Fußball | Regionalliga Meuselwitz-Trainer Heiko Weber: "Wir brauchen Kontinuität und Geduld"

Auch durch ihn soll nach zwei turbulenten Jahren und einigen Trainerwechseln wieder Ruhe beim ZFC Meuselwitz einkehren: Heiko Weber. Der 57-Jährige geht in seine zweite Amtszeit auf der Glaserkuppe und hat klare Ziele für die kommende Saison vor Augen. Wir sprachen mit ihm über die Vorbereitung, die Mischung im Kader und eine Regionalliga-Staffel, die jede Menge Spannung verspricht.

Cheftrainer Heiko Weber (Meuselwitz)
Heiko Weber ist nach zwei Jahren zurück an alter Wirkungsstätte. Den ZFC Meuselwitz soll er wieder in ruhiges Fahrwasser führen. Bildrechte: IMAGO / Steffen Beyer

Heiko Weber, aus gesundheitlichen Gründen konnten Sie Ihre Mannschaft in der finalen Vorbereitungsphase nicht betreuen. Wie ist Ihre Stimmung vor dem Saisonstart?

Heiko Weber: "Ideal ist das nicht. Ich musste zehn, zwölf Tage Pause machen. Die Vorbereitung lief insgesamt aber sehr gut. Wir haben viele gute Spiele gemacht und keinen verletzten Spieler."

Das Gesicht des Teams hat sich gewaltig verändert. Gefühlt ist die halbe Mannschaft neu. Wie zufrieden sind Sie mit dem Kader?

"Wir haben eine gesunde Mischung in der Mannschaft. Viele unsere Spieler sind im besten Fußballalter. Dazu kommen viele junge Spieler. Aber wir müssen vor allem über das Team kommen, denn einen Überflieger haben wir nicht. Das werden wir als Mannschaft auffangen. Wir sind hoffnungsvoll und gehen gerne in die Serie rein."

Die Ergebnisse in den Testspielen fielen überwiegend positiv aus. Auch die Partie gegen Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue ging nur knapp verloren. Welche Erkenntnisse nehmen Sie aus den Auftritten mit?

"Wir sind nach den sechs Wochen der Vorbereitung wirklich fit. Das brauchen wir auch für unsere Spielweise. Mit unsere Offensive können wir schnell umschalten und immer torgefährlich sein. Aber der Fußball hat sich verändert. Es wird mittlerweile viel hoch angriffen und offensiv gepresst. Wenn man das gut übersteht, hat man unheimliche Räume, die wir nutzen wollen."

Heiko Weber
Schon von 2015 bis 2020 trainierte Heiko Weber den ZFC Meuselwitz. Nun tritt der 57-Jährige seine zweite Amtszeit auf der Glaserkuppe an. Bildrechte: imago images/opokupix

Sie gehen in Ihre insgesamt 6. Saison in Meuselwitz. Nach zwei durchwachsenen Jahren soll es mit Ihnen wieder bergauf gehen. Was hat den Ausschlag für Ihre Rückkehr gegeben?

"Schon meine vorigen fünf Jahre hier waren eine schöne Zeit. Meuselwitz ist ein ganz gesunder und gewachsener Verein mit guten Trainingsbedigungen. Die Turbulenzen der letzten zwei Jahre wollen wir beseitigen. Man kann nicht ständig Trainer entlassen und austauschen. Das ist kein gutes Zeugnis. Wir brauchen Kontinuität und Geduld. Es muss uns allen Freude bereiten, zu trainieren. Dazu brauchen wir eine Spielweise, die die Zuschauer wieder begeistert. Also keine Ballstaffetten und Ballgeschiebe, sondern Tore."

Zum Auftakt geht es gegen den BFC Dynamo, den Staffelsieger der letzten Saison. Anschließend folgen Partien gegen Halberstadt und Erfurt. Wie beurteilen sie das Startprogramm?

"Das hält ganz schon was bereit. Leichte Gegner gibt es sowieso nicht mehr. Durch die Reduzierung auf 18 Teams wird die Regionalliga wieder spannender. Aber wir nehmen es so, wie es kommt. Der BFC ist aber klarer Favorit gegen uns. Dennoch muss man uns erst einmal schlagen."

Fragt man aktuell nach Staffelfavoriten, fallen immer wieder die Namen Cottbus und Chemnitz? Wer wird Ihrer Meinung nach ganz vorne mitspielen?

"Einen richtigen Überflieger gibt es nicht. Sechs, sieben Mannschaften werden um die ersten Plätze mitspielen. Chemnitz hat in der Vorbereitung gute Ergebnisse erzielt. 'Pele' Wollitz (Trainer Energie Cottbus, Anm. d. Red.) treibt seine Mannschaft positiv an. Das sind, mit Altglienicke, zwei Kandidaten, die sicher oben mitspielen können. Aber den BFC Dynamo schätze ich auch sehr stark ein."

Ein Blick in die Glaskugel – wo landet der ZFC am Ende der Saison?

"Eine klare Zielvorgabe gibt es nicht. Aber wenn wir Ende Mai mit Tempofußball, gepaart mit vielen Torchancen einen zehnten Platz erreichen und eine gute Serie gespielt haben, dann ist das für uns ein großer Erfolg."

Das Interview führte Jonas Schlott

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 06. August 2022 | 16:00 Uhr

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