Fußball | Regionalliga RWE-Trainer Brdaric: "Die Jungs machen einen stabilen Eindruck"

Erfurts Trainer Thomas Brdaric geht mit den Rot-Weißen in seine zweite Saison. Über die Abgänge will er nicht "philosophieren". Entscheidend ist, dass "es charakterlich in der Mannschaft stimmt". Wir sprachen mit dem 44-Jährigen über die Ziele der kommenden Spielzeit.

Trainer Thomas Brdaric (Erfurt) bedankt sich nach dem Spiel bei den Fans.
Thomas Brdaric bei den Fans. (Archiv) Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Herr Brdaric, sind Sie zufrieden mit der Vorbereitung? Nach dem 3:0 gegen den Halleschen FC müsste Ihre Mannschaft Selbstvertrauen getankt haben. Etwas Glück war sicherlich auch dabei.

Thomas Brdaric: "Was heißt Glück? Wir haben uns das hart erarbeitet. Die Jungs machen einen stabilen Eindruck. Alle geben Gas, was mir sehr gut gefallen hat. Die Abläufe, die wir trainieren, wollen wir auch bei den Spielen gern sehen. Die Umsetzung sieht schon vielversprechend aus."

Nach dem jetzigen Stand (23.07.19) haben elf Spieler den Verein verlassen, elf neue Akteure sind dazugekommen. Konnten Sie alle Wunschspieler verpflichten?

"Wir versuchen, mit unseren gegebenen Möglichkeiten das Maximale herauszuholen. Das Budget bleibt weiterhin eingeschränkt. Zum letzten Jahr haben wir noch einmal eingespart. Für mich ist es sehr wichtig, dass es charakterlich in der Mannschaft stimmt und das Teamgefüge in sich passt. Ich denke, dass wir uns für die richtigen Spieler entschieden haben."

Würden Sie Namen von Akteuren nennen, über die Sie sich besonders gefreut haben?

"Ich freue mich über alle Spieler, die wir geholt haben, denn sie verfügen über eine hohe intrinsische Motivation und einen ausgeprägten Lernwillen."

Welcher Spielerabgang tut besonders weh?

"Wir philosophieren nicht mehr über die Abgänge, sondern freuen uns in der täglichen Arbeit über die Leistungsbereitschaft und Begeisterung der neuen Spieler. Eine Mannschaft muss sich entwickeln - und eine positive Entwicklung beruht auf einer notwendigen Fluktuation, um das Teamgefüge mit zueinander passenden Charakteren zu formen. Die Spieler, die uns verlassen haben, stellen sich neuen Herausforderungen.“

Was wollen Sie mit Ihrem Team in dieser Saison erreichen?

"Wir wollen eine stabile und erfolgreiche Saison spielen und die positiven Resultate der vergangenen Spielzeit bestätigen, weil sie uns wichtige Erfahrungen für unser Vorwärtskommen gegeben haben. Wir möchten über die gesamte Saison eine Mannschaft aufs Feld schicken, die in der Lage ist, Spiele zu gewinnen."

Trainer Thomas Brdaric (Erfurt) gibt Anweisungen und macht Zeichen mit seinen Händen.
Engagierte an der Seitenlinie: Thomas Brdaric. (Archiv) Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Liebäugeln Sie mit dem ersten Platz?

"Es liebäugeln sicherlich einige andere Teams, um auf Platz eins zu kommen. Aber liebäugeln allein hilft nicht. Es gehört definitiv mehr dazu. Wir sind aktuell dabei, uns bestmöglich auf die körperlichen und taktischen Herausforderungen einer ganz gewiss hart umkämpften Saison vorzubereiten. Dazu gehört auch eine mentale Stärke und ein eisernes Durchhaltevermögen. Das ist das Fundament, um das Spielglück für uns zu erzwingen."

Wer gehört für Sie zum Favoritenkreis der Nordost-Staffel?

"Wacker Nordhausen, Energie Cottbus und der Berliner AK."

Wie attraktiv ist die Regionalliga Nordost 2019/2020 für Sie?

"Ich finde, dass die NOFV-Regionalliga eine sehr interessante Liga ist, eine der interessantesten überhaupt. Von den Namen her sind immer einige Vereine dabei, die die Liga auszeichnen. Zum Anfang wird man sehen, wohin die Reise geht."

Wie bewerten Sie die Auf- und Abstiegsregelung, die diese Saison gilt? Also kein direkter Aufsteiger und maximal vier Absteiger.

"Ich verfechte die Meinung, dass Mannschaften, die zum Schluss auf Platz eins stehen, auch direkt aufsteigen müssen. Dazu muss es eine Lösung geben. Alles andere ist auf Dauer unbefriedigend."

Eine abschließende Frage: Wie sehen die sportlichen Wünsche für die kommende Spielzeit aus?

"Ich wünsche mir für diese Saison einen respektvollen und sportlich fairen Umgang zwischen den Funktionären und mit den Schiedsrichtern, weil sie häufig höchst anspruchsvolle Entscheidungen treffen müssen."

Herr Brdaric, vielen Dank für das Interview.


Mit Thomas Brdaric sprach Jens Daniel

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. Juli 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2019, 12:16 Uhr

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5 Kommentare

26.07.2019 01:02 wicky 67 5

@2:1966BB: Gebe Dir zu 75% Recht! Jedoch hatte RWE in der letzten Rückrunde nicht nur wegen Novys Ausfall spielerisch nachgelassen! Die Hauptursachen sportlicher Stagnationen waren damals auf die Unzufriedenheit vieler Spieler zurück zuführen! Auch wenn Herr Brdaric in seinem Interview sehr optimistisch klingt, und ich es bis vor 2Wochen selbst noch war, so befürchte ich leider, daß der selbe Spielerfrust in der kommenden Saison, bereits schon im Herbst vorprogrammiert sein wird!! Es ist traurig & enorm Schade, daß mit der Chance auf einen Großinvestor, namens A-H König, dieser einmalige Jackpot, durch unkluge Komunikations- Sturheit, eines fußball-inkompeteten IV's, leider leichtfertig verspielt wurde.. Es tut mir jetzt schon schmerzhaft Leid, um die harte Trainingsarbeit des gesamten RWE-Teams, weil der Verein leider spätestens im Dezember, haargenau die selben Finanzprobleme erleiden muss, wie letztes Jahr zur gleichen Zeit! König hätte unseren RWE retten können!!

25.07.2019 18:55 @Blumenstädter 4

Ja so sieht es aus mit dem Sport in deiner Stadt. Erfurt? Wo ist das?

25.07.2019 18:16 Blumenstädter 3

Müsste dieser Verein nicht schon längst im 'St.Nimmerland' verschwunden sein?? Nun gut,dann passiert das eben später!! Ich kann -wie Viele-warten!!

23.07.2019 14:26 1966BB 2

Alles gute RWE. Erschwerend kommt jetzt noch der Ausfall von Novy hinzu. Nicht Einer, sondern Der wichtigste Mann im Gefüge der Mannschaft. Sah man in der Rückrunde der letzten Saison, als er fehlte. Lustig finde ich den letzten Satz vom Trainer. Umgang mit dem Schiri. Tja , aber jetzt gibts auch Karten für die Bank. Mal sehen, wie lange es dauert und Th. Brdaric seine Erste bekommt. Auf gehts Erfurt , kämpfen und siegen. Alle zusammen für Rot- Weiss. Alle zusammen nach Berlin. NUR DER RWE.

23.07.2019 12:22 Magdala 1

Ich habe RWE paarmal in der Vorbereitung live gesehen, ich glaube die sind viel stärker wie letzte Saison, kann sein das solche Vereine wie Kleofas NDH am Ende ganz schön dumm aus der Wäsche schauen!