden aber auch nicht vehement abgestritten.

CFC-Sportdirektor Marc Arnold hat noch einiges an Arbeit vor sich. (Archiv) Bildrechte: Picture Point/Gabor Krieg

Erst zwei Neuzugänge beim Chemnitzer FC

Denn der neue Sportvorstand hat gerade mal zwei Verstärkungen präsentieren können. Der flexible Offensivmann Furkan Kircicek (Türkgücü München) und defensive Zentrumsspieler Dominik Pelivan (Energie Cottbus) kommen nach Chemnitz. Doch bei den Westsachsen hatte man sich nach dem mit Platz zehn schwachen Abschneiden der abgebrochenen Regionalliga-Saison durchaus einen größeren Umbruch gewünscht. Das Problem: Arnold muss die fehlerbehaftete Einkaufspolitik seines Vorgängers Armin Causevic ausbaden. Dieser hatte nach dem Drittliga-Abstieg 2020 viele Zwei-Jahres-Verträge abgeschlossen, einige noch bevor mit Daniel Berlinski der Trainer feststand. So ist der Etat für die neue Saison ausgereizt. Dazu wurde im Sachsenpokal-Finale (0:1 gegen Lok Leipzig) die Prämie für den Einzug in den DFB-Pokal verpasst. Darum sitzt Arnold jetzt quasi wortwörtlich in der Vertragsklemme.

Furkan Kircicek ist einer von zwei Neuzugängen beim CFC. (Archiv) Bildrechte: Chemnitzer FC / Antal

Shala und Freiberger auf dem Abstellgleis?

Dementsprechend wäre der CFC gesprächsbereit, wenn andere Viertligisten auf eigene Profis zugehen. Vor allem Paul Milde passt scheinbar nicht wirklich ins System. Seine ordentlichen Drittliga-Leistungen in der vorletzten Saison gerieten so in den Schatten. Zuletzt war der gebürtige Pirnaer trotz eines auskurierten Bänderrisses im Sprunggelenk in allen drei Sachsenpokal-Partien nicht berücksichtigt worden. Auch Andis Shala (aufgrund von Rückenproblemen) und Kevin Freiberger konnten sich dort nicht unbedingt für höhere Aufgaben empfehlen. Deswegen würde Chemnitz Vertragsauflösungen offen gegenüberstehen.

Andis Shala (re.) befindet sich beim CFC offenbar auf dem Abstellgleis. (Archiv) Bildrechte: Karina Hessland-Wissel

Drittliga-Rückkehr aktuell unrealistisch

Fakt: Bisher ist der Traditionsverein gerade angesichts der großen Konkurrenz mit Jena, Cottbus, Lok Leipzig und auch Altglienicke noch nicht so aufgestellt, dass die Rückkehr in den Profifußball realistisch erscheint. Arnold betont: "Erstmal geht es darum, gut in die Saison zu starten. Ziel muss es sein, vorne mitzuspielen." Den Aufstieg will er jedoch nicht als Jahresziel ausrufen, eher über zwei Spielzeiten. Arnolds Begründung: "Wir haben ohnehin eine hohe Erwartungshaltung im Umfeld, da sollten wir den Druck nicht noch erhöhen. Unsere junge Mannschaft ist weiterhin in einem Entwicklungsprozess."

Eine Rückkehr in Liga 3 scheint aktuell unrealistisch für den CFC. (Archiv) Bildrechte: Picture Point

CFC baut auf den Nachwuchs

Mit dem Trainingsstart ab 16. Juni kann die Truppe immerhin mal den richtigen Weg einschlagen. "Wir verfügen mittlerweile über eine gute Stabilität in der Defensive, im Offensivbereich müssen wir gefährlicher werden. Das muss der Ansatz sein", benennt der Ex-Manager von Eintracht Braunschweig die Hauptbaustelle. Bis dahin greift Arnold auf den eigenen Nachwuchs zurück und stattet U19-Kicker Niclas Walther mit einem Profivertrag aus. Der linke Verteidiger ist übrigens der Sohn von Ex-CFC-Spieler Hendrik Liebers, der mit Chemnitz 1999 in die 2. Liga aufstieg. Von solchen Zeiten kann man aktuell nur träumen. Wie beurteilt Arnold seine eigene schwierige Aufgabe bei der Kaderplanung? "Ich bin nicht derjenige, der Veränderungen erzwingen will", meint der Sport-Geschäftsführer. Unrecht wäre es ihm aber auch nicht, wenn sich bis zum Regionalliga-Start am Wochenende vom 23. bis 25. Juli personell noch etwas tut.

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 09. Juni 2021 | 19:30 Uhr

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