Fußball | Regionalliga "Das kann doch einen Leutzscher nicht erschüttern!" – Chemie Leipzig startet Sonderaktion

Im Zuge der Coronakrise gehen die Vereine unterschiedliche Wege, um fehlende Einnahmen durch den Wegfall von Heimspielen zu kompensieren. Auch Regionalligist Chemie Leipzig hat auf die aktuelle Situation reagiert und bietet seinen Fans Unterstützerpakete an.

Spieler von Chemie bilden Motivationskreis vor dem Anpfiff.
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Nachdem der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) vergangene Woche (18.03.2020) bekannt gab, den Spielbetrieb in der Regionalliga Ost bis einschließlich 19. April 2020 auszusetzen, herrscht bei den Klubs einmal mehr Ungewissheit über den weiteren Saisonverlauf. Stand jetzt kann niemand sagen, wann ein geregelter Spielbetrieb mit Zuschauern wieder möglich sein wird.

Vor allem in den unteren Ligen sind die Klubs aufgrund der Corona-Pandemie in ihrer Existenz bedroht. Auch die BSG Chemie Leipzig muss sich auf die unverschuldete Situation einstellen. So gaben die Leutzscher auf ihrer Homepage bekannt, dass man mit Einnahmeverlusten von rund 80.000 Euro durch die wegfallenden Heimspiele rechne.

Chemie "überwältigt angesichts der Resonanz"

Um den Auswirkungen der Coronakrise entgegenzuwirken, haben die Grün-Weißen eine Soli-Aktion gestartet. Das Motto: "Das kann doch einen Leutzscher nicht erschüttern." So können seit Freitag (20.03.2020) Fans und Unterstützer der BSG im vereinseigenen Onlineshop gegen eine Spende vier verschiedene Pakete erhalten. Vom exklusiven Fanschal über eine Stadionführung bis hin zu VIP-Karten – die Auswahl ist groß. Zudem werden alle Spender namentlich online und auf dem Soli-Banner im Alfred-Kunze-Sportpark erwähnt.

Alfred-Kunze-Sportpark
Bleibt zurzeit leer: der Alfred-Kunze-Sportpark in Leutzsch. Bildrechte: imago images/Joachim Sielski

Wie es scheint, zahlt sich die Aktion aus. Nach nicht einmal 48 Stunden wurde bereits eine Summe von über 35.000 Euro gespendet teilte der Klub mit und zeigte sich "mehr als überwältigt angesichts der Resonanz" (Stand 22.03.2020).

Lok verkauft virtuelle Eintrittskarten

Auch Lokalrivale 1. FC Lokomotive Leipzig rief vergangene Woche bereits zu einer Soli-Aktion auf. Unter dem Leitspruch "Leute, macht die Bude voll!" verkauft der Aufstiegsaspirant symbolische, virtuelle Eintrittskarten. Dabei erhofft man sich, den Zuschauerrekord von knapp 120.000 Menschen zu brechen, als die "Loksche" 1987 im Zentralstadion im Europapokal gegen Bordeaux spielte. Wie der Verein am Montag bekannt gab, wurden auch hier bereits 51.660 Tickets verkauft.

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 23. März 2020 | 14:40 Uhr

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