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Fußball | RegionalligaDas Wunder von Erfurt – Fortsetzung gegen Cottbus?15. Spieltag

Stand: 04. Dezember 2022, 09:03 Uhr

Mehr Spitzenspiel in der Regionalliga Nordost geht nicht: Tabellenführer Rot-Weiß Erfurt empfängt Sonntag Energie Cottbus – und damit den ersten Verfolger. Damit das Spiel stattfinden kann, musste fleißig geschoben werden. Fünf Stunden waren fleißige Helfer am Samstag beschäftigt, um den Platz vom Schnee zu befreien, damit steht dem Spitzenspiel nichts mehr im Wege.

Lieber Gejagter oder Jäger? Fabian Gerber zögert kurz und versichert dann absolut glaubhaft "weder noch". Der Trainer des Spitzenreiters Rot-Weiß Erfurt genießt die bisherige Traumsaison ("Manchmal muss ich mich kneifen") und sieht Erfurt eher als die "Ärgerer" und "Überrascher" in der Fußball-Regionalliga Nordost.

Gerber: Tabellenplatz ist jetzt eine Randnotiz

Trifft beides den Kern. Die Thüringer haben sich mit einem 6:2-Sieg vergangene Woche beim SV Babelsberg an die Tabellenspitze gesetzt und thronen auch vor dem Spitzenspiel gegen Energie Cottbus (Sonntag, 13 Uhr im Ticker in der SpiO-App) ganz oben, weil der Berliner AK am Mittwoch in der Nachspielzeit drei Punkte gegen Lok Leipzig (1:2) aus der Hand gab. Für Freudensprünge sorgte das Ergebnis bei Gerber nicht. "Mir wäre ein 1:1 lieber gewesen", sagte der Ex-Profi. Er sei nicht scharf auf den ersten Tabellenplatz, der sei nach 14 Spieltagen eher eine Randnotiz. Vielmehr ist Gerber stolz, dass seine Mannschaft so gut und schnell angekommen ist, warnt aber: "Wer jetzt denkt, es läuft so weiter, täuscht sich. Es ist eine Sensationsleistung von den Jungs, aber die anderen Mannschaften lauern."

Zufall seien die Leistungen nicht, vielmehr stecke hinter diesem Erfolg harte Arbeit: "Verein, Trainerteam und Spieler betreiben einen großen Aufwand. Wir sind Aufsteiger, haben eine der jüngsten Mannschaften und einen der kleinsten Etats. Wir wissen alle, dass es sehr schnell in die andere Richtung gehen kann."

In Jubelstimmung: Trainer Fabian Gerber und Rot-Weiß Erfurt. Bildrechte: IMAGO / Bild13

Homogene Mannschaft als Erfolgsrezept

Momentan schwebt Erfurt auf Wolke sieben. Erfolg schweißt eben zusammen. Und den Rot-Weiß nicht erst in der Regionalliga. Schon in der Oberliga dominierte die Mannschaft alles und jeden, spielte sich in einen Rausch und wuchs in dieser Zeit "zu einer Einheit zusammen". Viele, die jetzt in der Startelf stehen, waren schon zu Oberliga-Zeiten Erfurter, die Neuen brauchten keine Abtastphase und fanden sofort ihren Platz in der Mitte. Das Ergebnis: Eine homogene Mannschaft. Und genau das ist auch das Erfolgsgeheimnis.

Erfurter Spieler auf dem Zettel anderer Klubs

Bei allem Jubel gibt es aber auch einen Haken. Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Und so wird es nicht ausbleiben, dass Spieler von Rot-Weiß auf dem Zettel anderer Klubs landen. Fabian Gerber ist viel zu sehr im Geschäft verwurzelt und alles andere als blauäugig. Ihm ist bewusst, dass Anfragen kommen werden. Es hat sich weit über die Regionalliga Nordost herumgesprochen, dass es in Erfurt interessante und günstige Spieler gibt. "Wir müssen damit leben, dass wir die Arbeit leisten, um Talente zu finden und auszubilden und sie dann weggekauft werden. Solange wir wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig sind, wird das so bleiben", weiß Gerber, der hofft, dass Erfurt im Winter keine Spieler verliert und überzeugt ist, "dass wir einen Großteil zusammenhalten“. Aber: Wenn es gutes Angebot käme, würde man nicht wegschauen.

Gerber: "Cottbus ist der schwerste Brocken"

Ganz deutlich hingeschaut hat der Erfurter Trainer nach Cottbus. "Energie ist die kompletteste Mannschaft der Liga, hat auf allen Positionen gute Einzelspieler, viel Qualität, Mentalität und Erfahrung." Gerber spricht vom "schwersten Brocken" und "stärksten Gegner", der im Steigerwaldstadion in dieser Saison gastiert. Damit das Spiel auch angepfiffen werden kann, will der Verein Schnee schieben. Am Samstag ist eine große Aktion geplant, Fans sind aufgerufen, zu helfen. Erfurt will unbedingt spielen und die Hinrunde möglichst komplett über die Bühne bringen. Nach Cottbus geht es zu Chemie Leipzig am letzten Spieltag des Jahres kommt dann die VSG Altglienicke nach Thüringen. Nach diesen drei Duellen wolle man sich in der Winterpause zusammensetzen und die bisherige Saison einordnen. Das Fazit ist einfach und kann nur "Plan übererfüllt" heißen. Wenn es optimal läuft, hat Erfurt zur Halbzeit schon 39 der anvisierten 40 Punkte auf dem Konto.

Platz eins ist ein kleines Wunder

Abheben wird keiner. Dafür sorgt Fabian Gerber: "Platz eins ist ein kleines Wunder, wir sind aber schon ewig dabei und können das gut einordnen. Wir tun gut daran, auf dem Boden zu bleiben." Er hofft, dass seine Mannschaft die Leichtigkeit behält und wünscht sich, dass das Steigerwaldstadion gegen Cottbus bebt und die wahnsinnige Kulisse den Funken auf die Spieler überspringen lässt. Motto: "Das Spiel soll halten, was der Tabellenstand verspricht." Klappt das, wird es ein Fußballfest.

Sanny Stephan

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Thüringenjournal | 04. Dezember 2022 | 19:00 Uhr

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