Fußball | Energiekrise DFB-Vizepräsident Winkler fordert finanzielles Hilfsprogramm für die Vereine

DFB-Vize und NOFV-Präsident Hermann Winkler hat angesichts der Energiekrise Finanzhilfen von der Bundesregierung für Sportvereine gefordert. Einen Verzicht auf Flutlichtspiele in der Regionalliga lehnt er ab.

"Die Vereine haben Angst vor steigenden Energiekosten, aber brauchen die Flutlichtspiele, um den Spielplan zu schaffen", berichtet DFB-Vize und NOFV-Präsident Hermann Winkler am Dienstag (16. August) im MDR-Interview von großen Sorgen der Regionalliga-Vereine. Auch wenn der Stromverbrauch durch die Beleuchtung gar nicht so viel Energie verbrauche, wie Winkler anmerkt, sieht der DFB-Vize für dieses Dilemma nur eine Lösung: "Ich fordere von der Bundesregierung die Unterstützung unserer Sportvereine."

Hermann Winkler, NOFV Präsident
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Vereine müssen sich auf erhöhte Kosten einstellen

Sportvereine und Kommunen, die Sportstätten betreiben, werden in diesem Winter deutlich mehr als gewohnt für die Energie für Flutlicht, Heizung und den Betrieb der Duschen mit warmem Wasser bezahlen müssen. "Ich halte mich an das Verursacherprinzp", so Winkler. Für ihn ist "diese Energiekrise selbstverschuldet durch Deutschland, also muss der Bund hier handeln und eine Entlastung bringen."

Ich halte mich an das Verursacherprinzip. Diese Energiekrise ist selbstverschuldet durch Deutschland, also muss der Bund hier handeln und eine Entlastung bringen.

DFB-Vizepräsident Hermann Winkler

Winkler sieht geringes Sparpotenzial

Man sei gerne bereit, auch selbst zu sparen, so der Verbandsfunktionär, aber das sei unter anderem wegen des engen Spielplans in der Regionalliga und den Bedingungen im Winter nicht uneingeschränkt möglich. Zuletzt hatte Hubert Wolf, Präsident des ZFC-Meuselwitz, im MDR eine Beschränkung der Lux-Zahl der Flutlichtanlagen ins Spiel gebracht. Winkler dazu: "Ich warne davor, zu dunkel zu spielen. Das erhöht die Verletzungsgefahr."

ein Mann im Interview 6 min
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Verbände schreiben Brief an Scholz

Genaue Summen für die geforderte Entlastung kann Winkler noch nicht nennen. Die Gasrechnungen würden Vereine und Kommunen erst im kommenden Jahr erhalten, erklärt der NOFV-Boss. Um auf Basis einer Schätzung trotzdem mit Daten argumentieren zu können, führt der DFB bei den Vereinen aktuell eine Umfrage durch.

Die Entlastungsfoderungen wiederholte Vize Winkler gemeinsam mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und den 20 Kollegen an den Spitzen der Landesverbände auch in einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz, Innenministerin Nancy Faeser und Wirtschaftsminister Robert Habeck: "Die direkte Adressierung haben wir gewählt, weil letztlich die Bundespolitik entscheidet, was im Herbst auf den Sportplätzen passiert", erklärt Winkler. Diese Erfahrung habe man während der Corona-Pandemie gemacht.

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Der Chemnitzer FC ließ sich bei Energie Cottbus schnell und böse überraschen. Erst später kamen die Sachsen zurück, um am Ende den Nackenschlag zu kassieren. Das Video zum Spiel.

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https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-bericht-energie-cottbus-chemnitzerfc100.html

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Chemie Leipzig - Berliner AK
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 20. August 2022 | 14:00 Uhr

19 Kommentare

Andy Krisst vor 6 Wochen

Als CDU -Politiker fällt es Winkler natürlich leicht, von der jetzigen Bundesregierung Hilfen zu fordern. Ich finde, der Ansprechpartner sollte der DFB sein! Der hat, obwohl gemeinnütziger Verein, genug Kohle um Ausgleichszahlen an die wirklich bedürftigen Vereine zu zahlen.
Und während Otto Normalbürger zum sparen aufgefordert wird...sieht Winker bei den Vereinen keinen Handlungsbedarf, will auf Flutlichtspiele nicht verzichten.

Reisender vor 6 Wochen

Wenn ich lese, dass es ein Fehler war, uns von Russland „abhängig” zu machen, frage ich Dich, was denn die Alternative für die gesamte Zeit gewesen wäre? Abhängig machen von den USA oder Saudi-Arabien oder Namibia?
Der Standortvorteil der Deutschen Industrie war günstige Energieversorgung. Die geht jetzt langsam den Bach runter aber Du hast sicherlich eine Lösung parat, wie das zu verhindern gewesen wäre.
Und noch mal ,wie lange dauern die Kuba-Sanktionen der Amerikaner?
Sanktionen sind ein Schei.. und kommen meistens als Bumerang in irgend einer Form zurück.
Und noch was, wenn Macdoof oder Ähnliche ihre Läden schliessen , ist das kein Verlust. Dann benennen die Russen das Zeug anders und verkaufen es weiter. Die IT -Leute werden weltweit und schon immer gesucht, brauchst nur mal in der Ecke um Anaheim/Ca rumlaufen, da denkt man, man befindet sich in einer russischen Enklave. Das ist kein neues Phänomen.
Und nun zurück zum Thema, die kleinen Vereine werden die Zeche zahlen.

Chemmser vor 6 Wochen

Die Sanktionen treffen beide Seiten.
Auch wenn Russland es offiziell nicht zugeben will haben die Sanktionen bereits Russland wirtschaftlich geschadet.
Tausende Menschen in Russland haben bereits ihre Jobs verloren weil Firmen aus dem Westen ihre Tore zugesperrt haben.
Vor allem junge Menschen haben Russland verlassen vor allem aus dem IT Bereich.
Sanktionen brauchen immer eine Weile bis ihre Wirkung durchschlägt.
Je länger der Krieg geht desto teurer wird es für Russland.
Aber auch für uns denn wir haben den Fehler gemacht uns abhängig von Russland zu machen.
Aber die Politik wusste ja Jahrelang alles besser.
Und die Bürger baden es am Ende immer aus.

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