Björn Joppe
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Fußball | Regionalliga Nordost Lok-Trainer Björn Joppe: "Meine Wunschspieler sind alle da"

Interview

Nach der schwachen Hinrunde im vergangenen Jahr will Lok Leipzig diesmal von Beginn an hellwach sein. Warum die Liga für Teamchef Björn Joppe in dieser Saison attraktiver ist, welche Ziele er verfolgt und wie die Vorbereitung gelaufen ist, verrät er im Interview.

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Frage: Herr Joppe, wenn Sie die abgelaufene Saison mit drei Worten beschreiben müssten, wie lauten die?

Björn Joppe: "Unerwartet, weil ich nicht damit gerechnet habe, Teamchef der Regionalliga-Mannschaft zu werden. Schön, weil die Jungs sehr gut mitgezogen und eine klasse Rückrunde gespielt haben. Inkonstant, weil wir in unseren Leistungen zu schwankend waren."

Sind Sie zufrieden mit der Vorbereitung?

"Die Vorbereitung ist sehr intensiv und alle Spieler ziehen ordentlich mit. Was sich leider wie ein roter Faden durch die Vorbereitung zieht, sind unsere verletzten und angeschlagenen Spieler."

Blicken wir auf die Neuzugänge. Haben Sie alle Wunschspieler bekommen?

"Meine Wunschspieler sind alle da."

(v.li.) Lukas Kycek, Leon Heynke, Teamchef Björn Joppe, Aykut Soyak, Stephane Mvibudulu, Milan Senic.
Teamchef Björn Joppe inmitten der Neuzugänge Lukas Kycek, Leon Heynke, Aykut Soyak, Stephane Mvibudulu, Milan Senic. Bildrechte: picture point/Roger Petzsche

Welcher Abgang tut besonders weh?

"Da gibt es eigentlich keinen. Den Spielern, mit denen wir nicht mehr zusammenarbeiten wollten, haben wir bewusst keinen Vertrag angeboten."

Was wollen Sie mit Ihrem Team in dieser Saison erreichen?

"Immer das Bestmögliche. Wir wollen von der Platzierung her eine bessere Saison spielen und so weit wie möglich oben mitspielen."

Wer sind für Sie die größten Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft?

"Da würde ich zuerst Energie Cottbus und Wacker Nordhausen nennen. Beide sind allein schon vom Etat weit über dem, was wir haben. Auch den Berliner AK muss man immer auf der Rechnung haben. Nach den Ergebnissen der Vorbereitung rechne ich auch mit Viktoria Berlin und Rot-Weiß Erfurt."

Wie attraktiv ist die Regionalliga Nordost 2019/2020 und auf welches Spiel freuen Sie sich am meisten?

"Ich glaube, die Saison wird interessanter, weil es kein Team geben wird, dass so dominant ist, wie es letzte Saison der Chemnitzer FC war. Vermutlich wird die Meisterfrage bis zum Schluss spannend sein. Ich persönlich freue mich auch immer auf Spiele in schönen Stadien mit vielen Zuschauern. Außerdem ist die Liga für uns ein Stück weit attraktiver, weil wir zwei Derbys haben."

Sie sprechen die Duelle gegen Chemie Leipzig an. Ist es auch für Sie etwas Besonderes?

"Derbys sind immer schön und besonders. Für die Fans sind diese Spiele das ein und alles."

Unter Claus-Dieter Wollitz haben Sie beim VfL Osnabrück gespielt. Jetzt begegnen Sie sich als Trainer in der Liga. Wie ist das Verhältnis zu Wollitz?

"Wir haben seit einem Jahr wieder Kontakt. Vorher herrschte lange Funkstille. Ich denke, der Kontakt wird jetzt wieder intensiver. Ich freue mich auf Pele."

Wie wichtig ist Wolfgang Wolf als Sportdirektor für Lok Leipzig?

"Er ist sehr wichtig für unseren Verein. Er legt eine unglaubliche Professionalität an den Tag. Von so einem Mann kann man viel lernen. Ich würde ihn als Glücksgriff bezeichnen."

Wie bewerten Sie die Auf- und Abstiegsregelung, die diese Saison gilt? Also kein direkter Aufsteiger und maximal vier Absteiger.

Björn Joppe
Joppe fordert: Gleiche Regeln für alle. Bildrechte: IMAGO

"Mit der Thematik Absteiger habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. Damit möchte ich mich auch nicht beschäftigen. Über die Aufstiegsregelung wird seit Jahren diskutiert. Die Verteilung der Aufstiegsplätze ist für mich nicht nachzuvollziehen. Was mich aber auch stört, ist die Tatsache, dass in der Regionalliga West seit dieser Saison vier Mal gewechselt werden darf. Ich sehe darin einen klaren Vorteil und frage mich, wo die Gleichberechtigung für alle Ligen bleibt."

Zum Abschluss: drei sportliche Wünsche für die kommende Spielzeit?

"Viele Punkte, wenige Verletzungen und am Ende eine Party mit den Fans, weil es Grund zum Feiern gibt."

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Saison!

Das Interview führte Sanny Stephan

Online-Tipp! Der 1. FC Lok Leipzig eröffnet am kommenden Freitag, 26. Juli, die neue Saison in der Regionalliga Nordost mit einem Heimspiel gegen Hertha BSC II. Wir übertragen aus dem Bruno-Plache-Stadion ab 19:20 Uhr auf www.sport-im-osten.de im Livestream.

Dieses Thema im Programm: MDR+ | Sport im Osten | 26. Juli 2019 | 19:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2019, 14:48 Uhr

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7 Kommentare

26.07.2019 16:33 Sabrina 7

Ich wünsche der Mannschaft von Lok Leipzig unter dem sehr guten Trainerteam Björn Joppe, Ronny Surma, Maik Kischko & Rainer Liesiewicz viel Erfolg.
Verdient haben sie es allemal

26.07.2019 09:36 Meyersddorf 6

@Chemieschwein

Ihr solltet besser auf euch schauen. Es wird schwer mit einer Oberliga Mannschaft im Profitum Regionalliga mitzuhalten.
Lok dürfte eure kleinste Sorge sein. Den Kind als Knipser zurück zu holen und nen Stadtliga Kicker verpflichtet, dass lässt durchblicken wie die Qualität sein wird. Und nur mit Kampf wird es nicht funktionieren.

Um ETL macht euch keine Sorgen, Profi Fussball wird es weiter geben in Probstheida. Auch über 2020 hinaus.

25.07.2019 15:47 Chemieschwein 5

@4 wenn ETL als Sponsor weg ist .. gar nicht so abwegig .. aber wie Chemnitz oder Erfurt geht nicht , dazu müsstet ihr erst mal in Liga 3 aufsteigen und die 3 Punkte die da fehlen werden, holen wir uns bei Euch ...

25.07.2019 09:26 Probstheida 4

Wir wollen oben mitspielen? Ernsthaft?! Nene, das wird ein Satz mit x.. Desweiteren können wir uns die 3.Liga gar ne leisten! Ach..zur Not machen wir es wie C und unsere Freunde Erfurt..

24.07.2019 21:45 Mölkauer 3

Viel Glück der Mannschaft, dem gesamten Verein und dem Trainerteam. Joppe hat klare Vorstellungen, im Gegensatz zu Scholz, das gegurke unter dem war nicht mehr mit anzusehen. Klar hat ihm Lok einiges zu verdanken, leider hat er den Zeitpunkt seines Absprungs verpasst. Ich wette, spätestens zur Winterpause ist er auch in Nordhausen weg.

24.07.2019 20:44 Meyersdorf 2

Unter Scholz waren wir sogar auf einem Abstiegsplatz gelandet. Ich meine das 2 der Neuzugänge so überraschen werden, dass wir sie nicht halten können nächste Saison. Weil die 2. Oder 3. Liga lockt.

Ich hoffe wir bestreiten die ersten Spiele erfolgreich. Mit Euphorie im Rücken, die wir lange nicht hatten in Probstheida, ist vieles möglich.
Wenn die Fans dahinter stehen wie im Pokal in Chemnitz, wird Lok schwer zu schlagen sein.

24.07.2019 20:12 Andre 1

Dieser Verein wird seit dem Abgang Scholz' abgerissen. Die Transferpolitik sagt alles aus.