Fußball | Regionalliga Berlin schließt Regionalliga-Fußball aus - NOFV hält dennoch am Restart fest

Der NOFV hat entschieden, dass der Ball in der Regionalliga ab dem 4.12. wieder rollen soll. Das ist aber nur möglich, wenn alle beteiligten Bundesländer zustimmen. Berlin könnte in dem Zusammenhang der Knackpunkt sein, denn aktuell lässt die Infektionsverordnung des Landes keinen Spielbetrieb der Berliner Vereine zu.

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Uwe Dietrich, Vorsitzender des NOFV-Spielausschusses 1 min
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Fr 20.11.2020 19:01Uhr 00:59 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-nofv-restart-regionalliga-profiliga-uwe-dietrich-100.html

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Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) hat am Donnerstag (19.11.) beschlossen, den Ligabetrieb in der Regionalliga Nordost am ersten Dezember-Wochenende fortzusetzen. Die Mehrzahl der Vereine ist dafür, bei einigen Vereinen regt sich jedoch Widerstand. So wendete sich Lok Leipzig beispielsweise in einem offenen Brief an den Verband, in dem der Verein seine Bedenken äußert.

NOFV will an den Terminen festhalten

Auf die Frage, wie der NOFV mit der geäußerten Ablehnung einiger Vereine umgehen wird, sagte Till Dahlitz, Mitarbeiter Spielbetrieb vom NOFV, im Gespräch mit "Sport im Osten" am Freitag (20.11.), dass man direkt mit den entsprechenden Vereinen in Kontakt treten und darauf reagieren werde. Man werde das nicht medial tun. "Auf den offenen Brief von Lok Leipzig werden wir antworten", so Dahlitz weiter. In der aktuellen Situation wolle man dennoch an den Terminen festhalten. "Es ist gestern alles beschlossen worden. Da gibt es jetzt erst einmal keinen Grund, um daran zu zweifeln und das Beschlossene wieder über den Haufen zu werfen", so Dahlitz.

ein leeres Fußballstadion 2 min
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MDR aktuell 19:30 Uhr Fr 20.11.2020 19:30Uhr 01:30 min

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Lok Leipzig schickt Fragenkatalog

Im offenen Brief von Lok an den NOFV von Donnerstag hatte es geheißen, der Verein könne es "gemessen an den aktuellen Infektions- und Krankheitszahlen in Deutschland... nicht nachvollziehen, dass der Nordostdeutsche Fußballverband eine Fortsetzung der Saison, noch in diesem Jahr, vorantreibt und für möglich hält." Der Verein forderte den Verband auf, einen Fragenkatalog zu beantworten, in dem es u.a. um die Kostenübernahme von Corona-Tests, finanzielle Unterstützungen, die Anzahl und Unterstützung bei Geisterspielen, Quarantäne- und Abbruchregeln geht.

Nicht nur wirtschaftliche Fragen relevant

Antworten auf die Fragen wird der Verein nach NOFV-Aussage offenbar erhalten. "Es gibt noch viele Fragezeichen, die vor einem Restart beantwortet werden müssen“, hatte Lok-Präsident Thomas Löwe bereits gegenüber "Sport im Osten" betont. Sollte der Spielbetrieb im Jahr 2020 tatsächlich wieder aufgenommen werden, stünde Lok Leipzig bereit. "Wenn der Verband am Ende beschlossen hat, dass im Jahr 2020 nochmal gespielt werden soll, dann müssen wir uns dem Wettbewerb stellen. Dabei sollten aber alle Fragen vom NOFV geklärt sein, bevor man in so ein Abenteuer geht. Uns geht es dabei nicht nur um die wirtschaftlichen Fragen, sondern auch die Fragen der Pandemie. Die Fragen sind alle öffentlich sichtbar, jeder kann sie einsehen und weiß, welche Punkte wir vor den ersten Spielen geklärt haben möchten".

Chemnitzer FC: Düstere Aussichten

Auch beim Chemnitzer FC wachsen die Sorgenfalten vor der geplanten Wiederaufnahme des Spielbetriebs. "Heimspiele sind ohne Zuschauer, Fans und Sponsoren im Stadion ein wirtschaftliches Minusgeschäft. Dies kann keine Verein der Regionalliga auf Dauer überleben", sagt die Vorstandsvorsitzende des Chemnitzer FC Romy Polster in einer Vereinsmitteilung. Die Vereine der semi-professionellen Regionalliga würden dringend Unterstützung vom Verband, den Ländern und Kommunen brauchen, um auf Dauer mit den weiter angesetzten Geisterspielen überleben zu können, so Polster weiter.

NOFV: Nichts in Stein gemeißelt

Ob und in welcher Art und Weise die Liga am 4.12. tatsächlich fortgesetzt wird, ist gegenwärtig völlig offen. Uwe Dietrich, Leiter des Spielausschusses beim NOFV, sagte auf Nachfrage von "Sport im Osten": "In Stein gemeißelt ist gar nichts. Wir müssen regelmäßig auf die aktuellen Entwicklungen reagieren. Das werden wir tun. Die rechtlichen Verbindlichkeiten gelten natürlich auch für uns. Wir warten jetzt auf die Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder und der Bundeskanzlerin und werden dann sehen, wie die weiteren Entwicklungen sind."

Land Berlin als Knackpunkt?

Noch schärfer formuliert es das Land Berlin. Denn dort scheint die Fortsetzung des Spielbetriebs der Regionalliga-Vereine aktuell ausgeschlossen zu sein. Auf Nachfrage von "Sport im Osten" teilte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres und Sport am Freitag mit, dass der Spielbetrieb laut Infektionsschutz-Verordnung des Landes Berlin aktuell nur in Profiligen möglich sei. Die Regionalliga Nordost ist keine reine Profiliga. Eine Änderung dieser Vorschrift würde voraussetzen, dass die Inzidenzzahlen in Berlin "signifikant nach unten gehen". Danach sehe es den Angaben der Senatsverwaltung entsprechend nicht aus. Ein regulärer Spielbetrieb sei dadurch aktuell ausgeschlossen, heißt es weiter. Etwaige Änderungen der Regelungen seien laut Senatsverwaltung auch abhängig von möglichen Ergebnissen der Beratungen zwischen den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel in der nächsten Woche.

Was bedeutet das für die Liga? Sollte den Berliner Vereinen weiter kein Spielbetrieb erlaubt sein, könnte der ligaweite Spielbetrieb am 4.12. - Stand jetzt - nicht fortgeführt werden. Das ginge nur, wenn alle beteiligten Bundesländer der Fortführung zustimmen.

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ein Stadion aus der Luft
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ein Mann im Gespräch
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 20. November 2020 | 19:30 Uhr

21 Kommentare

Chili Palmer vor 6 Tagen

Selbst wenn der Ölwechsler aus Köhra deinen inhaltlich korrekten Beitrag lesen würde, im Erfassen des Problems hat er sich bislang nicht sonderlich hervorgetan...

Auch als kleine Replik an dich @Heinz K.

Loko 66 vor 6 Tagen

Fußball-Landesverband Brandenburg setzt den Spielbetrieb vorerst bis Jahresende aus (Quelle FLB )
So damit hat es sich erstmal erledigt - besser ist das

Thommi Tulpe vor 6 Tagen

Es ist nicht mehr vermittelbar, dass wir "Normalbürger" unsere Kontakte möglichst auf Null reduzieren sollen, was sowieso nicht wirklich durchsetzbar ist, und im Fußball mindestens 22 Spieler plus Schiedsrichter unter Missachtung jedes Mindestabstandes und ohne Maske über den Platz "hoppeln" dürfen. Wenn nun jemand denkt, diesen Kommentar formuliert ein völlig Fußball-Uninteressierter: Nein - mein Herz gehört seit 41 Jahren einem nicht unbekannten Drittligisten, der mit Inkaufnahme finanzieller Verluste weiterspielen muss, damit jene Profis aus Liga 1 und 2 (welche die ganz großen Nutznießer dieser TV-Gelder sind!) sportlich ermittelte Aufsteiger haben. Es ist genau die Frage, welche wir bereits mit der "ersten Welle" der Pandemie hatten: Was "rechtfertigt" eine Sonderstellung des Fußballs innerhalb unserer Gesellschaft? Ich meine: Nichts!