Prof.Dr. Dirk Esser im Gespräch mit Insolvenzverwalter Volker Reinhardt
Rot-Weiß Erfurts Insolvenzverwalter Volker Reinhardt (Archiv) Bildrechte: imago/Karina Hessland

Fußball | Regionalliga Fünf Unterstützer sichern Rot-Weiß Erfurt den Spielbetrieb

Der FC Rot-Weiß Erfurt stand vor dem Aus, doch der Regionalligist spielt vorerst weiter. Die Frage ist nur: Wie lange noch? Insolvenzverwalter Volker Reinhardt hat am Donnerstag (08.11.2018) auf einer Pressekonferenz Auskunft gegeben.

Prof.Dr. Dirk Esser im Gespräch mit Insolvenzverwalter Volker Reinhardt
Rot-Weiß Erfurts Insolvenzverwalter Volker Reinhardt (Archiv) Bildrechte: imago/Karina Hessland

Reinhardt: Es gibt zahlreiche Gespräche

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt begann die PK mit einer positiven Botschaft: "Meinen Job habe ich immer so versanden, Rot-Weiß Erfurt fortzuführen und auf sichere Füße zu stellen. Das ist nach wie vor meine Absicht. Jetzt kann das gelingen." Fünf Unterstützer sichern ihm zufolge den Spielbetrieb bis Jahresende. Über diese Überbrückung sagte Reinhardt: "Wir haben uns damit Zeit erkauft, die Ausgliederung umzusetzen. Es wird nur mit der Unterstützung von Investoren gelingen, Rot-Weiß Erfurt in den sicheren Hafen zu bringen." Es gäbe zahlreiche Gespräche. Die Signale die er erhalte, seien vielversprechend, so Reinhardt.

Ausgliederung geplant

Dem Insolvenzverwalter zufolge ist für die geplante Ausgliederung der ersten Mannschaft wegen der Insolvenz kein Mitgliedervotum erforderlich. Allerdings wolle Reinhardt die Mitglieder "einbeziehen und informieren". Möglich wäre eine Kommanditgesellschaft auf Aktien oder eine GmbH und Co. KG. Dabei ließ er offen, ob die Ausgliederung noch in diesem Jahr machbar sei.

"Drittliga-Dino" hatte kein positives Image

Wer neben Ehrenpräsident Klaus Neumann zur Unterstützergruppe gehört, konnte Insolvenzverwalter Reinhardt nicht bekannt geben. Er erklärte: "Wir sind in einem frühen Stadium und haben gegenseitige Verschwiegenheit vereinbart. Ich kann nur bestätigen, dass Herr Neumann hier aktiv mitwirkt."

Reinhardt zufolge war Sponsorenpflege vor seiner Zeit so mangelhaft, dass die Thüringer nun erhebliche Probleme haben, Unterstützer zu finden. Ex-Präsident Rolf Rombach, wie Reinhardt im Hauptberuf Insolvenzverwalter, hatte den Verein zum "Drittliga-Dino" gemacht, aber finanziell keine tragfähige Zukunft aufbauen können. Immer wieder gab es finanzielle Sorgen. Reinhardt sagte: "Die Probleme Sponsoren zu finden, hängt ein stückweit mit der Vergangenheit des FC Rot-Weiß Erfurt zusammen. Man hat es versäumt, sich ein positives Image zu verschaffen und eine dauerhaft Verbindung zu den Sponsoren zu erhalten." Er schob nach: "Meine Hoffnung ist, dass da eine Belebung reinkommt." Als er kam, habe er einen "komplett desaströsen Verein" vorgefunden. Man habe Strukturen neu aufbauen müssen.

Präsident Rolf Rombach (RWE)
Ex-Präsident Rolf Rombach (Archiv). Bildrechte: IMAGO

Das Insolvenzverfahren ist am 13. März eröffnet worden. Nun galt es, eine Liquiditätslücke von etwa 130.000 Euro zu schließen. Dass es vergleichsweise früh in der Regionalliga-Saison neue finanzielle Sorgen gegeben hatte, erklärte Reinhardt mit den Worten: "Wir haben Anfang der Saison eine sehr seriöse Planung aufgestellt, die sehr konservativ war. Die Erwartungen sind nicht so eingetreten. Große Sponsoren haben sich doch zurückgehalten."

Rechtstreits mit Traub und Emmerling noch nicht beigelegt

Für den Fall, dass Rot-Weiß Erfurt Rechtsstreits mit mehreren ehemaligen Mitarbeitern verlöre, wäre der Verein vorbereitet. Reinhardt erklärte: "Wir haben Rückstellungen in unserer Planung gebildet." Der Klub hatte sich von Ex-Sportmanager Torsten Traub (unbefristeter Vertrag) und Trainer Stefan Emmerling (Vertrag bis 2019) trennen wollen.

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt
Insolvenzverwalter Volker Reinhardt Bildrechte: Karina Hessland-Wissel

Erfurt gegen Babelsberg im MDR-Livestream geplant

Da der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann, zeigen wir die Regionalliga-Partie im Livestream. Anpfiff im Steigerwaldstadion ist am Freitag (9.11.2018) um 19:00 Uhr.

mkö

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2018, 14:50 Uhr

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59 Kommentare

09.11.2018 20:04 Aufpasser der Richtige 59

Ach so @70 das erklärt natürlich alles auch das Desaster bei RWE. Lächerlich

09.11.2018 18:50 Spooky1983 58

Kleiner Nachtrag....

Ich sympathisiere, mit Sicherheit, nicht mit dem RWE und zu großen Teilen auch nicht mit der aktuellen Fanszene.
Mir ist aber dennoch bewusst, was es bedeutet den Verein zu verlieren.
Sicher, es geht nur um Fußball.
Bleibt trotzdem sachlich und fair.
Für angebliche Steuerverschwendungen und ähnliches, können die fehlfarbenen ;-) Fans am wenigsten.
Mensch sein und Mensch bleiben.

09.11.2018 18:27 70er 57

@AufpasserdR, Daß es überhaupt zur Titanic-Katastrophe kam, lag nicht am Schiff, sondern den Idioten, die sie befehligten. Noch Fragen?

09.11.2018 18:27 Spooky1983 56

Grüße an Svenner und wicky.
Viel Glück und Erfolg auch weiterhin.
Wer hat, der kann.
Mitleid gibt es umsonst, Neid muss man sich verdienen.
Weimar West wurde eine neue Chance gegeben und gut.
An alle, kehrt vor der eigenen Tür, dort sammelt sich genug Unrat.
Wer in dieser Zeit ohne Sünde lebt, werfe den ersten Stein.
Jeder Verein im Osten kann sein Liedchen singen, von Präsidenten , Sportdirektoren usw...
Weder Häme, noch Spott.
BGW Grüße

09.11.2018 17:31 Aufpasser der Richtige 55

Doch doch ich weiß die Leute auf der Titanic wahren auch mit Herzblut dabei , genützt hat es aber nix.

09.11.2018 17:01 70er 54

Totgesagte leben länger. Die SGD hat es vorgemacht. Zweimal war der Verein klinisch tot. Inzwischen schreibt man schwarze Zahlen. Straffe Finanzplanung und ein Glaube, der Berge versetzt: Warum soll das in Erfurt nicht auch möglich sein? Wer kann des besser verkörpern, als ehemalige Rot-Weiße? Holt euch Leute mit Enthusiasmus an Bord, die ihr rot-weißes Herz an der richtigen Stelle statt €-Zeichen auf ihren Brillengläsern tragen. Das ist ein kleiner, aber der einzig richtige Anfang.

09.11.2018 16:17 Mitleser 53

@50:

Selten so ein Blödsinn gelesen. Schauen Sie auch mal über ihr geschriebenes bevor Sie abschicken? Eine Insolvenzverschleppung während einer Insolvenz? Hä? Klar.

Manche Menschen möchte man einfach nur noch das Brett reichen auf das sie ihren Kopf hauen damit sie wissen was für Müll manche von sich geben!

09.11.2018 15:20 wicky 67 52

@46:Helge:
Jeder User, welcher hier seine ganz eigene Meinung schreibt und diese auch vertritt, schreibt aus seinen eigenen Beweggründen heraus seine Beiträge generell nur subjektiv. Würde man stets objektiv schreiben, hieße das, daß man immer nur der Mehrheit anderer Usermeinungen Recht geben würde. Natürlich habe ich auch schon sehr oft einzelnen Usern Recht gegeben, wenn ich deren Beiträge als sehr kreativ empfand. Also ich bin nicht mehr und weniger subjektiv als alle anderen User auch! In ihrem Beitrag @45 wünschen Sie sich doch auch die Ausgliederung der Mannschaft. Deshalb wundert mich ihr letztes Zitat im Beitrag @46. Da besteht doch ein Widerspruch zu @45(?)
Aber gut nun. Jedenfalls glaube ich, daß diese Ausgliederung für RWE unumgänglich sein wird. Ansonsten wird dieses Spielchen mit den ständig neu anwachsenden Schulden solange weitergehen, bis die Lichter endgültig ausgehen. Sie werden sehen, daß die Zuschauerzahlen auch mit chinesischer Hilfe wieder steigen werden!!! ;-)

09.11.2018 14:04 wicky 67 51

Und wer glaubt, daß der User @Aufpasser ein Fußball-Fan ist, welcher die Bedeutung des Wörtchens Herzblut richtig zu deuten weiß, der glaubt auch noch daran, daß der Osterhase seine Eier selber legt........

09.11.2018 11:52 Torsten Schulz 50

Ich bin ja wirklich ein Verfechter des Ostdeutschen Fußballs damit es wieder vorwärts geht! Aber was Erfurt da macht ist nicht gut für die Mannschaft und das ganze drum herum!
Zieht euch am Jahresende vom Spielbetrieb zurück und fangt In der Kreisklasse von vorne an!
Alles andere zählt für mich nur unter Insolvenzverschleppung!5