Fußball | Regionalliga Das Flutlicht-Dilemma in der Regionalliga Nordost

Jeder Regionalligist muss auch ein Flutlicht im eigenen Stadion vorweisen. Spätestens nach einer zweijährigen Gnadenfrist sollen die Masten stehen, sonst droht Ärger mit dem NOFV. Den gibt es jetzt für den Berliner AK. Und im Sommer läuft die Ausnahmegenehmigung für zwei weitere Vereine aus.

Flutlichtmast 3 min
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Sport im Osten Sa 20.02.2021 14:00Uhr 03:12 min

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Seit der Saison 2018/19 müssen alle Vereine, die in der vierthöchsten Klasse spielen, eine Regionalliga-taugliche Flutlichtanlage im Hauptstadion vorweisen. Ausnahmen gelten nur noch für Aufsteiger, die zwei Jahre Zeit bekommen, diese nicht unerhebliche Investition zu tätigen. Viele kleine Vereine in der Regionalliga Nordost kamen dieser Auflage nach. In Meuselwitz, Auerbach, Halberstadt und zuletzt auch Fürstenwalde wurde gebaut, der Bischofswerdaer FV musste in der laufenden Saison nach Bautzen umziehen, weil nur dort ein Flutlicht vorhanden war. Diese Vereine fühlen sich benachteiligt, weil andere jahrelang diesen Forderungen lange nicht nachgekommen waren.

NOFV-Verfahren gegen Berliner AK

Aktuell schlagen die Wellen rund um den Berliner AK hoch. Der spielt seit fast zehn Jahren in der Regionalliga, nutzte lange den Jahnsportpark und spielt nun seit einigen Jahren im Poststadion. Dort gab es kein Flutlicht. Zwei Jahre, bis Sommer 2020, durfte der BAK mit einer Ausnahmegenehmigung dennoch dort spielen. Ein Flutlicht stand letzten Juli aber noch immer nicht. Der Spielausschussvorsitzende des NOFV drohte mit Lizenz-Verweigerung. Das Präsidium gewährte eine weitere halbjährige Gnadenfrist. Allerdings mit der Einschränkung, die Zulassung zu entziehen, sollte bis 30. Dezember 2020 kein Flutlicht stehen.

Aufbau von Flutlichmasten im Poststadion
Aufbau von Flutlichmasten im Poststadion Bildrechte: IMAGO / Matthias Koch

Erst seit Mitte Februar stehen nun die Masten, zu spät für den NOFV, der bereits am 5. Februar einen Antrag zur Eröffnung eines Sportgerichtsverfahrens stellte. Darin unterstreicht der Verband auch auf die Chancengleichheit unter den Vereinen. Der BAK verweist auf seinen Antrag auf eine sechswöchige Fristverlängerung am 25. November und auf die Pandemie, weshalb wegen der ausgefallenen Spiele niemand ein Schaden entstanden sei. Bislang gibt es laut NOFV noch keinen Sportgerichtstermin. Der Spielausschuss prüfe die Angelegenheit erneut, um dem Präsidium einen Vorschlag zur weiteren Verfahrensweise zu unterbreiten.

Ende der Sondergenehmigung für Lichtenberg und Chemie Leipzig

Und im Sommer drohen die "nächsten Fälle". Der SV Lichtenberg 47 hat bereits angekündigt, dass man bis Juli nicht das geforderte Flutlicht haben wird. Derzeit sehen die Planungen eine Fertigstellung im vierten Quartal vor. Heißt, dass Lichtenberg für die Hinrunde 2021/22 eine dauerhafte Ersatzspielstätte benötigt. Eine andere Variante wären mobile Flutlichtmasten, dies ist für den Amateurverein aber schwer zu stemmen. Ein Flutlicht muss übrigens auch die BSG Chemie Leipzig stellen, wird es wie Lichtenberg bis zum Sommer aber ebenfalls nicht hinbekommen. "Wir sind mit dem Verband in konstruktiven Gesprächen, hoffen da auf ein Entgegenkommen", erklärte Pressesprecher René Jacobi. Sollte es von Verbandsseite keine weitere Ausnahmegenehmigung geben, würde man andere Ansätze prüfen. In Meuselwitz hatte man übrigens eine preiswerte Variante stehen. Die Acht-Masten-Anlage hatte 120.000 Euro gekostet, plus Eigenleistung.

Hans Zoschke Arena in Berlin Lichtenberg
"Hans Zoschke Arena" in Berlin-Lichtenberg Bildrechte: IMAGO / Picture Point

BFC und Altglienicke ziehen um

Für den BFC Dynamo und die VSG Altglienicke ist die Suche nach einer neuen Spielstätte mit Flutlicht erfolgreich gewesen. Beide Vereine kickten bis Herbst im Jahnsportpark, für den es aber keine Betriebserlaubnis mehr gibt. Der BFC bestreitet seine Spiele nun in Hohenschönhausen, Altglienicke wird künftig im Amateurstadion im Olympiapark seine Heimspiele austragen.

rei/kue

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Stefan Karau
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Spieler der BSG Chemie Leipzig spielt den Ball in Richtung Tor.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 21. Februar 2021 | 16:15 Uhr

37 Kommentare

Hannchen vor 33 Wochen

Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen hörte, wird Schämie und Lichtenberg Post vom Sportgericht bekommen. Ohne Flutlicht keine neue RL-Saison. Damit ist die Nummer 2 in Leipzig endlich endgültig an den ruhmreichen 1.FC LOK vergeben. Man hört des Weiteren das Zicke und Hoheneder vom CFC zu uns kommen wollen, ebenso wie einige Spieler aus Aue und Jena. Am Ende setzt sich immer der große Name durch. Dank Torsten Kracht sind wir flüssig.

Schwarzer-Peter vor 33 Wochen

Und genau deshalb muss man sich frühzeitig um eine Ausweichstadion bemühen! Wenn absehbar ist, dass mir die Stadt oder das Land keine Flutlichtanlage in das genutzte Stadion bauen, muss direkt ein Ausweichspielort feststehen. Das kann ja nicht so ein Problem sein. Und ich kann den Vereinen auch keine jahrelange Frist setzen, bis die Stadt eventuell die Gelder für eine Flutlichtanlage zusammen hat.

Chemieschwein vor 33 Wochen

23 Mannschaften + Landespokal + die unkalkulierbaren Ereignisse wie Corona und Wetter, das funktioniert nicht ... Das kann keiner der Amateurvereine mehr stemmen.. Und die 3 Möchtegernprofivereine aus Jena Rußchams und vom Südfriedhof sind gottseidank nicht diejenigen die über diese RL bestimmen...