Auf dem Rasen im CFC-Stadion liegt ein Fußball, dahinter erhebt sich die leere Osttribüne, auf der weiße Sitzschalen das überdimensionale Wort Chemnitz bilden
Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Fußball | Regionalliga Nordost CFC verlangt Antrittsprämie von der Stadt

Irre Forderung des Chemnitzer FC: Der insolvente Regionalliga-Spitzenreiter fordert von der Stadt Geld - dafür, dass man weiter im Stadion an der Gellertstraße spielt. CFC-Sportdirektor Sobotzik relativiert die Meldung.

Auf dem Rasen im CFC-Stadion liegt ein Fußball, dahinter erhebt sich die leere Osttribüne, auf der weiße Sitzschalen das überdimensionale Wort Chemnitz bilden
Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Wie die "Freie Presse" (Samstagausgabe) berichtet, geht das aus einem Schreiben von Insolvenzverwalter Klaus Siemon hervor, das in dieser Woche den Chemnitzer Stadtrat erreicht habe. Weil der CFC, so zitiert die Zeitung das Schreiben "nicht ausreichend in der Lage sein wird, den Spielbetrieb in diesem ... Stadion zu finanzieren", solle "dem CFC für die Verpflichtung, im Stadion zu spielen, ein Entgelt" gezahlt werden. Pikant: Mit "diesem Stadion" ist die Arena an der Gellerststraße gemeint, die die Stadt nach langen Diskussionen im Stadtrat und u.a. auf Wunsch des CFC für 27 Millionen Euro baute.

Sobotzik: "Nicht ganz richtig"

In einer ersten Reaktion des Vereins relativierte Sportdirektor Thomas Sobotzik die Schlagzeile. "Das ist nicht ganz richtig", sagte der frühere Profi im MDR: "Der Insolvenzverwalter wurde bestellt, um den Verein auf wirtschaftlich gesunde Füße zu stellen. Er hat eine Analyse gemacht und einen Plan gemacht. Und darüber muss nun diskutiert werden."

Forderung 750.000 Euro in dieser Saison

Dieser Plan liefert laut der "Freien Presse" folgende konkrete Zahlen: So halte Siemon eine Zahlung der Stadt für die Regionalliga-Saison in Höhe von 750.000 Euro "für dringend notwendig". Bei einem Aufstieg in die 3. Liga solle die Zahlung auf 1,25 Millionen Euro pro Saison ansteigen.

Klaus Siemon, Insolvenzverwalter
Insolvenzverwalter Siemon: "Nicht in der Lage, Spielbetrieb zu finanzieren" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Lücke im Etat des CFC?

Hintergrund der Forderung sollten rote Zahlen im Etat der "Himmelblauen" sein. Derzeit steht der CFC mit 493.000 Euro in der Kreide. Zur Risikoabdeckung müsste der CFC aber einen Überschuss von 250.000 Euro erwirtschaften - so ergeben sich die geforderten 750.000 Euro.

Sobotzik: "CFC ist der größte Werbeträger der Stadt"

Auch hier dementiert Sobotzik: "Es ist nicht richtig, dass wir eine Bugdetlücke haben", sagt der CFC-Sportdirektor, setzt der Stadt Chemnitz dann aber dennoch die Pistole auf die Brust: "Fakt ist: der CFC ist der größte Werbeträger der Stadt. Die Stadt muss sich entscheiden, ob man Sachen wie den Fußball fördert oder nicht. Wir sind dabei, ein ehrliches Verhältnis zur Stadt herzustellen."

Alternative: Erhöhung der Eintrittsgelder um 75 Prozent

Für den Fall, dass die Stadt dem Verein die geforderten Summen nicht zahlen wolle, hat Insolvenzverwalter Siemon eine Alternative im Blick: Dann sollen die Eintrittsgelder um 75 Prozent erhöht werden: die günstigste Vollzahler-Karte würde dann statt 11 Euro knapp 20 Euro kosten, die teuerste rund 50 Euro kosten.

dh

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 20. Oktober 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2018, 15:14 Uhr

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78 Kommentare

23.10.2018 18:22 grüner 78

Wartet mal ab, bis der IV sein " Bollwerk gegen Rechts" medienwirksam anpreißt. Dann bleibt den Stadträten gar nichts anderes mehr übrig, als die Antrittsgage zu zahlen.

23.10.2018 16:25 Steffen 77

Eine Farce, anders kann man diesen Vorgang nicht nennen. Jetzt soll auch noch der Kampf gegen Rechts einem Fußballverein das Überleben sichern. Hätte man hier nicht lieber den Flöter aus Halle holen sollen? Der kennt sich wirklich mit Insolvenzen oder deren Abwendung aus. So bleibt es bei der Wettbewerbsverzerrung seitens des CFC, hoffentlich mit baldigen Ende alles andere ist nicht zu akzeptieren.

23.10.2018 12:20 Hobbykcker 76

Naja Peter, das wird doch alles so wie letztes Jahr. Bloß das beide Vereine jetzt ganz von der Bildfläche verschwinden, aber erst Erfurt dann Chemnitz! So wie hier die Meinung des Chemnitzer Stadtrates diskutiert wird, wird es wohl so. Aber in Erfurt, sah es ja schon letztes Jahr noch düsterer aus und daran scheint sich ja nix geändert zu haben.

23.10.2018 09:13 Peter Lustig 75

@73 Hobbykicker
....abwarten und Tee trinken...

23.10.2018 07:32 Gerhard 74

Der Verein soll endlich mal richtig wirtschaften !
Warum sollen laufend Steuergelder verschwendet werden !!!
Da haben Leute etwas zu sagen in Chemnitz und Verein , die keine Ahnung haben !!!
Wenn der Verein nicht auf eigenen Füßen stehen kann , dann sollte man ihn auflösen .
Wenn die Fan's zum Verein stehen ,dann zahlt eure Beiträge !!
Keinen Euro Steuergelder mehr für den Verein !!!!!!
Es gibt wichtigere soziale Aufgaben der Stadt Chemnitz .

22.10.2018 23:45 Hobbykicker 73

@71 Peter du bist ja wirklich lustig! RWE wird doch in der 2. Halbserie der Regionalliga gar nicht mehr dabei sein!

22.10.2018 22:42 Stuttgarter 72

Wird Zeit, daß der CFC liquidiert wird. An Peinlichkeit kaum zu überbieten, diese Hutbürger...

22.10.2018 20:10 Peter Lustig 71

Kämpfen FC Rot - Weiss Erfurt... JETZT KÄMPFEN...
Holt Euch den 2.Platz und steigt auf...
Das ist Eure Chance... !!!
Kalle Malle ist alle...

22.10.2018 18:39 Fritz Ryan 70

Die Stadt sollte endlich die Millionen herausrücken damit der CFC in ruhe Aufsteigen kann.

22.10.2018 18:23 Nurmalso 69

Ein Werbeträger der nicht mit Geld umgehen kann, ist kein Aushängeschild für eine Stadt. So was braucht keine Stadt und sollte auch nicht noch mit einer “Antrittsprämie“ unterstützt werden. Liebe Stadt Chemnitz unterstützt den Fussball und zwar den Nachwuchs und Vereine wie Fortuna oder Rapid. Da dürfte ja nichts dagegen sprechen, wenn man den Text oben liest oder?