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Vor dem Duell Erfurt vs. JenaThüringenderby Erfurt gegen Jena: Ziegner und Hebestreit über "ein unfassbares Foulspiel"

Stand: 18. September 2022, 07:13 Uhr

Derbys schreiben eigene Geschichten. Die von Ronny Hebestreit und Torsten Ziegner ist eine besondere. Der eine senste den anderen einst nach zwei Sekunden um. Die Blutgrätsche war übel, aber folgenlos. Vergessen wird sie wohl nie.

Am Sonntag (16 Uhr live im MDR und in der SpiO-App) steigt das Spiel der Spiele in Thüringen: Rot-Weiß Erfurt empfängt Carl Zeiss Jena. Die Duelle haben in der Vergangenheit für viel Zünd- und Gesprächsstoff gesorgt. Auch Torsten Ziegner, aktuell Trainer beim MSV Duisburg, kann seine eigene Derbygeschichte erzählen.

Gelb nach zwei Sekunden

2006 war es. Ziegners Jenaer spielten im Thüringenpokal in Erfurt. Das Spiel war gerade zwei Sekunden alt, als Erfurts Ronny Hebestreit angeflogen kam und den filigranen Ziegner abräumte. "Ein unfassbares Foulspiel", sagt der 44-Jährige auch 16 Jahre später. "Wenn dieses Foul in der zehnten oder 20. Minute passiert, ist es glatt Rot und zieht acht Spiele Sperre nach sich“, ist sich "Ziege" sicher. So aber kam Hebestreit mit Gelb mehr als schmeichelhaft davon. "Es war seine Art ein Zeichen zu setzen", schmunzelt Ziegner heute und legt nach: "Meine war es, das entscheidende Tor aufzulegen".

Logisch, dass auch Hebestreit seine schnellste gelbe Karte nicht vergessen hat. "Wir haben über diese Szene öfters diskutiert, wenn Herr Weber aus Eisenach mir die rote Karte zeigt, kann ich mich nicht beschweren."

Ziegner wurde in Erfurt nicht glücklich

Die Szene hatte eine Vorgeschichte. Ziegner spielte vor seiner Zeit in Jena eine kurze Zeit bei Rot-Weiß, wurde in Erfurt aber nicht glücklich und hatte bei den Fans einen schweren Stand, erzählt Hebestreit bei "Sport im Osten“. "Es war aufgrund der Erwartungshaltung keine einfache Zeit für mich in Erfurt. Ich wurde immer kritisch beäugt", blickt Ziegner zurück. Diverse Zeitungen berichteten vor dem Pokalspiel über das Verhältnis zwischen Ziegner und Rot-Weiß. Das Foul war dann eine Art "Begrüßungsgeschenk". "Es war eine Geste herzlich willkommen im Steigerwald zu sagen", scherzt Hebestreit, der damals einfach nicht mit der Ziegner-Finte gerechnet hatte und den Mittelfeldstrategen so abräumte.

Hebestreit tippt auf ein 2:1

Die Szene ist längst ausgeräumt. "Die Situation war relativ zügig vergessen. Das gehört zum Fußball dazu. Ich hab gern mit Hebe zusammen gespielt", sagt Ziegner. Wenn sich die beiden Rivalen von einst heute bei Traditionsspielen treffen, unterhalten sie sich völlig normal miteinander und "haben ein freundschaftliches Verhältnis" (Ziegner). "Ich habe Zieges Weg immer verfolgt", erzählt Hebestreit. Während Ziegner als Trainer dem Fußball treu geblieben ist, arbeitet Hebestreit in einer Erfurter Firma und kümmert sich u.a. um die Beschaffung von Arbeitsmaterialen.

Beim Fußball ist der frühere Erfurter Fußballgott hauptsächlich Fan und als solcher sitzt er am Sonntag beim Derby im Stadion. "Ich tippe auf ein 2:1 für Erfurt und hoffe, dass die Mannschaft nicht so überpaist wie ich damals bei meinem Foulspiel", sagte der 47-Jährige, der insgesamt 99 Mal für Erfurt traf. "Montagearbeiter" Ziegner , der an freien Tagen nach Hause zur Familie nach Jena fährt, setzt natürlich auf seine Heimatstadt. "Mein Herz wird immer für Jena schlagen. Ich drücke total die Daumen, dass sie bis zum Schluss die Chancen haben werden aufzusteigen".

sst

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 18. September 2022 | 16:00 Uhr

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