Fußball | Regionalliga Hygiene-Konzept von Meuselwitz: "Werden unerbittlich sein"

Die Regionalliga beginnt Mitte August mit der neuen Saison: Kein Wunder, dass die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen. Fans sollen wieder erlaubt sein. Aber nur unter Auflagen wie beim ZFC Meuselwitz, der jetzt als erstes Team ein genehmigtes Konzept vorweisen kann.

Die Tribüne der Bluechip-Arena in Meuselwitz
Die Blueship-Arena in Meuselwitz Bildrechte: imago images/Picture Point

Von einer stimmungsvollen Atmosphäre auf den Rängen träumt derzeit jeder Fußball-Verein, auch der ZFC Meuselwitz. Die Zipsendorfer stecken inmitten der Saisonvorbereitung, bis zum Punktspielbeginn in der Regionalliga Nordost sind es noch gut drei Wochen hin. In puncto Kulisse haben die Verantwortlichen des Regionalligisten aber schon einen Etappensieg eingefahren und die Zulassung für 1.556 Zuschauer erhalten. Das Hygienekonzept überzeugte die verantwortlichen Mitarbeiter vom Landratsamt Altenburger Land, die grünes Licht gaben. Allerdings gilt es für die Besucher, strenge Regeln einzuhalten.

ZFC-Chef Wolf: Mundschutz und Desinfektion

Hubert Wolf (Präsident ZFC Meuselwitz)
ZFC-Präsident Hubert Wolf Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Das ist alles händelbar und da bricht auch niemand zusammen", findet Hubert Wolf, der Präsident des ZFC. Er hat sich mit dem Hygienekonzept intensiv beschäftigt. Das Rohgerüst hätten die Berliner Regionalligavereine Viktoria und VSG Altglienicke auf Basis der DFB-Empfehlungen erstellt. Computer-Unternehmer Wolf musste das Konzept dann konkret auf die Bluechip-Arena übertragen: "Ein Kernpunkt ist: Überall, wo sich Schlangen bilden könnten, muss man einen Mundschutz tragen. Zweiter Kernpunkt: An Stellen wie dem Einlass oder einem Kiosk muss man sich die Hände desinfizieren." Das geschieht mit Hilfe von Ordnern. Auf die Pflicht zum Mundschutz wird bereits weit vor dem Einlass hingewiesen.

"2x2" heißt es auf den Sitzplätzen - geringere Kapazität kein Problem

Die Zuschauerzahl von 1.556 kam durch die Belegungspläne zustande: Für die Sitzplätze gab es aus der Bundesliga verschiedene Varianten: Wolf entschied sich für "2x2", d.h. es gibt lauter Viererblöcke, bei denen eine Längs- und eine Querreihe daneben frei bleiben. 1.000 Plätze gibt es im Stehplatzbereich, auch für Gästefans. Dort soll auf Seitenabstand geachtet werden, wobei: "Es ist ja nicht verboten, in kleinen Gruppen von zwei oder drei Leuten zu stehen". Der ZFC-Chef, der auch Regionalliga-Vertreter im Nordostdeutschen Fußballverband ist, spricht von "Abstandsgeboten" und, wo es sich nicht vermeiden lässt, auf die Pflicht zum Mundschutz.

ZFC Meuselwitz - 1. FC Lokomotive Leipzig , Im Bild: Rudelbildung auf dem Spielfeld um Schiedsrichter Johannes Schipke.
Meuselwitz gegen Lok in der Vorsaison Bildrechte: imago/Picture Point

Wolf würde sich nicht nur aus emotionaler Sicht über Zuschauer freuen: "Ticketverkäufe machen 15 Prozent unserer Jahreseinnahmen aus". Dass die Kapazität der eigenen Arena von 5.256 auf 1.556 abschmelzt, "damit können wir leben", so Wolf. Bei Topspielen wie gegen Lok Leipzig oder Cottbus rechnen die Zipsendorfer mit höchstens 2.000 Zuschauern, vergangene Saison gegen Lok waren es 1.709.

"Leute erwarten, dass wir die Maßnahmen durchsetzen"

Durchgesetzt werden sollen die Bestimmungen mit einer veränderten Stadionordnung, Durchsagen des Stadionsprechers, Hinweisschildern und zahlreichen Ordnern: "Da werden wir auch ziemlich unerbittlich sein", kündigt der ZFC-Boss an, "ich glaube, dass die Leute bereits sensibilisiert sind. Sie wollen ja auch gesund nach Hause kommen und erwarten, dass wir die Maßnahmen auch durchsetzen." Ein Selbstläufer ist es ohnehin nicht: "Das Landratsamt kann uns die Genehmigung auch wieder entziehen."

Probeläufe gegen Gera und Rudolstadt

Zwei Hygiene-Generalproben kann der ZFC absolvieren: Am Freitag (24.Juli 2020/18:00 Uhr) gegen Wismut Gera und dann am übernächsten Samstag (1. August 2020/13:30 Uhr) gegen Einheit Rudolstadt. Aus den bisherigen Tests zog Wolf bereits eine Lehre. So bildete sich beim Test beim SV Brilon (Nordrhein-Westfalen) eine lange Schlange beim Abgeben der Daten: "Deshalb haben wir nun insgesamt acht Schreibplätze vorgesehen." Zudem kann auf der ZFC-Seite ein Fragebogen zu den eigenen Kontaktdaten ausgedruckt und dieser dann ausgefüllt mitgebracht werden.

Fans des ZFC Meuselwitz
Die Fankurve beim ZFC Meuselwitz. Bildrechte: imago/Matthias Koch

Landratsamt schickt zum Testlauf Hygieneinspektor

Untermauert wurden die Aussagen von ZFC-Präsident Hubert Wolf durch Jörg Reuter, dem Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit im Landratsamt Altenburger Land. Er sagte dem MDR, dass "zunächst zum ersten Testspiel in der bluechip-Arena am 24. Juli 2020 ein Hygieneinspektor vor Ort sein wird". Nach dem Spiel werde ein Auswertungsgespräch zwischen dem ZFC Meuselwitz und der Behörde erfolgen. Wie dann weiter verfahren wird, entscheidet sich nach der Analyse. Sollte es zu Verstößen gegen das Infektionsschutzkonzept kommen, "so werden diese Personen seitens des ZFC Meuselwitz des Stadions verwiesen. Diese Maßnahme soll so auch in die Stadionordnung aufgenommen werden".

In der Übersicht: Die Hygiene-Regeln bei Heimspielen des ZFC Meuselwitz

• Alle Besucher müssen einen Mund-Nasen-Schutz mitbringen.

 • Der Mund-Nasen-Schutz ist im Eingangsbereich zu tragen und dann im Stadion an allen Stellen, an denen sich ggf. Warteschlangen bilden (Kioske, ggf. Toiletten).

 • Alle Besucher müssen ein Anwesenheitsformular zur Kontaktnachverfolgung ausfüllen. Unter zfc.de/kontaktfragebogen ist es auch möglich, das Formular auszudrucken und am Einlass abzugeben.

 • Allen Besuchern werden am Einlass und bei Nutzung der Angebote auch unmittelbar an den Kiosken die Hände desinfiziert.

 • Für die Sitztribünen gelten Sitzordnungen mit verminderter Anzahl nutzbarer Plätze. Nicht nutzbare Plätze sind über Sperrmarkierungen gut ersichtlich und dürfen auch bei freier Platzwahl nicht belegt werden.

 • Für die Stehplatzbereiche gelten entsprechende Abstandsgebote.

 • Es wird auch nach Einnahme der Plätze außer bei der Einnahme von Speisen oder Getränken empfohlen, den Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

 • Besucher mit Fieber und offensichtlichen Erkältungssymptomen dürfen nicht ins Stadion.

Stadionansicht
Das ZFC-Stadion an der Glaserkuppe: Hier die Gegengerade. Bildrechte: imago images / Picture Point

Der MDR fragte auch bei Holger Fuchs, Geschäftsführer des NOFV, nach. Er wies noch einmal darauf hin, dass der "DFB das Hygienekonzept mit den Landesverbänden abgestimmt hat. Dabei kann es durchaus individuelle Unterschiede geben".

Aue, Dresden und Zwickau bereiten Hygienekonzepte vor

Auch Zweitligist Erzgebirge Aue sowie die Drittligisten Dynamo Dresden und Zwickau arbeiten an Konzepten, um wieder Zuschauer ins Stadion zu lassen. Darüber berichtet die "Dresdner Morgenpost" (Printausgabe vom Freitag, 24. Juli 2020). Etwas mehr als ein Drittel der sonstigen Kapazität dürften die Klubs zugelassen: Für Aue bedeutet dies bis zu 5.362 Plätze, für Dresden maximal 11.909 und in Zwickau höchstens 3.653.

Dresdens Chris Löwe Löwe nach Spielende.
Als letztjähriger Zweitligist hat Dynamo Dresdens Chris Löwe bereits Hygieine-Erfahrungen gesammelt. Bildrechte: imago images/Steffen Kuttner

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cke/jmd

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Thüringenjournal | 24. Juli 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Fan Achim vor 1 Wochen

Chemieschwein, nun sei doch nicht gleich eingeschnappt, der Herr Wolf hat hier doch nur die Zuschauerzahlen der Gäste von der vergangenen Saison angeführt und da waren nun mal Chemie, Jena und Chemnitz aus bekannten Gründen nicht in Meuselwitz. Der wichtigste Club in Thüringen sind wir auch nicht und legen darauf auch keinen Wert! ich hoffe mal du lässt uns trotzdem nach Leutzsch, auch wenn wir leider nicht so viele Fans wie ihr mitbringen.

Chemieschwein vor 1 Wochen

Da können wir ja die Hütte vollmachen.. Es bringen ja nur die "Profis" vom Südfriedhof und Cottbus Fans mit.. Chemie, Chemnitz oder Jena spielen in Zipsendorf keine Rolle.. 🤭 So ist das, wenn man jetzt der wichtigste Thüringenclub ist 😁..