Fußball | Regionalliga Abstiegsdiskussion in der Regionalliga: Vereine wollen rechtliche Schritte prüfen lassen

Die Abstiegsfrage in der Regionalliga Nordost droht zu einer Hängepartie zu werden. Der Trainer von Optik Rathenow, Ingo Kahlisch, kündigte im Namen mehrerer Vereine an, im Zweifelsfall alle rechtlichen Schritte prüfen zu wollen.

Vorschaubild Talk Kahlisch 12 min
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Droht dem Nordostdeutschen Fußball-Verband in der Abstiegsfrage eine juristische Auseinandersetzung? Einige gefährdete Vereine wollen nicht akzeptieren, dass es nach Ablauf der Hinrunde ein oder zwei Teams geben soll, die den Weg in die Oberliga gehen müssen. NOFV-Präsident Hermann Winkler bestätigte "Sport im Osten" am Donnerstag erneut, das es Absteiger geben müsse, "auch wenn ich persönlich keine möchte". Die Staffel wäre sonst mit bis zu 22 Teams einfach zu groß. "Es wird keine Lösung geben, wo alle zufrieden sind. Am Ende muss eine Mehrheit entscheiden."

Wollen sportlich gerechte Lösung

Das wollen aber einige Teams so nicht akzeptieren. Auch im Namen anderer Vereine, wie dem ZFC Meuselwitz, dem VfB Auerbach oder Germania Halberstadt, erklärte der Coach von Optik Rathenow, Ingo Kahlisch: "Wir sind uns einig, dass wir alle rechtlichen Schritte prüfen würden. Soweit sollten wir es aber nicht kommen lassen." Eine Saison mit 22 Mannschaften wäre zudem kein Problem. "Das ist möglich, darum haben alle Flutlicht, dass man auch mal Mittwochabend spielen kann."

Nach der Hälfte der Saison könne man doch keinen absteigen lassen, so Kahlisch. "Es gibt Mannschaften, wo es um nichts mehr geht, Spieler, die keinen Bock mehr haben. Da gewinnt irgendwo jemand, der nicht damit rechnet, und steigt jemand ab, der nicht damit rechnet." Letztlich gehe es darum, eine gerechte sportliche Lösung zu finden. Dafür werde man gemeinsam mit anderen Vereinen kämpfen.

Stadion Rathenow
Mit Flutlicht - Stadion in Rathenow Bildrechte: imago images/Ed Gar

NOFV fallen Versäumnisse auf die Füße

Um Gerechtigkeit geht es Kahlisch auch mit Blick auf die aktuelle Diskussion rund um Flutlichter in der Regionalliga Nordost. Dem NOFV falle jetzt auf die Füße, sagte er mit Blick auf den Berliner AK, was man jahrelang versäumt habe. "Vereine wie Auerbach, Halberstadt oder Meuselwitz und Rathenow, wir fordern Gleichberechtigung." In Rathenow sei es ein harter Kampf gewesen. "Drei Jahre, um es in der Stadtverordnetenversammlung durchzukriegen, drei Jahre, um das Geld zusammenzukriegen. Wir wussten, wenn wir in diese Liga wollen, brauchen wir das." Aktuell trainiert Optik, übrigens schon seit 11. Januar und darf momentan auch Freundschaftsspiele bestreiten. Allerdings nur gegen Regionalligisten aus Brandenburg.  

rei/kue

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. Februar 2021 | 14:00 Uhr

21 Kommentare

oldie68 vor 9 Wochen

JETZT wird wieder die Insolvenzkeule rausgeholt ! Die Insolvenz wurde abgeschlossen ! Das Stadion hat die Stadt bauen lassen ,weil das alte die Anforderung zur Lizenzvergabe nicht erfüllt hatte . Ja dies sollte bestraft werden ! Wozu dann diese Regularien?
Wenn jeder macht was er will !
Kein Flutlicht ,kein eigenes Stadion, keine Lizenz für den Spielbetrieb !

oldie68 vor 9 Wochen

Und auch nur immer in ein anderes Stadion wechseln um am Spielbetrieb teilzunehmen! Ohne eigenes Stadion und ohne Flutlicht keine Lizenz! Dies ist doch schon seit Jahren verlangen vom NOFV!
Es war genug Zeit dies sich anzuschaffen!
Lizenzentzug jetzt !

Thommi Tulpe vor 9 Wochen

"Mein" 1. FC Magdeburg spielte über zwei Jahrzehnte lang, wird aller Voraussicht nach bald wieder unter solchen "Halb-Profi"-/ Amateurbedingungen spielen. Das ist das Problem: Während einige Vereine tatsächlich profesionell trainieren/ spielen, sind andere Vereine reine Amateurvereine. Wettkampf im Amateurbereich ist noch ausgesetzt. Warum wird dann in den Regionalligen West und Südwest (wie im Profibereich) gespielt? TV-Verträge: Von diesen finanziellen Zuwendungen kann ein Verein vielleicht die Putzfrau für die Umkleidekabinen bezahlen!? Ansonsten bleiben diese Zuwendungen aus TV-Verträgen wohl nur ein "Tropfen auf den heißen Stein"!? Wenn ein "Profiverein" unter Bedingungen des Amateursports auf Dauer wirtschaftlich kaum überleben kann, ist das nicht Sache des NOFV, sondern eigentlich der finanziellen Ausrichtung des Vereins geschuldet. Und wie ich erwähnte: Alle Probleme sind nicht neu. In der Krise zeigt sich brutal, wie falsch es war, diese Probleme bis heute ungelöst zu lassen.