Fußball | Regionalliga Hermann Winkler ist neuer NOFV-Präsident

Die Würfel sind gefallen: Hermann Winkler wird den NOFV zunächst als Interimspräsident führen. Vor ihm liegt ein Berg an Aufgaben. Für viele Vereine im Bereich des NOFV geht es um nicht weniger als die nackte Existenz.

Hermann Winkler 6 min
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Winkler setzte sich mit acht Stimmen gegen die beiden anderen Bewerber, NOFV-Schatzmeister Jens Cyrklaff und Berlins Fußball-Präsident Bernd Schultz (je drei Stimmen), durch. Der 57-Jährige tritt die Nachfolge des im Dezember 2020 verstorbenen Erwin Bugar an und wird das Amt zunächst für ein knappes Jahr ausüben, bevor 2022 auf einem ordentlichen NOFV-Kongress ein neuer Präsident von den Delegierten der sechs Landesverbände gewählt wird. Bei der Wahl in Rangsdorf gab es 15 Stimmberechtigte, die dem Präsidium des NOFV angehören oder Ausschussvorsitzende sind.

Hermann Winkler - neuer NOFV-Präsident 1 min
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Winkler fordert Zusammenhalt und Vertrauen

"Ich freue mich auf die neue Herausforderung und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen beim Präsidium. In dieser schwierigen Zeit brauchen wir als Verband Zusammenhalt und Vertrauen zueinander, denn die bevorstehenden Entscheidungen werden uns allen viel abverlangen. Ich bin jedoch optimistisch, dass wir durch einen engen Schulterschluss mit den Vereinen und ein gutes Miteinander zwischen Haupt- und Ehrenamt unsere Probleme lösen. Dafür benötigen wir aber auch die dringende Unterstützung Dritter. Unsere berechtigten Interessen gegenüber diesen zu vertreten, sehe ich mich als Präsident verpflichtet“, sagte Winkler in einer ersten Reaktion.

Hermann Winkler, kommissarischer Präsident NOFV im Interview 2 min
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Ein Berg an Aufgaben wartet

Die Aufgaben, die auf Winkler zukommen, sind enorm. Als gleichzeitiger Vize-Präsident des DFB muss er sich dort stärker für die Ost-Interessen einsetzen. Gerade die Eigenständigkeit der Regionalliga Nordost muss weiter oben auf der Agenda stehen. Dazu kommt, dass viele Viertligisten bisher kaum oder gar nicht von Corona-Hilfen profitiert haben, Hilfen aus der Politik bisher weitgehend ausblieben. Hier erhofft man sich von Winkler, der dank seiner politischen Karriere in der CDU gute Kontakte pflegt, auch mehr Druck auf die Entscheidungsträger. Dabei geht es für manchen Regionalligisten um nicht weniger als die nackte Existenz. Für alle Spielklassen muss zudem geklärt werden, wie und wann die Saison zu Ende gespielt werden kann und wie eine Auf- und Abstiegsregelung aussehen soll. Derzeit ruht der Spielbetrieb im Bereich des NOFV bis mindestens 28. Februar.

Politprofi Winkler

Winkler beendete 2019 seine politische Karriere, nachdem er zuvor 19 Jahre für die CDU dem Sächsischen Landtag und zehn Jahre dem EU-Parlament angehörte. Er gilt als gut vernetzt in Sport, Wirtschaft und Politik. Der Grimmaer, der als selbstständiger Berater für verschiedene Firmen tätig ist und einen Lehrauftrag an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Mittweida inne hat, fiel in seinem Amt als SFV-Präsident immer wieder auch als Kritiker von DFB-Entscheidungen auf.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 21. Januar 2021 | 17:45 Uhr

3 Kommentare

Karlheinz vor 5 Wochen

Weil diese Ligen als Profiligen eingestuft sind und auch von den jeweiligen Ländern mit Geldmitteln ausgestattet sind.
Aber da gibt es nicht so viele Teams verschiedener Bundesländer wie in der NOFV Staffel ( 6 mit Berlin)

Blumenfreund vor 5 Wochen

Glückwunsch Herr Winkler !
Aber wann wird endlich wieder Fußball gespielt ??
Die Regionalliga Süd/West und West spielen doch auch schon lange.
Warum geht das im Osten nicht ?

Chemieschwein vor 5 Wochen

Gratulation an Herrn Winkler zur Wahl, wird ein schweres Amt in diesen Zeiten.