Fußball | Regionalliga Nordost Jena düpiert Hertha II und feiert ersten Saisonsieg

5. Spieltag

Der FC Carl Zeiss Jena hat am 5. Spieltag den ersten Erfolg in der Regionalliga gefeiert. Gegen Hertha BSC II setzte sich das Team von Dirk Kunert verdient mit 3:0 (2:0) durch. Dabei überzeugte der FCC nicht nur auf spielerischer Ebene, sondern profitierte auch von einem Platzverweis für die Gäste.

Nach zuletzt zwei Unentschieden in Folge stellt Jenas Trainer Dirk Kunert seine Mannschaft auf einer Position um: Niclas Fiedler nahm zunächst auf der Bank Platz, für ihn rotierte Vasileios Dedidis ins Sturmzentrum. Der vom Hamburger SV umworbene Maximilian Rohr stand erneut nicht im Kader.

Verkamp und Dedidis knipsen - Gurschke fliegt

Vor 1.256 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld begannen die Hausherren mutig und pressten den Gegner früh in dessen eigene Hälfte. Klare Torchancen sprangen in der Anfangsviertelstunde jedoch auf keiner Seite heraus. Nach 19 Minuten brandete aber zum ersten Mal Jubel auf den Rängen auf: Maximilian Oesterhelweg setzte Kevin Wolf mit einem klasse Diagonalball im rechten Strafraum in Szene. Der legte die Kugel mit einem einzigen Kontakt quer zu Pasqual Verkamp, der den Ball kompromisslos im Kasten versenkte. Die Führung gab dem FCC Auftrieb. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld tankte sich Verkamp auf dem linken Flügel durch und flankte in den Sechzehner. Dort entwischte Dedidis seinem Bewacher und köpfte zum 2:0 ein (27.). Die Hertha-Bubis hatten weiter Mühe ins Spiel zu kommen und mussten in der 42. Minute den nächsten Nackenschlag hinnehmen: Verkamp lief frei auf das Gehäuse von Florian Palmowski zu – Maximilian Gurschke zog das Foul und flog glatt mit Rot vom Feld.

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Vasileios Dedidis jubelt nach seinem Treffer zum 2:0. Bildrechte: Sport im Osten

Slapstick-Eigentor - Sedlak zeichnet sich aus

Nach der Pause kamen die Gäste mit etwas mehr Schwung aus der Kabine und hätten nach einer knappen Stunde beinah den Anschlusstreffer erzielt. Nach einem Freistoß setzte sich Florian Baak im Strafraum gut durch, köpfte das Spielgerät aber knapp neben den rechten Pfosten (59.). Jena tat sich in dieser Phase des Spiels trotz Überzahl schwer und hatte mit dem Berliner Angriffspressing seine liebe Mühe. So auch in der 74. Minute als Dennis Slamar gerade noch vor dem einschussbereiten Muhammed Kiprit klären konnte. Zehn Minuten vor Schluss machte der FCC dann aber mit freundlicher Unterstützung der Gäste den Deckel drauf. Sonny Ziemer überraschte Palmowski mit einem Rückpass, den konnte der Hertha-Keeper nicht kontrollieren, sodass der Ball ins leere Tor kullerte. Kurz vor Schluss durfte sich auf der Gegenseite dann auch FCC-Torwart Lukas Sedlak auszeichnen, der einen Strafstoß von Kiprit klasse parierte.  

Werder Bremen wartet im DFB-Pokal

Durch den ersten Saisonsieg macht der FCC einen ordentlichen Sprung in der Tabelle und rangiert vorerst mit sechs Punkten auf Platz 10. In zwei Wochen steht für die Thüringer dann die Auswärtsreise zum Berliner AK auf dem Programm (19. September). Eine Woche zuvor gastiert der SV Werder Bremen im Rahmen der ersten Runde des DFB-Pokals im Ernst-Abbe-Sportfeld (12. September).

Das sagten die Trainer

Andreas "Zecke" Neuendorf (Berlin): "Wir kamen gut in die Partie, blieben ruhig und ließen den Ball laufen. Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert. Es war klar, dass einer jungen Mannschaft Fehler unterlaufen können. Es fühlt sich nicht nach 0:3 an, das Ergebnis fiel zu hoch aus. Die Gegentore fielen zu einfach. Auch das Eigentor. Die Idee des Torhüters ist nicht aufgegangen. Hätten wir die zwei Hochkaräter nach der Pause gemacht, hätte es nochmal spannend werden können. Glückwunsch an Jena!"

Dirk Kunert (Jena): "Die Erleichterung ist groß. Wir haben davor keine schlechten Spiele gemacht und zuhause zwei Mal Unentschieden gespielt. Es war wichtig, dass wir auch mal zu null gespielt haben. Wir wollten vor allem besser im Umkehrspiel sein, haben insgesamt aber nicht unser bestes Spiel gemacht. Wir haben die Fehler aber ausgenutzt und unsere Tore gemacht. Hertha ist eine gute Mannschaft, deshalb sind wir froh und können nun durchatmen. Erst mit dem 3:0 war die Entscheidung klar. Wir waren im Ballbesitz nicht ganz so sauber wie sonst. Der Sieg war aber nie in Gefahr, weil wir dann nichts mehr zugelassen haben."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 05. September 2020 | 16:30 Uhr

12 Kommentare

megaboss vor 7 Wochen

Danke Wicky, leider gibt es viel zu wenig ehrliche und objektive Fans.
Wir wollen uns dazu zählen in dieser doch so traurigen Coronakriese und ein nettes Wort kann viel bewirken und kostet keinen Cent.
Bleib sowie du bist und immer faire Rivalität.

B.S.B. vor 7 Wochen

Also,fußballerisch sieht das schon gut aus,obwohl man sieht,dass das die Mannschaft noch nicht 90 Minuten halten kann.Meiner Meinung nach war das in Halbzeit 2 zu wenig,bei beruhigender Führung und einen Mann mehr.Aber man sieht einen Plan,hat Geschwindigkeit nach vorn mit den Eigengewächsen Fiedler und Dededis.Das war ja letztes Jahr nullkommanull da! Sicherlich muss man hier bedenken,dass man eine Liga tiefer spielt,obwohl man sagen muss,dass das Niveau in dieser Liga ganz stark ist für eine vierte Liga. Vor allen Fürstenwalde überrascht mit absoluter Gewinnermentalität und sehr gutem Fussball auch im taktischen Bereich.Also,ich glaube nicht, dass dem Tobi Werner zusammen mit der Trainerschaft reingeredet wird,denn,wäre sowas im Vorfeld nicht geklärt wurden,hätte der Tobi nicht unterschrieben.Eins ist fakt;dieser Mann mit blau-gelb-weissem Blut in den Adern bei seiner Bundesligaerfahrung ist ein Glücksgriff für den Verein.Man sollte ihn nur machen lassen.

Tomsen vor 7 Wochen

Im großen und ganzen stimme ich dir zu, aber Stolperfuß Rohr (einer der größten Versager der letzten Saison) eine Führungsrolle anzubieten, das geht zu weit. Verstehe da auch Werner nicht, der sagt es wäre der beste Mann. Rohr würde ich dem HSV schenken, damit er endlich weg ist. Für sein Gehalt kann man sich bestimmt noch nen guten Spieler leisten.