Fußball | Regionalliga Kirsten verabschiedet sich von Lok Leipzig: Karriere-Fortsetzung "aktuell ungewiss"

Benjamin Kirsten hat sich vom 1. FC Lok Leipzig verabschiedet. Ob der seit langem verletzte Keeper seine Karriere fortsetzen kann, ist unklar. Kirsten will sich nach seiner vor wenigen Wochen unterzogenen Meniskustransplantation zunächst auf die Reha konzentrieren. Zudem kehrt Angreifer Matthias Steinborn zu Heimatverein BFC Dynamo zurück.

Torwart Benjamin Kirsten
Benjamin Kirsten spielte seit November 2016 für den 1. FC Lok. Bildrechte: imago images / Picture Point

Mit warmen Worten haben sich der amtierende Regionalliga-Meister 1. FC Lok Leipzig und Torwart Benjamin Kirsten am Sonntag (19. Juli) nach mehr als dreieinhalb Jahren voneinander verabschiedet. Der Ende Juni ausgelaufene Vertrag des mittlerweile 33-Jährigen wird "im gegenseitigen Einvernehmen" nicht verlängert.

"Über Sport denke ich erst im neuen Jahr wieder nach"

Benjamin Kirsten Lok Leipzig
Kirsten hat seit Mai 2019 kein Fußballspiel mehr bestritten. Bildrechte: imago/opokupix

"Der 1. FC Lok soll in der zur Zeit schwierigen Situation für die Saisonplanung alle Freiheiten haben. Selbstverständlich bleibe ich dem Verein im Herzen verbunden und werde immer mit Rat und Tat zur Seite stehen", ließ Kirsten offiziell mitteilen. Der Sohn von Dynamo- und Bundesliga-Legende Ulf Kirsten war im November 2016 auf Werben des damaligen Lok-Trainers Heiko Scholz nach Leipzig-Probstheida gewechselt. Kirsten wurde umgehend Stammkeeper und Führungsfigur im Team der Blau-Gelben. Insgesamt bestritt er für den FCL 68 Pflichtspiele - das vorerst letzte jedoch bereits im Mai 2019 am vorletzten Spieltag der Saison 2018/19 bei Hertha BSC II.

Anschließend quälte er sich über Monate nach einer schweren Knieverletzung in der Reha für ein Comeback. Vor wenigen Wochen unterzog sich Kirsten einer Meniskustransplantation: "Die nun anstehende Rehaphase nach meiner Operation wird sich bis Anfang 2021 erstrecken. Wie und in welchem Rahmen ich anschließend meine Fußballkariere fortsetzen kann, ist aktuell noch ungewiss", so der frühere Zweitliga-Schlussmann. "Für mich persönlich stehen jetzt gesundheitliche Dinge im Vordergrund. Über Sport denke ich erst im neuen Jahr wieder nach."

Lok-Präsident: "Führungspersönlichkeit und toller Mensch"

Benjamin Kirsten, sein Vater Ulf Kirsten und Heiko Scholz mit DDR Fahne im Stadion Dresden
Heiko Scholz (re.) lotste den Sohn seines guten Freundes Ulf Kirsten (mi.) vor dreieinhalb Jahren zum 1. FC Lok. Bildrechte: imago images / Robert Michael

Lok-Präsident Thomas Löwe betonte: "Mit Benjamin Kirsten verlässt uns eine Führungspersönlichkeit und ein toller Mensch. Wir wünschen Benny eine schnelle Genesung und hoffen ihn, in welcher Form auch immer, bald wieder auf dem Fußballplatz begrüßen zu können." Kirsten durchlief den Nachwuchs von Bayer Leverkusen, wo Vater Ulf in 350 Bundesliga-Partien 182 Tore erzielte.

Benjamins anschließende Profilaufbahn führte nach einem kurzen Engagement für Waldhof Mannheim sieben Jahre lang zurück in die Heimat zur SG Dynamo Dresden (126 Pflichtspiele). Anschließend spielte er kurzzeitig für NEC Nijmegen in der niederländischen Eredivisie, ehe sich 2016 ein bereits sicher geglaubter Wechsel in die USA zu D.C. United nach Washington kurzfristig zerschlug.

Steinborn zurück in die Heimat

Matthias Steinborn (1. FC Lok).
Angreifer Matthias Steinborn. Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

Eine große Lücke im Angriff hinterlässt darüber hinaus Matthias Steinborn. Der erfahrene und torgefährliche Angreifer erzielte in den vergangenen zwei Jahren 33 Treffer in 66 Pflichtspielen für die Blau-Gelben - einer davon war der zwischenzeitliche 2:1-Führungstreffer im Playoff-Hinspiel Ende Juni gegen den SC Verl. Am Ende reichte es für den amtierenden Meister der Regionalliga Nordost jedoch nicht für den Aufstieg in die 3. Liga.

Der 31-jährige Steinborn wird nach seinem Gastspiel in Leipzig-Probstheida zu seinem Heimatverein BFC Dynamo zurückkehren. Insgesamt hat der Berliner mittlerweile bereits 181 Regionalliga-Partien auf dem Buckel, in denen er 60 Tore erzielte.

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mhe

Dieses Thema im Programm: SPORT IM MDR AKTUELL NACHRICHTENRADIO | 19. Juli 2020 | 13:40 Uhr

6 Kommentare

Strafrechts-Profit-eur vor 3 Wochen

Die Geschichte von Benjamin Kirsten ist leider sehr schmerzlich. Dass er sich seinen Meniskus hat entfernen lassen für ein körperfremdes Transplantat, war der größte Fehler, den er machen konnte.
Ich darf gar nicht daran denken, welchen Leidensweg er noch vor sich hat.
Man kann ihm nur das Beste wünschen und dabei tut einem alles weh.

alter dynamo fan vor 3 Wochen

Ich wünsche Benjamin Kirsten alles Gute . Er hatte es zwar nie nach ganz oben geschafft aber er hatte die gewisse Leidenschaft für den Fußball und war eins mit den Fans von Dynamo . Man hat es ihm auch nicht verübelt als er zur Loksche ging . es reichte zu letzt nicht mehr für die zweite Liga , und die Loksche ist ja auch Sachsen Fußballtradition

Feldspieler vor 3 Wochen

Danke Benny für die geile Zeit bei Lok!!!
Alles Gute und viel Erfolg! Ein ganz feiner Kerl und toller Sportler!!!
Wer weiß, vielleicht kreuzen sich die Wege wieder einmal. In Probstheida immer gern gesehen!