Fußball | Regionalliga VfB Auerbach - BSG Chemie Leipzig: Duell der Torjäger

Der eine hat gerade so viele Treffer erzielt, dass man glaubt, man hätte sich verhört - der andere schlug ein wie eine "Bombe". Die Regionalliga-Partie VfB Auerbach gegen Chemie Leipzig (Samstag, 13:30 Uhr) ist das Duell zweier Goalgetter.

Marc-Philipp Zimmermann (VfB Auerbach)
Auerbachs Trainer Sven Köhler (li.) und Torjäger Marc-Philipp Zimmermann Bildrechte: imago images / opokupix

Zuletzt mussten beide im Sachsenpokal ran - und bestanden ihre Aufgaben problemlos. Eine B-Elf von Chemie Leipzig gewann im Vogtland bei Siebtligist Reichenbacher FC 4:0 (3:0), der VfB Auerbacher machte es bei einem anderen Siebtligisten, der SG Weixdorf im Norden von Dresden, noch viel klarer und kam sogar zu einem 11:0 (2:0).

Zimmermann: Sieben (!) in einer Partie

Brach Torjäger Marc-Philipp Zimmermann schon vor der Pause den Bann (21.) und stellte dann auch die Weichen zum Weiterkommen (42.), so war der 30-Jährige in der zweiten Hälfte dann überhaupt nicht mehr zu halten. Ein Fünferpack kam dazu. Sieben Tore in einem Spiel - damit wäre er in den Rekordlisten der Bundesliga und der guten, alten DDR-Oberliga jetzt ganz vorne. Dort schafften Achim Streich und Dieter Müller "nur" jeweils sechs Tore in einem Spiel.

Der gebürtige Spremberger, der als Polizist arbeitet und den Fußball als schönes Hobby betreibt, kam 2017 vom FSV Zwickau und war auch schon in Jena, Plauen und Cottbus. Auch in der Regionalliga ist er derzeit kaum zu halten: Zehn Treffer in neun Partien stehen zu Buche - "Zimbo" als Lebensversicherung des VfB. Für die deutsche U18-Nationalmannschaft hat er übrigens auch schon geknipst. Beim 4:0 im Jahr 2007 gegen Irland war sein Sturmparter der spätere Dresdner Alexander Esswein, in der Abwehr stand der heutige A-Nationalspieler Sebastian Rudy. Insgesamt kommt Zimmermann auf 162 Tore in 383 Spielen. Verwandte kennt er auf dem Platz keine, wie sechs Rote Karten, eine Gelb-Rote Hinausstellung und 86 Gelbe Karten beweisen.

Marc-Philipp Zimmermann (VfB Auerbach, 33) mit Torjubel
Marc-Philipp Zimmermann hat in seiner Karriere schon häufig gejubelt. Bildrechte: imago/foto2press

Im Schatten von Zimmermann hat Auerbach außerdem noch ein großes Nachwuchstalent zu bieten. Der erst 17-jährige Yannic Voigt hat schon acht Saisonspiele mit sechs Scorerpunkten auf dem Konto. Der Flügelflitzer, der in der vergangenen Saison nur in der dritthöchsten A-Junioren-Klasse aktiv war, ist der Shooting-Star bei den Vogtländern.

Mvibudulu: Wechsel in der Stadt lohnte sich

Ähnliches kann Stephane Mvibudulu von sich behaupten. Mit der "Empfehlung" von nur einem Treffer vergangene Saison bei Stadtrivale 1. FC Lok Leipzig kam der Angreifer nach Leutzsch - und schlug dort sofort ein. Der 27-Jährige ist mit vier Treffern und drei Vorlagen ein wichtiger Faktor für den guten Saisonstart der BSG. Im Sachsen-Pokal wurde der Offensivmann, der 2015 neun Zweitliga-Spiele für 1860 München bestritt, geschont.

v.l.: Stephane Mvibudulu 14, Chemie, Tobias Francisco 31, Luckenwalde und Torwart Andre Thoms 1, Luckenwalde.
Gegen Luckenwalde traf Mvibudulu (li.) den Pfosten Bildrechte: imago images / Picture Point

Sachsenpokal-Halbfinale entschied Chemie für sich

Die Partie am Samstag (13:30 Uhr/Live-Ticker in der SpiO-App) ist das Aufeinandertreffen zweier Teams mit einem guten bzw. ordentlichen Saisonstart. Der Vierte Chemie tritt beim Tabellendreizehnten Auerbach an. So ist der Stand vor dem 10. Spieltag.

Fans von Chemie Leipzig
Die Chemie-Fans pilgerten 2018 ins Vogtland Bildrechte: Picture Point

Oft sind sich beide Klubs in den vergangenen Jahren nicht begegnet. Nur vier Aufeinandertreffen stehen zu Buche. Während sich Chemie in der abgebrochenen vergangenen Saison zuhause 2:0 durchsetzen konnte, endeten die drei Spiele 2017/2018 jeweils mit einem Sieg für den VfB, einem Remis und einem Erfolg für die BSG. Der fiel dann aber in die Rubrik "besonders wertvoll". Durch ein 1:0 in Auerbach erreichte Leipzig das Sachsenpokal-Endspiel vor eigener Kulisse, wo dann auch noch Außenseiter Neugersdorf geschlagen wurde, und am Ende nicht nur der Landespokal-Triumph, sondern auch noch der Einzug in den DFB-Pokal stand.

cke

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 17. Oktober 2020 | 16:30 Uhr