Fußball | Regionalliga Nordost Doppelt dezimierte Auerbacher bringen sich um den Lohn

5. Spieltag

Der VfB Auerbach hat bei der VSG Altglienicke eine bittere 1:2 (0:0)-Auswärtsniederlage hinnehmen müssen. Trotz Unterzahl hatten die Vogtländer vor knapp 200 Zuschauern im Berliner Jahn-Sportpark in der Schlusspase sogar einen möglichen Siegtreffer auf dem Fuß, ehe sie ein zweiter Platzverweis vollends um den Lohn für eine aufopferungsvolle Leistung brachte.

Auf zwei Positionen veränderte VfB-Trainer Sven Köhler seine erste Elf im Vergleich zur deutlichen 2:5-Heimschlappe drei Tage zuvor gegen Cottbus. Paul Horschig rutschte neben den nach vorn gezogenen Kapitän Marcel Schlosser ins zentrale Mittelfeld. Niclas Kubitz beackerte in der Viererkette den rechten Außenposten.

Stock vergibt die Führung und fliegt

Die Auerbacher kamen gut in die Partie. Altglienicke tat sich sichtbar schwer, die in 4-1-4-1-Formation auflaufenden, aggressiven Gästen in Verlegenheit zu bringen. Die Gelb-Schwarzen hatten vor allem bis zur 20 Minute auch offensiv durchaus mehr vom Spiel. Den ersten wirklichen Schreckmoment vereitelte VfB-Keeper Stefan Schmidt, nachdem Johannes Manske von Patrick Breitkreutz bedient worden war (30.).

Auf der anderen Seite traf Thomas Stock von halbrechts nach Paul Horschigs gutem Diagonalball nur das Außennetz (34.) - und musste knapp sieben Minuten später vorzeitig unter die Dusche nach einer Tätlichkeit an Altglienickes Tim Häußler (41.).

 Schiedsrichter Daniel Köppen zeigt Aleksandrs Guzlajevs (VfB Auerbach) die Rote Karte
Nach Tim Häußler sah auch Aleksandrs Guzlajevs die Rote Karte. Bildrechte: Matthias Koch

Guzlajev versagen zweimal die Nerven

Marc-Philipp Zimmermann vor Lukas Aigner
Einmal mehr traf VfB-Torjäger Marc-Philipp Zimmermann. Bildrechte: imago images/Picture Point

Mit deutlich mehr Zug als zuvor kamen die Berliner aus der Halbzeitpause - und zeigten erstmals ihre ganze Klasse, als Christian Skoda nach einem Pass durch die Gasse vor Schmidt eiskalt blieb (54.). Aber der VfB steckte auch diesen Rückschlag beeindruckend weg. Torjäger Marc-Philipp Zimmermann nutzte eine kurzzeitige Orientierungslosigkeit der VSG-Defensive, gewann energisch einen entscheidenden Pressschlag an der Strafraumgrenze, um dann sehenswert halbhoch links zu vollenden (55.).

Mit großer Leidenschaft, viel Geschick und etwas Glück überstand das dezimierte Köhler-Team in der Folge teils wütende Altglienicker Angriffe - und hatte dann den einen, von Youngster Yannic Voigt großartig vorbereiteten Riesen, um die VSG richtig zu schocken: Doch Aleksandrs Guzlajevs verzog aus bester Position (83.).

Es kam sogar noch dicker. Auch Guzlajevs sah nur Augenblicke später nach hartem Einsteigen die Ampelkarte, ehe Joker Tugay Uzan direkt darauf einen Querpass von links zum 2:1-Siegtor einschob (84./85.).

Das sagten die Trainer

Sven Köhler (Auerbach): "Das Normale is eingetreten, der Favorit hat gewonenn. Ich hättte mir gewünscht, die Partie natürlich mit Elf gegen Elf zu Ende zu spielen - da wäre es noch spannender geworden, als es eh schon war. Wir haben nach der Roten Karte mit unheimlich viel WiIlen und Leidenschaft verteidigt, machen sogar den Ausgleich, überstehen weitere gefährliche Situationen und vergeben dann die große Chance zum 2:1. Die zweite Rote Karte bricht dir dann das Genick. Für die Mannschaft tut es mir sehr leid."

Karsten Heine (Berlin): "Uns war klar, dass es ein schweres Brett werden würde. Und das ist dann auch passiert. Wir haben vor allem vor der Pazse suboptimal nach vorne gespielt, waren viel zu ungenau. Wir haben in der Halbzeit besprochen, dass wir Geduld brauchen, machen auch das 1:0 und bekommen dann auf fatale Art und Weise den Ausgleich. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir später bei dem Konter das 1:2 bekommen. Dennoch haben wir den Sieg errungen - solche Spiele musst du auch erstmal gewinnen."

Videos aus der Regionalliga

Pressekonferenz des Chemnitzer FC
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Sehen Sie hier die Pressekonferenz von Fußball-Drittligist Chemnitzer FC zum Insolvenzplan. Mit dabei waren Vorstandschefin Romy Polster und der Insolvenzanwalt Oliver Junghaenel.

Mo 26.10.2020 18:03Uhr 30:19 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-insolvenzplan-chemnitzer-fc-pressekonferenz-romy-polster-oliver-junghaenel-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 05. September 2020 | 16:30 Uhr

10 Kommentare

Auerbacher vor 7 Wochen

@Optik-Fan konnte leider nicht in RN dabei sein (Prag), werde mir von daher auch kein Urteil erlauben.
Euch auch alles gute für die Saison Gw zu den 4 Punkten. :-)

HVL-RN vor 7 Wochen

Es gibt immer sowas wie ausgleichende Gerechtigkeit. Letzte Woche konntet ihr noch ungestraft alles umsensen, was Beine hat, dieses Mal hats nicht geklappt und der Schiri hat durchgegriffen und konsequent den roten Karton gezeigt. Falls Du nicht dabei warst in RN: das war ziemlich exakt die gleiche Aktion, die bei uns noch als "feine Klinge" betitelt wurde. Da brauchst Du auch nicht jammern, das es gegen 14 (?! oha) Gegenspieler geht. Am Schiri lag es auch dieses Mal (nur) nicht: wer die Sportarten vertauscht, gehört nunmal bestraft und schwächt sein Team folgerichtig, sonst wäre das bestimmt anders ausgegangen. Aber jetzt bitte nicht falsch verstehen: ihr seid noch einer der wenigen "gesunden" und sympathischeren Vereine ohne spinnerten Größenwahn und finanziellen Harakiri! Viel Glück für die Saison.

Auerbacher vor 7 Wochen

Wer nicht dabei war sollte ruhig sein @Andy!
Es war eine sehr gute Leistung gg einen Aufstiegsaspiranten!
Aber gg z.T. 14 Gegenspieler keine Chance..
Das Auftreten war eine gute Reaktion auf das CB Spiel und macht definitiv Mut für die kommenden Aufgaben! Sport frei