Fußball | Regionalliga Germania-Präsident: Kein Geld für solche Machenschaften

Entweder es ist für Germania Halberstadt eine Werbekampagne oder es bleibt ein übler Schandfleck. Nach dem angeblichen Manipulationsversuch von Sportdirektor Andreas Petersen vor dem Spiel in Babelsberg hat sich der Verein jetzt erklärt.

Erik Hartmann, Präsident des VfB Germania Halberstadt, glaubt in einem auf der Internetseite des Regionalligisten veröffentlichen Statement, "dass an den Anschuldigungen nichts dran ist". Halberstadt vertrete im Verein den Fair-Play-Gedanken. Man akzeptiere es, wenn der Gegner besser ist oder war, so Hartmann. Außerdem sei der Verein auch nach der Umstrukturierung im Sommer überhaupt nicht in der Lage, Gelder für solche Machenschaften zweckentfremden zu können. Der ganze Sachverhalt erscheine ihm sehr untypisch.

Unser VfB steht nicht nur für die Anerkennung und Einhaltung von Wettkampfregeln. Wir zeichnen uns dadurch aus, mit Gegnern in hohem Maße partnerschaftlich umzugehen, unsere Motivation nicht auf einen 'Gewinn um jeden Preis' auszurichten und stets die Haltung zu bewahren – im Sieg und in der Niederlage. Damit leben wir den Fairness-Gedanken.

Erik Hartmann Pressemitteilung Germania Halberstadt

Schwerer Vorwurf gegen Petersen

Tom Nattermann (VfB Germania Halberstadt) gegen Marc Oliver Kempf (SC Freiburg)
Tom Nattermann (vorn) letzte Saison im Trikot von Halberstadt. Ihn soll Petersen angerufen haben. Bildrechte: IMAGO

Babelsbergs Trainer Almedin Civa hatte bei der Pressekonferenz nach dem Spiel am Freitag (30.11.2018) behauptet, zwei Spieler seien vor der Begegnung telefonisch zur Manipulation aufgerufen worden. Ihnen sei Geld angeboten worden. Im Fokus steht dabei Andreas Petersen. Der Papa des Freiburger Bundesliga-Stürmers Nils Petersen bestätigte zwar den Kontakt mit seinen Ex-Spielern (u.a. Tom Nattermann), wehrte sich aber entschieden gegen den Vorwurf der Manipulation: "Ich war 31 Jahre im Fußballgeschäft sauber und werde immer sauber bleiben. Ich werde mit einem Anwalt gegen die Schmutzkampagne des SV Babelsberg vorgehen."

Als juristischen Beistand soll sich Petersen laut "Volksstimme" Horst Kletke aus Frankfurt/Main an die Seite geholt. Er ist einer der führenden Anwälte in der deutschen Sportszene und machte sich unter anderem einen Namen, als er Fortuna Düsseldorf nach der gewonnenen Relegation (Saison 2011/2012) gegen die Klage von Hertha BSC Berlin erfolgreich vertrat.

Vereine zur Stellungnahme aufgefordert

Jetzt ist es ein Fall für das NOFV-Sportgericht. Ein Termin für die Verhandlung steht noch nicht fest. Beide Vereine waren zunächst aufgefordert, innerhalb einer Frist von fünf Tagen ab dem Zeitpunkt der Eröffnung des Verfahrens eine Stellungnahme abzugeben. So steht es in der Rechts- und Verfahrensordnung des NOFV (Paragraf 15/Absatz 2).

Babelsberg: Kein Zweifel an Aussagen der Spieler

Babelsberg hält an den Manipulationsvorwürfen fest und erklärte auf der Homepage: "Was den Grund sowie Inhalt der Kontaktaufnahme durch den Verantwortlichen aus Halberstadt angeht, hat der Verein nicht den geringsten Anlass, an den Darstellungen der betroffenen Spieler des SV Babelsberg 03 zu zweifeln." Der SVB gewann das Spiel übrigens 3:1. Nattermann traf doppelt.

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. Dezember 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2018, 11:49 Uhr

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15 Kommentare

06.12.2018 20:24 Nappel 15

typisch ein Beobachter. Das sind ja ganz trumpsche Manieren. Irgend eine Lüge in die Welt setzen und schauen was passiert. Oder können sie konkretisieren was sie da behaupten.

06.12.2018 12:55 ein Beobachter 14

typisch Babelsberg!!!! Wenn man nur daran denkt,was letzte Saison abging als Vfb Auerbach in Babelsberg gespielt hat und was da alles den Spielern von Auerbach unterstellt wurde......Übelste Sorte !!!

06.12.2018 08:10 NullDreier 13

@12Hans,

Ihr Kommentar ist eine Frechheit! Zumal der Petersen ja selbst seine Kontaktaufnahme zugegeben hat, wie man der Presse entnehmen durfte. Selbst wenn Petersen das als Jux ansieht, hat das mit sportlicher Fairness nichts zu tun.

Meinen Respekt an die Spieler, die diesen unsäglichen Vorfall umgehend gemeldet haben.

05.12.2018 21:13 Hans 12

Es klingt schon sehr unglaubwürdig, wenn man bedenkt das Germania aus finanziellen Gründen im Sommer seinen Etat stark reduziert hat und nun mit Tausenden von EUR´s um sich schmeißen soll. Und aus eigener Tasche zahlt Herr Petersen das bestimmt nicht. Bleibt nur zu hoffen das dann auch Konzequenzen für die Babelsberger in Erwägung gezogen werden. Sieht es doch eher so aus, als ob man Unruhe bei Germania vor dem Spiel stiften wollte, was leider auch geglückt ist.

05.12.2018 20:28 MAGNETO 11

Andreas Petersen, ein lupenreiner Sportsmann. Halleluja !!!

05.12.2018 14:29 Emma 10

"Ich war 31 Jahre im Fußballgeschäft sauber und werde immer sauber bleiben."
Genau mein Humor!

05.12.2018 11:08 Jesus 9

Vielleicht sollte man sich weniger aus Halberstadt konzentrieren und sich generell um Verdachtsmomente der Spielmanipulation in der Liga kümmern. Ggf. auch in Hinsicht auf Schiedsrichter. Vielleicht gibt es da wirklich etwas skandalöses zu entdecken. Wer weiß, wer weiß. Vielleicht ist es aber auch nur heiße Luft & die Hintergründe der Aufregung liegt ganz wo anders.

04.12.2018 20:38 callypso 8

Als Halberstädter ... und als Sponsor gibt es keine Vorverurteilung. Aber eine Kontaktaufnahme von Herrn Petersen im Alleingang und überhaupt gehört sich nicht und passt auch nicht zum Verein und zu den jetzigen Strukturen wie er von Herrn hartmann geführt wird. Größenwahn oder Kolerik ... was überwiegt bei Herrn Petersen?

04.12.2018 17:46 colditzer 7

Stelle mir ehrlich die Frage, ob ein Herr Petersen so dämlich sein kann?
Gerade weil er ja die Liga und die Spieler kennt.
Werden Telefongespräche nicht ein Jahr gespeichert?
Dann sollte man beim Prozess doch mal reinhören.

04.12.2018 17:25 Stadtrand 6

War nicht Babelsberg mal eine Schauerspielerhochburg. Tradition verpflichtet.