Fußball | Regionalliga Aufbruchstimmung beim Chemnitzer FC – Teamcheck vor dem Start

Beim Chemnitzer FC herrscht endlich wieder beste Laune. Die konnte auch das unglückliche Pokalaus nur kurz trüben. Trainer Christian Tiffert mauert zwar beim Aufstiegsthema. Den CFC muss man aber auf der Rechnung haben.

Tobias Müller
Kapitän Tobias Müller geht voran, traf im Pokal gegen Union Berlin zur 1:0-Führung und wird im Mittelfeld der Leitwolf sein müssen. Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Der Chemnitzer FC startet am Samstag (13 Uhr im Ticker in der SpiO-App und bei sport-im-osten.de) gegen Tennis Borussia Berlin in die neue Saison. Der Kader ist kleiner, aber fein. Der Trainer noch frisch im Geschäft, aber mit reichlich Bundesliga-Erfahrung gesegnet und die Mannschaft eine Einheit. Nach einer starken Vorbereitung und einem beeindruckendem Pokalauftritt gegen Union Berlin gehören die "Himmelblauen" zu den Aufstiegskandidaten.

Wie lief die Vorbereitung?

Sehr gut! Von den sechs Testspielen gewann der Chemnitzer FC fünf. Einzig das Duell gegen den tschechischen Zweitligisten 1. FK Příbram endete 2:2. Wo der Weg in dieser Saison hingehen kann, zeigte die Generalprobe gegen Drittliga-Absteiger FC Viktoria 1889 Berlin. Der CFC behielt mit 2:0 die Oberhand. Neben Felix Brügmann (11 Treffer) trafen Neuzugang Michel Ulrich (9) und Simon Roscher (7) in den Testduellen am besten.

So hat sich der Kader verändert

Die "Himmelblauen" speckten den Kader ab und verstärkten sich nur punktuell. Mit Robert Berger, Michel Ulrich, Lukas Stagge, Stephan Mensah und Stefan Pribanovic verpflichtete der CFC lediglich fünf externe Neuzugänge. Dazu kommen zwei Spieler aus der U19. Weil elf Spieler den Verein verließen/verlassen mussten, ist der Kader kleiner geworden. Für Trainer Christian Tiffert kein Problem: "Ich habe einen kleinen Kader, aber einen aus meiner Sicht sehr, sehr guten Kader." Der CFC wolle einen neuen Weg einschlagen und auf den eigenen Nachwuchs setzen. "Wir haben viele U19-Spieler auch nach oben gezogen. Das ist der Weg, den wir gehen wollen, denn wir haben einen sehr guten Nachwuchs." Die Mischung aus erfahrenen Regionalligaspielern wie Jakub Jakubov (191 Spiele), Felix Brügmann (153 Spiele), Robert Zickert (146 Spiele) und jungen Heißspornen soll dem CFC den Erfolg bringen.

Die Wechsel
Zugänge Abgänge  
Robert Berger (Lok Leipzig) Isa Dogan (Lok Leipzig)  
Jasin Jusic (eigene U19) Lukas Aigner (Schweinfurt)  
Marius Schreiber (eigene U19) Christian Bickel (Karriereende)  
Michel Ulrich (Hansa Rostock) Nils Köhler (Gütersloh)  
Lukas Stagge (Union Fürstenwalde) Jovan Vidovic  
Stefan Pribanovic (Germania Halberstadt) Aschti Osso  
Stephan Mensah (Rosenheim) Benjika Caciel (Kickers Würzburg)  
  Riccardo Grym (Lok Leipzig)  
  Simon Noah Roscher (RW Erfurt)  
  Kevin Freiberger (Gütersloh)  
  Felix Schimmel  

Der Trainer - Vom Hospitant zum Cheftrainer

Christian Tiffert geht in seine erste Saison als Cheftrainer. Der 40-Jährige stammt aus dem Osten, wurde in Halle geboren und spielte im Nachwuchs beim HFC. Sein Profidebüt gab er 2000 ausgerechnet für Tennis Borussia Berlin. Tiffert bestritt 225 Bundesligaspiele, die meisten für den VfB Stuttgart. Nach dem Ende seiner Profizeit konzentrierte sich Tiffert auf den Trainerjob. Er heuerte als Praktikant beim CFC an. Zwei Wochen waren geplant. Das war 2019. Tiffert überzeugte und stieg auf. Zunächst in der zweiten Reihe. Er war Assistent von Patrick Glöckner und Daniel Berlinski. Als Letzterer beurlaubt wurde, übernahm Tiffert am 1. März das Kommando und führte den CFC zur besten Rückrundenmannschaft und zum Landespokalsieger.

Saisonziele: Was ist möglich?

Der Chemnitzer FC war das beste Rückrundenteam in der abgelaufenen Regionalliga-Saison und hat damit gewisse Erwartungen geschürt. Vom Aufstieg will Coach Tiffert aber erst einmal noch nichts wissen. "Wir haben nichts offiziell ausgegeben. Aber klar sollte sein, dass man die Saison besser gestaltet als im letzten Jahr." Die vergangene Spielzeit beendete der CFC auf Platz fünf.

Christian Tiffert (CFC) 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Was ist neu?

Nach schwierigen Jahren ist beim Chemnitzer FC eine neue Euphorie entfacht, die Laune ist bestens. Neue Sponsoren wurden an Land gezogen und mit dem großartigen Pokalfight gegen Union Berlin (1:2 nach Verlängerung) machte Chemnitz Werbung in eigener Sache. Gelingt der Start, ist Großes möglich.

Was ist zum Gegner Tennis Borussia zu sagen?

Die Berliner erlebten in der Sommerpause einen großen Umbruch. Die Brüder Abdou und Momar Njie traten die Nachfolge von Markus Zschiesche an, der neuer Trainer beim SV Babelsberg 03 wird. Auch 15 Spieler sind weg, sechs davon wechselten zu anderem Regionalliga-Klubs. Die offensiven Ideengeber Tahsin Cakmak und Rico Gladrow folgten ihrem Trainer nach Babelsberg. Die Flügelflitzer Benyas Solomon Junge-Abiol und Fabrice Montcheu zog es zu den Würzburger Kickers. Aleksandar Bilbija (Greifswald) und Jeronimo Mattmüller (Viktoria Berlin) treffen in der Liga ebenfalls auf ehemalige Teamkollegen. Die Neuzugänge kommen zumeist aus der Oberliga. Einzig Keeper Melvin Williams (Lichtenberg 47) und Botond Bach (Altglienicke) waren in der vergangenen Saison in der Regionalliga am Ball.

So liefen die bisherigen Duelle gegen TeBe

Ziemlich ausgeglichen. Von den zwölf Spielen endeten vier Remis, fünf Mal gewann Chemnitz, drei Mal die Berliner. Die letzten beiden Duelle entschied der CFC für sich. So endete das Auftaktspiel der Saison 2021/22 3:1.

Wie sieht das weitere Startprogramm aus?

Nach dem Auftakt gegen TeBe am Samstag (13 Uhr im Ticker in der SpiO-App) geht es am 14. August an die Ostsee zum Aufsteiger Greifswalder FC. Im zweiten Heimspiel kommt der Staffelsieger des Vorjahres, der BFC Dynamo (19.08.) nach Chemnitz. Anschließend reist Chemnitz zu Germania Halberstadt (29.08.).

sst

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 06. August 2022 | 16:00 Uhr

5 Kommentare

Fritz73 vor 1 Wochen

Es ging um die Anfänge als Profi und das Ende des Spielers Tiffert. 🙈
Und das im Zusammenhang mit dem CFC deine Farben keinen interessieren ,dürfte selbst dir klar sein ,#lilaweis..
Himmelblaue Grüße

rheumakay vor 1 Wochen

Ist mir auch aufgefallen. Ich nehme mal an, dass es Tiffert peinlich ist. Mir wär's ja auch peinlich. Logo.
Dass im Artikel ebenfalls nicht erwähnt wird, dass Tiffert auch in Kaiserslautern, Duisburg, Bochum, Fuschl, Seattle und zum zum Abschluss nochmal in Halle gespielt hat, lässt nur einen Schluss zu: all diese Stationen sind ihm peinlich. 🤦🏻

PS: Die Saison hat noch gar nicht angefangen. Da könnte man mal bissl entspannt sein.

Chemmser vor 1 Wochen

Da kann ich dich beruhigen Lilaweis.
Tiffi ist das nicht peinlich.
Und die Berichterstattung seitens des MDR kann weder Tiffi noch der Chemnitzer FC beeinflussen.
Und uns als Fans ist das auch ziemlich egal wo er wann als Spieler war.
Er ist jetzt Trainer und das sogar ein ziemlich guter.
Vor allem Bodenständig und Sachlich absolut Top. 👍

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