Fußball DFB-Umfrage: So geht es dem Amateurfußball in Deutschland

Der Amateurfußball in Deutschland befindet sich nach wie vor im Lockdown und darf keine Spiele abhalten. Alle Amateurvereine sind davon betroffen. Dennoch - und das ist eines der zentralen Ergebnisse einer DFB-Umfrage - die Mehrheit der Befragten kehrt dem Amateurfußball nicht den Rücken.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat eine bundesweite Umfrage durchgeführt, um die Situation im deutschen Amateurfußball zu durchleuchten. Die übergeordnete Frage der Aktion lautet: Wie geht es dem Amateurfußball in Deutschland wirklich? Mehr als 100.000 Personen haben daran teilgenommen. Sie alle sind in irgend einer Form mit dem Amateurfußball verbunden, sei es als Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Vereinsmitarbeiter oder Elternteil.

Fehlender Amateurfußball reißt große Lücke

Das wichtigste Ergebnis vorweg - und das widerspricht der Angst vor einer möglichen Abkehr vom Amateurfußball durch Corona: 98 Prozent der Befragten vermissen den Amateurfußball. Und dabei geht es nicht nur um die Spiele an sich, sondern auch um das Gemeinschaftsgefühl. Dem schließt sich auch die überwältigende Mehrheit von jeweils mehr als 94 Prozent Ja-Stimmen unter Spieler, Trainern und Co. an, wenn es um die Frage geht, ob man nach dem Lockdown zum Amateurfußball zurückkehren wird. Das wird auch von der Zahl der Vereinsaustritte gestützt, die während der Pandemie nur in 22 Prozent der Fälle gestiegen ist.

Finanzprobleme und schwindende Fan-Verbundenheit

Die Verbundenheit zu den Vereinen hat dennoch spürbar gelitten: Vor Corona fühlten sich mehr als die Hälfte der Befragten "sehr eng" mit den Vereinen verbunden. Aktuell sind es nach DFB-Angaben nur noch 27 Prozent.

Für die Vereine ist vor allem die finanzielle Situation zu einer großen Herausforderung geworden. 61 Prozent der Befragten sagen, dass sich die Corona-Krise auf die Finanzlage ausgewirkt hat. Und davon sagen sogar nochmal 18 Prozent, dass die Belastung existenzbedrohend ist. Es geht dabei vor allem um die fehlenden Einnahmen aus dem laufenden Spielbetrieb (Eintritt, Catering) und die Einnahmen aus Vereinsveranstaltungen.

DFB-Logo vor Zentrale
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Hygienekonzepte und Stufenplan gefordert

Sollte es in absehbarer Zeit eine Rückkehr auf den Platz geben, was wäre dann besonders wichtig? Für die Umfrageteilnehmer geht es hier vor allem um zwei Punkte: Zum einen müssten Hygienekonzepte nach Ansicht von 66 Prozent der Befragten von den Vereinen umgesetzt werden, außerdem wird ein fester Stufenplan, was die Aufnahme von Trainings- bzw. Spielbetrieb betrifft, gefordert (61 Prozent). Bedenken, sich auf (11 Prozent) oder neben dem Feld (17 Prozent) mit Corona zu infizieren spielen hingegen nur bei den wenigsten eine Rolle.

Pressekonferenz des DFB 78 min
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ten/pm

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 08. März 2021 | 19:30 Uhr

4 Kommentare

Chemieschwein vor 38 Wochen

Doch.. auch von RB kam ein Spendenbeitrag in Höhe von ca 800€ an Chemie im Mai 2020, den man dankend an andere Vereine weiter reichte... Von DFB DFL kamen nur Bierhofs warme Worte, das er den Amateurbereich gar nicht kennt, was eher das desinteresse bezeugt ... Was aber eher im Interesse des DFB und der DFL liegt , sind die Begehrlichkeiten nach dem Nachwuchsspielern der Amateurvereine, denn Scouts und Berater der Profivereine haben derzeit nichts zum beobachten und "Plündern"

Thommi Tulpe vor 39 Wochen

Wow ... der DFB äußert sich mal zu den Problemen im Amateur-Fußball. Beachtung findet dieser normalerweise doch nur einmal im Jahr am "Tag der Amateure". Der MDR ist der einzige TV-Sender, welcher sich überhaupt der Regionalliga (Nordost) annimmt.

SitBull vor 39 Wochen

So ein Käse. Es geht um Sport machen und nicht um Sport zuschauen. Was interessiert einen aktiven Fußballer, Handballer, Basketballer, Schachspieler irgendein Soli für Quasi-Fußball-Profivereine, damit man da Zuschauen kann. Wir wollen einfach wieder selber Mannschaftssport betreiben. Dafür brauchen wir Null-Kohle. Es müssen einfach die Sportstätten wieder geöffnet werden. Von mir aus bezahlen wir die Tests dann selber.