ZFC Meuselwitz - 1. FC Lokomotive Leipzig , Im Bild: Rudelbildung auf dem Spielfeld um Schiedsrichter Johannes Schipke.
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Fußball Faktencheck vor dem Start der Regionalliga Nordost

Am 26. Juli startet die Regionalliga-Saison mit einigen Änderungen. Der Staffelsieger ist nicht automatisch Aufsteiger, die Zahl der Absteiger wird begrenzt. Wer sind die großen Favoriten, wer die krassesten Außenseiter? Wie heißen die spektakulärsten Neuzugänge? Hier finden Sie alle Fakten rund um die Nordost-Staffel.

ZFC Meuselwitz - 1. FC Lokomotive Leipzig , Im Bild: Rudelbildung auf dem Spielfeld um Schiedsrichter Johannes Schipke.
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Hier gibt es alle wichtigen Fakten in der Übersicht

Pascal Pannier
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So läuft die Saison 2019/20 ab

So läuft die Saison 2019/20 ab

Bereits am letzten Juli-Wochenende heißt es für die 18 Vertreter der Regionalliga Nordost: Es wird ernst und geht wieder um wichtig Punkte. Am 26. Juli eröffnet der 1. FC Lok Leipzig die Saison mit einem Heimspiel gegen Hertha BSC II. Auf die Teams wartet gleich eine "Englische Woche". Auch Ende August ist noch ein Mittwochs-Spieltag vorgesehen, um Luft für eventuelle Nachholspiele zu bekommen.

Die letzten geplanten Punktspiele vor der Winterpause sollen am dritten Dezember-Wochenende über die Bühne gehen. Potentielle Nachholspiele sind sogar für kurz vor Weihnachten vorgesehen. Somit werden die Regionalligisten bereits 19 Punktspiele vor der großen Pause absolviert haben. So das Wetter mitspielt, wird Anfang Februar 2020 bereits wieder angepfiffen. Am 16. Mai steht der letzte Spieltag an, zwischen dem 20. und 27. Mai sind die Aufstiegsspiele terminiert.

Loskugeln liegen in einem gläsernen Lostopf
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Auf- und Abstiegsregelung

Auf- und Abstiegsregelung

Nachdem der Chemnitzer FC in der abgelaufenen Saison als Staffelsieger der Regionalliga Nordost direkt in die 3. Liga spazieren durfte, wird es in der kommenden Spielzeit wieder Aufstiegsspiele geben. In der Spielzeit 2019/20 muss der Meister des Nordostens gegen den Sieger der Weststaffel antreten.

Auch die Abstiegsfrage ist durch den Nordostdeutschen Fußball-Verband bereits geregelt. Fest steht: Es wird nicht mehr als vier Absteiger in die Oberligen geben. Heißt auch, dass es bei den für die Ostvereine schlimmsten Szenarien (1 Aufsteiger, vier Absteiger aus der 3. Liga & kein Aufsteiger, drei oder vier Absteiger aus der 3. Liga) eine Aufstockung der Nordost-Staffel auf 19 Teams geben wird. Im für die Regionalligisten günstigsten Fall (Aufsteiger und kein Absteiger aus der 3. Liga) wird es lediglich einen Absteiger aus der vierten Liga geben.

 Claus Dieter Wollitz
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Die Favoriten I

Die Favoriten I

Trotz des großen Aderlasses zählt Drittliga-Absteiger FC Energie Cottbus zu den heißesten Kandidaten für den ersten Platz. Die Lausitzer konnten immerhin Trainer Claus-Dieter Wollitz halten. Mit ihm war 2018 die Rückkehr in die 3. Liga gelungen, am Ende fehlte Energie nur ein Tor zum Klassenerhalt in der höchsten Spielklasse des DFB. Allerdings verließ mit Co-Trainer Frank Eulberg (ging nach Braunschweig) ein erfahrener Mann die Lausitzer.

Drei wichtige Personalsignale: Altmeister Dimitar Rangelov bleibt den Lausitzern genauso wie Drittliga-Rekordspieler Robert Müller (314 Einsätze) und Kevin Weidlich auch in der vierten Liga treu. Ob die übrigen Neuen die schmerzhaften Abgänge wie Streli Mamba (Paderborn), Jürgen Gjasula (Magdeburg), Fabio Viteritti (Zwickau), José Matuwila (Kaiserslautern) oder Marcelo Freitas (Chemnnitz) kompensieren können, ist jedoch unklar.

1.FC Lokomotive Leipzig vs. FSV Wacker 90 Nordhausen. , Im Bild v.l.: Trainer Björn Joppe (Lok, Teamchef) begrüßt Trainer Heiko Scholz ( Nordhausen).
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Die Favoriten II

Die Favoriten II

Aus Mitteldeutschland gesellen sich mit Wacker Nordhausen und dem 1. FC Lok Leipzig zwei Teams dazu, die zumindest den Anspruch haben, um den Regionalliga-Titel mitzuspielen. Nordhausen gehört seit Jahren zu den Favoriten auf den Platz an der Sonne. Mit Jan Löhmannsröben wurde ein drittliga-gestählter Profi für das Mittelfeld geholt.

Zudem schlossen sich die in Halberstadt überzeugenden Keeper Fabian Guderitz und Philipp Blume (Abwehr) den Vorharzern an. Bei Lok Leipzig sind die Erwartungen immer hoch. Der erfahrene Fußballlehrer Wolfgang Wolf verantwortet seit Anfang Juni als Sportdirektor die Kaderplanung. Sechs Neuzugänge (u.a. Stephané Mvibudulu, Aykut Soyak, Romario Hajrulla) erhöhen die Qualität. Allerdings schmerzen insbesondere der Abgang von Mittelfeldramme Ryan Malone (Lübeck) sowie die langwierigen Verletzungen von Stammkeeper Benjamin Kirsten und Torjäger Matthias Steinborn.

Thomas Brdaric
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Die Favoriten III

Die Favoriten III

Ob der FC Rot-Weiß Erfurt ebenfalls eine Rolle ganz oben spielen kann, bleibt abzuwarten. Zumindest haben sich die Thüringer mit Selim Aydemir, Lucas Surek oder Sinisa Veselinovic ganz ordentlich verstärkt. Nicht zu verachten sind zudem die Hauptstadt-Klubs Hertha BSC II und Berliner AK. Beide haben wie in den Vorjahren gute Chancen auf den begehrten Platz.

 Ingo Kahlisch und Leon Hellwig
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Die großen Außenseiter

Die großen Außenseiter

Auch in dieser Saison sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionalliga-Vertretern wieder groß. Mit dem SV Lichtenberg 47 und der BSG Chemie Leipzig sind zwei Amateurmannschaften in die Nordost-Staffel aufgestiegen. Beide werden sicher genauso in den unteren Regionen beheimatet sein wie auch Optik Rathenow. Dort wird unter Kulttrainer Ingo Kahlisch Amateurfußball in seiner Reinform praktiziert.

Kaum anders stellt sich die Situation beim Bischofswerdaer FV dar, der die Oberlausitzer Fahne hochhält. Auch für Schiebock wird es nur um den Klassenerhalt gehen. Schwer einzuschätzen sind der BFC Dynamo, SV Babelsberg und die VSG Altglienicke ebenso wie Germania Halberstadt, wo ein großer personeller Umbruch stattfand. Der VfB Auerbach – mit Neuzugang Marcel Baude – und der ZFC Meuselwitz scheinen so gefestigt, dass sie mit dem Abstieg nichts zu tun haben dürften.

Karsten Heine
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Trainerwechsel der Liga

Trainerwechsel der Liga

Gleich sieben Teams gehen mit einem neuen Trainer in die Spielzeit. Besonders groß ist die Rotation in Berlin, wo gleich vier neue Gesichter auf der Bank zu sehen sein werden. Bei Hertha BSC II übernimmt Andreas Neuendorf, nachdem Ante Covic neuer Cheftrainer des Bundesligisten wurde.

Auch Viktoria Berlin (Benedetto Muzzicato), die VSG Altglienicke (Karsten Heine) und der BFC Dynamo (Christian Benbennek) haben neue Verantwortliche an der Seitenlinie. Bei Union Fürstenwalde heuerte zum mittlerweile dritten Mal Matthias Maucksch an, bei Germania Halberstadt übernahm Sven Körner für Maximilian Dentz, der um Vertragsauflösung gebeten hatte.

Jan Löhmannsröben
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Spektakuläre Neuzugänge

Spektakuläre Neuzugänge

Die ganz großen Kracher sind bisher noch nicht verpflichtet worden. Jan Löhmannsröben gehört sicher zu den namhaftesten Wechseln, der Mittelfeldmann kommt vom 1. FC Kaiserslautern zu Wacker Nordhausen. Dort hatte er von 2012 bis 2015 bereits gespielt, bevor es ihn zum 1. FC Magdeburg und dem FC Carl Zeiss Jena verschlagen hatte.

Selim Aydemir ist in Mitteldeutschland auch ein bekanntes Gesicht. Der 28-Jährige kehrte nach Ausflügen nach Bosnien und in die Türkei zurück und versucht sein Glück nun beim FC Rot-Weiß Erfurt. Aydemir hatte beim Halleschen FC und dem Chemnitzer FC bereits 3. Liga gespielt.

Viktoria Berlin – offenbar finanziell neu erstarkt nach Insolvenz im vergangenen Dezember – holte derweil Christoph Menz zurück. Der Defensivmann hatte Viktoria im vergangenen Winter nach nur einem halben Jahr noch Richtung Braunschweig verlassen. Früher kickte Menz 270 Mal in der 2. und 3. Liga - unter anderem bei Union Berlin, Dynamo Dresden oder dem FC Rot-Weiß Erfurt.

Bei der BSG Chemie Leipzig wird Benjamin Bellot um den Stammplatz im Tor kämpfen. Der 28-Jährige, der als Jugendspieler seine ersten Schritte im Alfred-Kunze-Sportpark machte, kickte dann viele Jahre bei RB Leipzig und kommt nun von Bröndby Kopenhagen zurück ins Leutzscher Holz.

Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig-Leutzsch
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Heißeste Duelle

Heißeste Duelle

Die Leipziger Fußballfans freuen sich natürlich wieder auf das ewig junge Duell der beiden Traditionsvereine 1. FC Lok und Aufsteiger BSG Chemie. Das Hinspiel steigt (vorläufig) am 6. Oktober in Leutzsch, das Rückspiel dann (vorläufig) am 5. April 2020 in Probstheida. Aber auch die Rückkehr von Energie Cottbus sorgt für einige attraktive Partien, die sicher viele Fans in ihren Bann ziehen werden.

Einige Duelle im Überblick:

2. Spieltag: FC Rot-Weiß Erfurt – 1. FC Lok Leipzig
3. Spieltag: Energie Cottbus – FC Rot-Weiß Erfurt
4. Spieltag: 1. FC Lok Leipzig – Energie Cottbus
8. Spieltag: FC Rot-Weiß Erfurt – BFC Dynamo
9. Spieltag: Wacker Nordhausen – FC Rot-Weiß Erfurt
9. Spieltag: BFC Dynamo – 1. FC Lok Leipzig
10. Spieltag: Energie Cottbus – BFC Dynamo
10. Spieltag: 1. FC Lok Leipzig – Wacker Nordhausen
11. Spieltag: BSG Chemie Leipzig – 1. FC Lok Leipzig
11. Spieltag: Wacker Nordhausen – Energie Cottbus

Jose-Junior Matuwila erzielt per Kopf ein Tor
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Die Zuschauer-Magneten

Die Zuschauer-Magneten

Die meisten Fans pilgerten in der abgelaufenen Saison zum Chemnitzer FC (Schnitt knapp 5.000). Der FC Rot-Weiß Erfurt und der 1. FC Lok Leipzig schafften es über die 3.000er-Marke.

In dieser Spielzeit kommen mit Energie Cottbus (2018/19: 7.500 Fans im Schnitt) und der BSG Chemie Leipzig (2018/19 2.800 Fans im Schnitt) zwei Teams mit großem Fanpotenzial hinzu. Davon dürften auch die Vereine profitieren, auf deren Plätze normalerweise nur wenige hundert Anhänger pilgern.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. Juli 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2019, 08:56 Uhr

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