Fußball | Regionalliga Chemnitzer FC verurteilt rechtsradikale Entgleisungen in Most

Eigentlich war es nur ein unbedeutendes Testspiel im tschechischen Most. Doch einige Anhänger des Chemnitzer FC zogen den Verein in den Dreck. Der CFC reagierte prompt und kündigte rechtliche Schritte an.

CFC Emblem am Hauptgebäude.
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Anhänger des Chemnitzer FC haben am Randes eines Testspiels beim FK Banik Most für abscheuliche Szenen gesorgt. Wie der Verein am Sonntag mitteilte, soll eine Gruppe von Personen mit rechtsradikalen Parolen durch die Straßen von Most gezogen sein. Der Regionalligist hatte am Samstag ein Testspiel bei Banik Most-Sous absolviert und mit 1:0 gewonnen. Im Stadion hatten CFC-Anhänger Bengalos und Nebeltöpfe gezündet.

"Minderheit zieht CFC in den Dreck"

"Erneut zieht damit eine unbelehrbare Minderheit den Ruf des gesamten Chemnitzer Fußballclubs in den Dreck und konterkariert alle bisherigen Anstrengungen, das Bild unseres Vereins zu verbessern. Die vorliegende Aufnahme zeigt die hässliche Fratze des rechten Randes der Gesellschaft, aber ganz gewiss nicht den Chemnitzer FC und das, wofür er stehen möchte", heißt es in der Mitteilung des Vereins. In einem auf Twitter verbreiteten Video ist eine größere Gruppe an Personen zu erkennen, die ein Lied der vor knapp 20 Jahren aufgelösten rechtsradikalen Gruppe "Landser" skandiert.

CFC kündigt rechtliche Schritte an

Der Verein verwies auf seine über 2.300 Mitglieder und stellte klar: "Wir wollen nicht durch eine Gruppe von Idioten in eine Ecke gedrängt werden." Der CFC prüfe derzeit in enger Zusammenarbeit mit der Polizei Chemnitz die vorliegenden Videoaufnahmen, werde zeitnah Anzeige erstatten und weitere rechtliche Schritte mit aller Konsequenz und Härte anwenden.

OB Schulze zeigt sich schockiert

Neuer Oberbürgermeister Sven Schulze vereidigt.
Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze äußerte sich am Sonntagnachmittag zu den Vorkommnissen. Schulze zeigte sich "schockiert" und sagte: "Meine Position dazu ist klar: Dafür gibt es keine Toleranz, dafür gibt es keine Entschuldigung."

Darüber hinaus unterstrich Schulze: "Diese Bilder und sogenannten Fans sind nicht der wahre CFC. Ich kenne viele, die sich als Zuschauer, Fans, Funktionäre und Spieler für einen Verein frei von rechtsradikalen und anti-demokratischen Tendenzen einsetzen. Wir müssen jetzt diejenigen im CFC stärken, die sich für ein friedliches, weltoffenes, sportlich faires und positives Bild des Fußballs einsetzen."

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red

Videos aus der Regionalliga

Ein Spieler, im Hintergrund die Tribüne
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Stefan Karau im Interview
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Dieses Thema im Programm: Sport im MDR AKTUELL Nachrichtenradio | 27. Juni 2021 | 12:40 Uhr

50 Kommentare

Alf09 vor 12 Wochen

Mein lieber Teufel: die entsprechen rechten Gruppierungen sind sowohl im Verein, in der GmbH und auch in der Politik bekannt, dumm nur, daß diese unter den Fans den Ton angeben und man nicht nicht einfach den gesamten Stehplatzblock aussperren kann.

Orso_Blu vor 12 Wochen

Nachdem vor kurzem Michael Brück nach Chemnitz zog und bei Kohlmann eine Azubi-Stelle bekam, ist auch noch der aus dem Gefängnis entlassene
Christoph Drewer seit kurzem Bürger der Stadt (Tag24 vermeldete beides). In Ebersdorf wurde das mittlerer Weile 3. Nationale Zentrum der Stadt eingerichtet. Die Verbindungen gewisser Teile von Rocker- und Nazi-Szene sind ja nicht erst seit kurzem (Beerdigung T. H.) bekannt. Yves R. ist auch noch für/mit Kohlmann aktiv und Tim K. wurde im Rathaus und bei einer "Anti-Corona-Demo" gemeinsam mit Herrn Robert A. gesichtet.
Es wird eine Mammutaufgabe, die Fanszene von diesen Strukturen zu lösen und den o.g. Leuten und ihren Anhängern klarzumachen, daß Ihre Nachwuchsgewinnung hier in der Stadt nicht erwünscht ist und das Fussballfans sowie Kinder und Jugendliche der Stadt besseres verdient haben, als autoritäre Führungsfiguren und "Kümmerer" sowie Indoktrination zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (Verein Sport und Bildung e.V.).

Teufel. vor 12 Wochen

Was ist daran albern, einer für diesen Dreck verantwortlichen Gruppierung mit Stadionverbot zu belegen, einen damals für unersetzlich gehaltenen Publikumsliebling zu suspendieren und danach zu kündigen, ein neues Leitbild zu entwickeln und in den Clubstatuten zu verankern? Was denn noch? Irgendwo ist auch ein Fußballverein nur ein Fußballverein. Aber wenn man nur seine Vorurteile hat, sieht man so was halt nicht.