Fußball | Regionalliga Chemnitzer Bickel nach Leidenszeit wieder voll einsatzfähig

Über zwei Monate hat Christian Bickel Fußball-Regionalligist Chemnitzer FC wegen einer Herzbeutelentzündung gefehlt. Nachdem er einige Wochen völlige Ruhe verordnet bekommen hatte, darf er seit dieser Woche endlich wieder voll trainieren.

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"Es ist ein total schönes Gefühl, wieder bei der Mannschaft zu sein. Ich freue mich ungemein. Die Zeit war sehr, sehr schwierig für mich", erklärte Bickel "Sport im Osten". Knapp drei Monate nach seinem letzten richtigen Einsatz mit Ball hat er nun von den Ärzten die volle Belastungsfreigabe erhalten.

Erst Corona, dann Herzbeutelentzündung

Bickel wurde vor dem Sachsenpokal-Viertelfinale im April positiv auf Corona getestet. Nach der Quarantäne stand das Halbfinale gegen Zwickau an. Dort war Bickel laut eigener Aussage "zu ehrgeizig", spielte 80 Minuten durch. Auch im Finale gegen Lok stand er durch die Verlängerung fast zwei Stunden auf dem Feld. "Das war suboptimal für mein Herz", erklärt der 30-Jährige nun.

Bei einer kardiologischen Untersuchung Mitte Juni wurden schließlich erste Unregelmäßigkeiten festgestellt. Eine MRT-Untersuchung zwei Wochen danach brachte schließlich die traurige Gewissheit. Bickel, der mitten in der Vorbereitung war, musste von einem auf den anderen Moment alles runterfahren. Sechs Wochen bis zum Kontroll-MRT hatte er strikte Ruhe verordnet bekommen.

Langsam wieder herantasten an die Belastungsgrenze

Auch das Kontroll-MRT brachte nicht die erhoffte Diagnose, er durfte nur langsam die Belastung steigern. "Man muss dann die Vernunft walten lassen", fasst Bickel die schwierige Situation zusammen. Am Dienstag gab es nun nach einem weiteren MRT grünes Licht vom medizinischen Personal.

Torjubel Christian Bickel, Chemnitzer FC, nach dem Tor zum 0:1.
Christian Bickel jubelt nach einem Tor Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Dass er nach so einer langen Pause noch nicht bei 100 Prozent ist, weiß Bickel auch: "Es ist schon noch schwierig, zumal ich die letzten elf Wochen so gut, wie gar nichts gemacht habe." Ab und zu habe er Laufen gehen dürfen, "aber maximal mit Puls 130", so die Empfehlung der Ärzte. Ein schnelleres Spazierengehen, wie es Bickel selbst einschätzt.

Bickel gibt eine Impfempfehlung

Er wurde schon im Frühjahr aufgrund eines starken Heuschnupfens in die Risikogruppe eingestuft. Hätte er im April die Möglichkeit gehabt, sich impfen zu lassen, hätte Bickel dies getan. Daher empfiehlt er auch, sich impfen zu lassen. Natürlich sei dies auch Thema in der Mannschaft, besonders nach den letzten Infektionen und den damit einhergehenden Spielabsagen.

Zudem hofft er, dass die Saison trotz der steigenden Zahlen und der bereits zahlreichen Ausfälle ordentlich über die Bühne geht. "Hoffentlich können wir irgendwann einfach damit leben", wünscht er sich. In der nahen Zukunft ist Einsatzzeit sein großes Ziel: "Ich bin bereit und hoffe, dass ich meine Minuten bekomme und der Mannschaft mit meiner Qualität helfen kann."

CFC zieht Lehren aus dem "Fall Bickel"

Nachdem die Vereinsverantwortlichen der Chemnitzer gesehen haben, zu was eine Corona-Infektion führen kann, waren sie jetzt natürlich entsprechend vorsichtig. Die Spieler, die aus der Quarantäne zurückkamen, mussten zunächst eine kardiologische Untersuchung machen, um eine Herz- oder Lungenerkrankung auszuschließen.

"Wir müssen da total sensibel sein", erklärte CFC-Coach Daniel Berlinski mit Blick auf die Belastungssteuerung: "Wir haben ja mit Christian Bickel das beste Beispiel in den eigenen Reihen!" Nun werden die Spieler langsam mit nur wenigen Spitzen wieder herangeführt. Mit zunehmenden Erfahrungen können dies immer besser gestaltet werden, trotzdem "muss man aktuell vorsichtig sein".

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red

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Lukas Aigner (Chemnitzer FC)
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Doch kein Auswärtsdreier für den FC Energie Cottbus in Chemnitz: Lukas Aigner trifft in der Regionalliga-Partie kurz vor Schluss (90.+5) für den Chemnitzer FC.

Mi 20.10.2021 21:08Uhr 00:59 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 18. September 2021 | 16:00 Uhr

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