Fußball | Regionalliga ZFC-Trainer Heiko Weber: "Bis jetzt haben wir es immer ausgebügelt"

Der Zipsendorfer Fußballclub aus Meuselwitz hat sich in der -Regionalliga Nordost etabliert. Die Thüringer gehen am Wochenende in ihre elfte Viertliga-Saison in Folge. Wir sprachen vorab mit Trainer Heiko Weber (54).

Heiko Weber (Trainer ZFC Meuselwitz)
Bildrechte: imago/Karina Hessland

Der ZFC Meuselwitz ist seit 2009 in der Regionalliga und gehört damit bereits zum Inventar, Präsident Hubert Wolf ist der Regionalliga-Sprecher. Wie sieht sich der ZFC selbst innerhalb der Liga?

Heiko Weber: "Ein bisschen als Vorbild für Spieler, die nicht nur auf Fußball setzen, sondern daneben auch eine Lehre oder ein Studium absolvieren. Viele Spieler, die bei anderen Vereinen abgelehnt wurden, finden dann wieder ihr Vermögen zurück."

Sie selbst sind seit 2015 beim ZFC und gehören damit ja auch zu den dienstältesten Trainern der Liga …

"Sie sehen es ja selber, das Trainergeschäft ist schnelllebiger geworden. In der 3. Liga droht dir nach ein paar Niederlagen schon die Entlassung. Das macht man im Alter nicht mehr. Dazu schätze ich die Arbeit in Meuselwitz auch zu sehr."

Sind Sie zufrieden mit der Vorbereitung?

"Ja. Das passt alles, wie wir das jedes Jahr machen."

Haben Sie alle Wunschspieler bekommen?

"Bis jetzt haben wir die Spieler verpflichtet, die wir haben wollten. Wir wissen, dass es nicht einfach ist, aber da haben wir uns gut vorbereitet."

Welcher Abgang tut besonders weh?

"Sicherlich unser Pierre Le Beau, der so etwas wie unser Gesicht war. Mit Rintaro Yajima und Romario Hajrulla haben wir sehr gute Spieler verloren. Um die Situation wissen wir jedes Jahr. Bis jetzt haben wir das immer ausgebügelt."

Pierre Le Beau (ZFC Meuselwitz)
Pierre Le Beau war für Weber "das ZFC-Gesicht" Bildrechte: imago/Karina Hessland

Was wollen Sie mit ihrem Team in dieser Saison erreichen?

"In der Liga bleiben. Die Art und Weise, die wir uns erarbeitet haben. Dass wir für etwas stehen. Dass wir immer in der Lage sind zu punkten."

Wer sind für Sie die Staffelfavoriten?

"Wacker Nordhausen, Energie Cottbus und der Berliner AK."

Wie attraktiv ist die Regionalliga Nordost 2019/2020 und auf welches Spiel freuen Sie sich am meisten?

"Die Attraktivität hat in den letzten Jahren zugenommen - durch die Absteiger und viele Spieler aus der 3. Liga. Wir freuen uns auf die Heimspiele, besonders auf die Leipzig-Derbys gegen Chemie und Lok und dann, wenn Cottbus kommt."

Robert Berger (2, Lok) und Andy Trübenbach (9, Meuselwitz) während des Spiels ZFC Meuselwitz - 1. FC Lok Leipzig
Auf das Duell gegen Lok Leipzig freut sich Heiko Weber besonders. Bildrechte: Picture Point

Wie bewerten Sie die Auf- und Abstiegsregelung, die diese Saison gilt? Also kein direkter Aufsteiger und maximal vier Absteiger.

"Das wissen alle Beteiligten. Es ist immer etwas brisant, wenn Drittligisten in diese Liga kommen. Es hat schon einen faden Beigeschmack, wenn Mannschaften insolvent sind, und die spielen dann in der Regionalliga weiter. Solides Arbeiten wie bei uns zahlt sich nicht immer aus. Immerhin: Wir haben es bis jetzt immer geschafft."

Zum Abschluss: Ihr sportlicher Wunsch für die kommende Spielzeit?

"Dass wir so spielen wie in der Rückrunde im letzten Jahr, so herzerfrischend nach vorne und schnellstmöglich die nötigen Punkte holen, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben."

Herr Weber, vielen Dank für das Interview.


Mit Heiko Weber sprach Christian Kerber

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 28. Juli 2019 | 16:25 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2019, 12:11 Uhr

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6 Kommentare

23.07.2019 21:35 Auerbacher 6

Und ich freue mich auf Sportplätze mit 300 Zuschauern. Man wird das geil....gähn wie langweilig

23.07.2019 21:24 Fußball 5

Ich verstehe nicht warum der CFC immer das große negative Beispiel ist!!!
Man ist sowohl sportlich als auch durch die Insolvenz abgestiegen. Von den Leuten die das zu verantworten hatten sind fast alle weg.
Die neue Führung um den IV hat dank Sponsoren, Investoren, Zuschauerzahlen einen soliden Neuanfang gemacht und einen Kader der 1 Mill billiger als der von Wacker war, den Aufstieg geschafft.

An Viktoria Berlin und ominösen Investor aus China inkl Insolvenz und Ligaverbleib stört sich keiner!

23.07.2019 19:58 Gerald 4

Zu @Erik 1
Da haben Sie völlig recht! Dies ist eindeutig Wettbewerbsverzerrung!

23.07.2019 19:17 Auerbacher 3

Endlich geht es wieder los! Euch auch alles gute - Fan Achim :-)

23.07.2019 18:14 Fan Achim 2

Ja,ja der Heiko immer optimistisch und voller Tatendrang. Ein guter Trainer und eine coole Socke. Aber wenigstens hat er diesmal nicht die 3. Liga als Zielsetzung ausgegeben. Hoffen wir auf eine gute Saison wo am Ende der Klassenerhalt stehen sollte, das wird schwer genug. Wünsche allen R.L.Teams eine faire und erfolgreiche Saison.

23.07.2019 17:36 Erik 1

Die vorletzte Antwort war zwar keine Antwort auf die Frage, aber trotzdem hat Weber recht. Es ist ein Unding, daß insolvent gegangene Vereine eine Liga absteigen, schuldenlos werden und gleich wieder aufsteigen, siehe Chemnitz.

Mehrere Jahre oder Ligen, wie bei Privatinsolvenz, sollten es schon sein.