Matthias Maucksch, Trainer BFC Dynamo
Matthias Maucksch beerbte René Rydlewicz. (Archiv) Bildrechte: imago/Matthias Koch

Fußball | Regionalliga Maucksch: "Der BFC muss wieder in ruhiges Fahrwasser kommen"

Neue Herausforderung für Matthias Maucksch: Seit Januar dieses Jahres steht der 49-Jährige an der Linie des BFC Dynamo. Wir sprachen mit dem gebürtigen Dresdner über das Potenzial der Mannschaft, die Minimalforderung Klassenerhalt und den Versuch, mit sauberer Arbeit die Liga zu halten.

von Jens Daniel

Matthias Maucksch, Trainer BFC Dynamo
Matthias Maucksch beerbte René Rydlewicz. (Archiv) Bildrechte: imago/Matthias Koch

Herr Maucksch, Sie haben im Januar dieses Jahres den Trainerposten von René Rydlewicz übernommen. Wie kam der Kontakt zum BFC zustande?

"Telefonisch. Ich habe mich mit den Verantwortlichen getroffen und recht schnell zugesagt. Dann ging es darum, die ganzen Voraussetzungen beim BFC kennen zu lernen."

Die Stationen von Matthias Maucksch (geboren am 11.06.1969)
Als Spieler: Dynamo Dresden, VfL Wolfsburg, VfB Leipzig, 1. FC Nürnberg, Energie Cottbus, FV Dresden 06, VfL Pirna-Copitz (Karriereende 2006)
Als Trainer: Dynamo Dresden II, Dynamo Dresden, Union Fürstenwalde, Sportfreunde Lotte, BFC Dynamo

Als Coach von Union Fürstenwalde haben Sie bereits in den Punktspielen gegen die Berliner an der Linie gestanden. Was ist neu nach dem "Seitenwechsel" zum BFC?

"Der BFC rangiert derzeit in der Abstiegsregion. Der Ablauf beinhaltet natürlich die tägliche Arbeit mit den Jungs, dass sie mich besser kennen lernen und ich die Spieler. Mittlerweile haben wir drei Wochen miteinander verbracht, in denen sich die Jungs sehr gut präsentiert haben. Einiges gibt es noch zu verbessern, da arbeiten wir aber Woche für Woche zielgerichtet daran."  

Momentan rangieren die Hauptstädter auf einem unbefriedigten 16. Platz. Wie sieht die Zielstellung für den Rest der Saison aus?

"Wir müssen so schnell wie möglich da unten raus, damit der BFC mit dem Abstieg nichts mehr zu tun hat. Nur reden hilft da nicht viel. Die Punkte müssen eingefahren werden, nicht nur gegen die Mitkonkurrenten. Der BFC muss die Klasse halten, das ist die Minimalforderung."

Mit Dynamo Dresden und den Sportfreunden Lotte haben Sie schon höherklassige Teams trainiert. Was können Sie aus Ihrer damaligen Arbeit zum BFC mitnehmen?

"Dass aufgrund der Tabellensituation nicht alles rosig ist, war vorauszusehen. Deshalb gab es wohl auch den Trainerwechsel. Unabhängig davon wollen wir uns fußballerisch weiterentwickeln, was nicht ganz einfach ist, wenn man im Abstiegskampf steht. Das Potenzial der Mannschaft ist vorhanden. Wir müssen nur versuchen, es auch auf den Platz zu bringen."

Matthias Maucksch (1. FC Dynamo Dresden, li.) gegen Ralf Weber (Eintracht Frankfurt)
Matthias Maucksch (li.) im Bundesliga-Spiel 1994 bei Eintracht Frankfurt. Bildrechte: imago/Ferdi Hartung

Wie sieht es mit dem Kader aus? Welche Spieler sind ihrem Ruf gefolgt und in der Winterpause zum BFC gekommen?

"Wir haben uns mit zwei jungen Abwehrspielern verstärkt. Max Grundmann ist 20 Jahre alt und kam von Energie Cottbus, der 19-jährige Toni Stelzer wechselte von den Sportfreunden Lotte zu uns. Zudem konnten wir Stürmer Kemal Atici verpflichten, der zuvor bei Lok Leipzig überhaupt nicht zurecht kam. Ihn kannte ich noch aus meiner Zeit bei Union Fürstenwalde."    

Matthias Maucksch, Trainer BFC Dynamo
Glückliches Händchen von Matthias Maucksch: Der BFC-Coach wechselte im Viertelfinale des Berliner Landespokals (03.02.2019) Neuzugang Kemal Atici ein, der die Dynamos bei Blau-Weiß 90 mit seinem goldenen Treffer (81.) eine Runde weiter schoss. Bildrechte: imago/Matthias Koch

Ihr Vertrag läuft bis 2020. Gibt es einen längerfristigen Plan bei Ihrem neuen Arbeitgeber? Beispielsweise der Aufstieg in die 3. Liga. 

"Soweit würde ich nicht gehen. In einem halben Jahr werden wir uns zusammensetzen und entscheiden, mit wem es weiter geht und mit wem nicht. Wichtig ist, dass der BFC wieder in ruhiges Fahrwasser kommt. Zu höheren Zielen können wir noch nichts sagen. Sie sehen es ja bei Vereinen in der Regionalliga, wie so etwas läuft. Da hantieren Klubs schon wieder mit Budgets, die normalerweise für die 3. Liga ausreichen."

Würden Sie nochmal so ein Angebot wie in Lotte annehmen?

"Dazu möchte ich keinen Kommentar abgeben."

Ist in der Regionalliga mit dem Chemnitz FC, der zurzeit zwölf Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten Berliner AK hat, bereits alles gelaufen?

Matthias Maucksch, Trainer VFL Sportfreunde Lotte
Matthias Maucksch. (Archiv) Bildrechte: imago/pmk

"Das weiß ich nicht, ich drücke den Chemnitzern die Daumen, dass sie es schnellstmöglich schaffen und mittelfristig sogar in die 2. Bundesliga aufsteigen. Das Stadion, Fans und die Infrastruktur geben es her. Aber! Ich finde es ungerecht, wenn solche Mannschaften bevorteilt werden. Da ist der Verband gefordert, gewisse Rahmenbedingungen sauber abzuklären. Es kann nicht sein, dass ein Absteiger Insolvenz anmeldet, dann von Null auf Hundert geht und durchstartet. Das haben beide Vereine genutzt, der CFC erfolgreicher als Rot-Weiß Erfurt. Wiederum ist es verständlich, dass beide Mannschaften versuchen, das auszureizen.

Andere Klubs, beispielsweise der ZFC Meuselwitz, Union Fürstenwalde oder der BFC Dynamo, versuchen mit sauberer Arbeit die Liga zu halten.“

Wie weit sind sie noch mit Dynamo Dresden involviert? Verfolgen Sie intensiv das derzeitige Geschehen?

"Ich habe noch guten Kontakt zu den Dresdnern. Erst vor kurzem habe ich mit Sportdirektor Ralf Minge telefoniert."

Vielen Dank für das Interview 

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 09. Februar 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2019, 11:53 Uhr

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36 Kommentare

09.02.2019 16:46 TYPISCH PL-FUHRE-ANDY: PLAUENS PATRIOT UND ALL IHRER GEMEINDEN IM LANDKREIS 36

Unglaublich diese Chemnitzer Wettbewerbs-Verzerrer.
Pfui Deibel!

09.02.2019 13:02 Himmelblauer 35

Langsam nerven die kommentare von wegen wettbewerbsverzerrung. Andere vereine in der regio haben mehr dreck am stecken.die haben die staatsanwaltschaft im genick wegen des verdachts der Manipulation. Also gebt endlich mal ruhe

09.02.2019 12:48 Chemieschwein 34

@Herr K aus N an der Z was redest du für einen Quatsch. Mach doch noch lustig über Menschen die Hartz 4 beziehen. Ich bekomme das auch. Herr Maucksch hat eine gute Wahl getroffen. Wäre auch einer für uns gewesen

09.02.2019 11:13 Lyer 33

Ich drücke Matthias Mauksch beide Daumen.

08.02.2019 19:56 Eff Tse Tse Fliege 32

Mauckschh, wat wer bist du denn?

08.02.2019 18:24 Herr K aus N an der Z 31

@Mr. N.:
Fakt ist, dass die von Ihnen genannten Vereine NDH, LOK und der BFC mehr oder weniger Geld haben/hatten um es in geeignete Spieler zu investieren.
Als Verein in einer Insolvenz so eine finanzpolitische Show abzuziehen hat, gelinde gesagt, nen ganz bitteren Beigeschmack.
PS: Sinnbildlich gesagt: Fahrt mal schön weiter im Vollgasmodus Porsche auf Hartz4 bis euer Freund, der Kuckuck, euch zum finalen Stelldichein bittet.

08.02.2019 18:06 Chemieschwein 30

@19 Chemieschweine rudern nicht zurück ... wir tun und stehen zudem was wir sagen ... Niemand wie wir

08.02.2019 17:32 G. 29

Nächstes Jahr um diese Zeit wird RWE auf dem 1.Platz stehen und NDH einen neuen Trainer vorstellen. Da können manche immer wieder dieselbe Leier ablassen. Und Chemnitz sollte weiterhin ein makellose Saison hinlegen. Sonst könnte es nochmal eng werden.

08.02.2019 16:50 HUKL 28

Wenn mit Mauksch in Lotte innerhalb eines knappen Jahres bereits als vierter Trainer sich verabschieden musste, scheint nicht nur dieser dort etwas falsch gemacht zu haben! Der Dresdener Ex- Bundesligafußballer hat aber bei seinen bisherigen verschiedenen Trainerstationen, die einer Sinuskurve ähneln, in verschiedenen Ligen und Vereinen natürlich auch genügend Erfahrungen sammeln können. Zurecht verweist er deshalb auf „schwarze Schafe“ hin, die eine normale Durchführung des gesamten Wettspielbetriebes immer wieder in Schwierigkeiten bringen, weil diese sich vordergründig mit fremden Geldern über Wasser halten müssen! Der NOFV sollte deshalb schon ein wenig besser und eher auf die entscheidenden Zahlen schauen, um endlich für eine unbedingt notwendige Chancengleichheit aller Vereine sorgen zu können........

08.02.2019 16:39 pinfighter 27

Für mich ist der Name BFC Zumutung genug.Unterste Schublade.