Fußball | Regionalliga Keine besten Freunde: Matthias Maucksch und Eugen Ostrin

Es gibt Menschen, die kommen nicht zusammen. Der Trainer von Regionalligist Fürstenwalde heißt Matthias Maucksch und sieht schon Rot, wenn Schiedsrichter Eugen Ostrin angesetzt ist. Doch das müsste laut NOFV nicht sein.

Trainer Matthias Maucksch ( Fürstenwalde)
Fürstenwalde-Trainer Matthias Mauksch ist einmal mehr alles andere als gut auf Schiri Eugen Ostrin zu sprechen. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Matthias Maucksch und Eugen Ostrin werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Der eine ist Trainer von Regionalligist FSV Union Fürstenwalde, der andere Schiedsrichter aus Eisenach. Und irgendwie passt diese Kombination nicht. Erst am vergangenen Sonntag (6. September) fühlte sich Maucksch – zum wiederholten Mal – von Ostrin um Punkte betrogen. "Derjenige, der heute gepfiffen hat, den wollten wir mehrfach nicht. Ohne das Wort zu sagen, es fängt mit 'B' an und hört mit 'rüger' auf. Nachweislich wird der immer wieder angesetzt", zürnte der 51-Jährige nach dem 2:3 in Chemnitz.

NOFV: Es gab nie ein Zeichen von Fürstenwalde

Heinz Rothe, Schiedsrichter-Ansetzer beim Nordostdeutschen Fußball-Verband, kann die Aufregung nicht verstehen. "Wir sagen bei allen Tagungen zu den Vereinen, dass sie sich melden sollen, wenn es Probleme gibt. Von Union Fürstenwalde gab es da nie ein Zeichen, dass man diesen Schiedsrichter nicht angesetzt bekommen haben möchte. Das hätten wir dann unbürokratisch lösen können, wenn ein Verein das Gefühl hat, dass es mit diesem Unparteiischen nicht funktioniert", sagte Rothe am Montag dem MDR. Am vergangenen Samstag, einen Tag vor dem Spiel, habe es einen Anruf aus Fürstenwalde gegeben, dass der Trainer den Schiedsrichter nicht möchte. "Das war da natürlich nicht mehr zu ändern."

Matthias Maucksch 2 min
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So 06.09.2020 19:03Uhr 01:30 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-matthias-maucksch-interview-schiedsrichter-102.html

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Die Vorgeschichte zur Geschichte

Rothe gab auch zu, dass es mit Eugen Ostrin im Anschluss an die Partie VfB Auerbach gegen Union Fürstenwalde (22. November 2019) eine Auswertung gegeben hatte. "Sonst gab es aber bisher nichts auszusetzen." In Auerbach unterlag Union mit 2:3, kassierte auch einen Platzverweis. Maucksch hatte damals wegen einer Elfmeterentscheidung ebenfalls von "Betrug" gesprochen. Einen Monat zuvor hatte Fürstenwalde bei Hertha BSC II geführt, dann gab es Rot und Elfmeter für die Berliner, die am Ende 4:1 siegten.

Schiedsrichter Eugen Ostrin und Fürstenwaldes Ingo Wunderlich diskutieren über den Handelfmeter gegen Union in der ersten Halbzeit.
Schiedrichter Eugen Ostrin und Ingo Wunderlich dikutieren zu Handspiel Bildrechte: imago images/HärtelPRESS

Zwei vertretbare Entscheidungen in Chemnitz

Zurück zum Chemnitz-Spiel: Eugen Ostrin zeigte hier zwei Mal auf den Punkt, "natürlich" nicht für Union Fürstenwalde. Zunächst sprang Johann Weiß der Ball unglücklich an die Hand, dann entschied der Unparteiische bei einem wilden Zweikampf auf Foulelfmeter, es folgte das entscheidende 3:2 für den CFC. Zwei sicher harte Entscheidungen, aber durchaus vertretbar. Am 20. September empfängt Fürstenwalde den FSV Optik Rathenow. Die Schiedsrichteransetzung des NOFV steht noch nicht fest.

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Dieses Thema im Programm: MDR+ | Sport im Osten | 06. September 2020 | 16:00 Uhr

14 Kommentare

MikeS vor 12 Wochen

Ich weiß nicht, was den Maucksch mit seinem Gesabbel zum Trainer mit Lizenz qualifiziert. Sportlich mag das ja sein, aber menschlich und pädagogisch ist er unterste Schublade - aber nicht erst seit heute. Den Begriff "Tatsachenentscheidung" und seine Bedeutung scheint M. im Wortschatz nicht zu besitzen und zu kennen. Und einen SR des Betruges (strafbare Handlung und Offizialdelikt) zu bezichtigen alá Hoyzer verdient eine ordentliche Ansage durch den NOFV!

FCSL vor 12 Wochen

Ich bin selbst Schiedsrichter, und es kann durchaus vorkommen, daß ein Verein oder Schiedsrichter den Ansetzer bitten, jemand anderes für ein Spiel einzusetzen. Einfach um etwaige Spannungen nicht weiter zu befeuern. Allerdings kann sich kein Verein seinen Schiri "aussuchen".
Ich habe mir die Tore im Kurzdurchlauf hier auf der MDR-Seite angesehen und muß sagen, daß die beiden Elfer von der Kameraperspektive aus berechtigt waren. Wie auch immer, am Ende entscheidet der Mann (oder die Frau) mit der Pfeife, jene Menschen, die unzählige Stunden das Regelwerk studiert, Prüfungen abgelegt und sich bis in die RL hochgearbeitet haben.
Es ist völlig unakzeptabel, einen Schiri "Betrüger" zu nennen. Laut eigenen Worten hat M. Mauksch bereits einige Euros abdrücken müssen und offensichtlich nichts aus seinem Verhalten gelernt. Hier ist der NOFV massiv in der Pflicht, Führung zu beweisen und M. Mauksch selbst für eine Weile "abzusetzen".

lunatic vor 12 Wochen

@B.S.B.
Zu den beiden Elfmeterentscheidungen - hab´se live gesehen - da durfte es keine Diskussion geben, nix mit strittig! (dass der Mauksch das anders sieht, ist doch verständlich) der erste nach aktueller Regel deutlicher Handelfmeter (nix mit aus kurzer Entfernung an den Arm, der auch nicht angelegt war) und auch den Foulelfmeter konnte man durchaus geben (vielleicht nicht müssen, insofern vielleicht glücklich, aber dass man den geben konnte, darüber braucht nicht gestritten werden) - aber da gabs schon für weniger Elfer...