Fußball | Regionalliga Nordost Lok Leipzig beschert Wolf Einstand nach Maß

12. Spieltag

Es war ein hartes Stück Arbeit, dass der 1. FC Lok Leipzig gegen den SV Babelsberg verrichten musste. Mit einem Kraftakt gewannen die Probstheidaer am Montagabend 1:0 und bescherten damit Interimstrainer Wolfgang Wolf, der die Mannschaft bis zur Winterpause betreuen wird, einen Einstand nach Maß. Unterstützt wird der 62-Jährige bis dahin von Nicky Adler, der als Co-Trainer fungiert.

Gastgeber kommen nur langsam in Schwung

Die Lok-Spieler zeigten optisch "Flagge" und liefen mit Sondertrikots des Netzwerkes Fare (Football Against Racism in Europe) auf. Sportlich gaben die Gastgeber schnell die Richtung vor, allerdings versteckten sich die Babelsberger keineswegs und boten dem Favoriten ordentlich Paroli. Von dem bekannten Vollgas-Fußball der "Loksche" war wenig zu sehen, die erste richtig gute Möglichkeit ging in der 34. Minute sogar auf das Konto der Gäste. Tom Nattermann zog aus kurzer Distanz ab, FCL-Schlussmann Lukas Wenzel riss geistesgegenwärtig den Arm hoch und rettete mit einem Blitzreflex.

Kurz danach verlagerte Lok das Geschehen auf die SVB-Seite. Über Umwege kam der Ball zu Peter Misch, der war allerdings zu überrascht und schoss aus nächster Nähe Babelsbergs Torwart Marco Flügel an. Sekunden vor dem Pausenpfiff wurde es für die Filmstädter nach einer Bogenlampe von Robert Zickert noch einmal gefährlich, doch Ugurtan Cepni klärte per Kopf vor der Linie.  

Spielszene: Bogdan Rangelov (8, Babelsberg), Jake - Robert Wilton (5, Babelsberg) und Sascha Pfeffer (23, Lok).
Spielszene mit den Babelsbergern Bogdan Rangelov sowie Jake-Robert Wilton und Lok-Spieler Sascha Pfeffer. Bildrechte: Picture Point

Erst Schock, dann die Erlösung durch Steinborn

Im Angriff ging bei Lok auch nach der Pause recht wenig, die Abwehr stand sicher. In der 56. Minute mussten die Probstheidaer jedoch einen Schockmoment überstehen, denn nach einer Babelsberger Ecke lag der Ball in den Maschen. Referee Rasmus Jessen erkannte zunächst den Treffer von Jake-Robert Wilton an, nach Absprache mit seinem Assistenten nahm er das Tor wegen Handspiels zurück. Durchatmen bei den Wolf-Schützlingen.

Lange fehlte dem FCL die Konsequenz im Abschluss, die bewies dann der Ex-Babelsberger Matthias Steinborn in der 76. Minute. Das Sturm-Ass wurde von Djamal Ziane in Position gebracht und schoss das Spielgerät ins lange Eck. Sein dritter Saisontreffer. Lok führte mit 1:0 und gab den knappen Vorsprung bis zum erlösenden Schlusspfiff nicht mehr her.

Jubel Matthias Steinborn, nach dem Treffer zum 1:0.
Die Erlösung: Matthias Steinborn hat zum 1:0 getroffen. Bildrechte: MDR(Dirk Hofmeister

Das sagten die Verantwortlichen:

Marco Vorbeck (Trainer SV Babelsberg 03): "Wir sind in einer schwierigen Situation, wir haben keine Punkte und oft keine spielerischen Lösungen. Der Sieg geht in Ordnung aufgrund der Chancen für Lok. Bei uns hat der Zug zum Tor gefehlt und das Verhalten am 16er. Die Art und Weise, wie wir verloren haben, war traurig. Bei unserem Tor hat mir der Schiedsrichter gesagt, es wäre Hand gewesen. Das muss ich mir noch einmal anschauen. Glückwunsch an Lok."

Wolfgang Wolf (Interimstrainer 1. FC Lok Leipzig): "Für mich war wichtig, dass die Null steht. Wir mussten taktisch spielen, was nicht immer schön aussah. Nicht das wilde Anrennen war gefragt. Es war ein Arbeitssieg, ein schweres Spiel – aber ein verdienter Sieg. Danke an die Mannschaft, die das so nach Hause gebracht hat."

jmd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 21. Oktober 2019 | 21:45 Uhr

7 Kommentare

Chili Palmer vor 48 Wochen

Die Grußbotschaft aus der Kurve für das Fussballbuch des Jahres wurde im weiten Rund erstaunlich gut wahrgenommen. Und glaub mir: Die FK66 ist wie sie ist. Die Ultras stört das mithin am allerwenigsten.

Hase Popnase vor 48 Wochen

Wieso Ironie? Es war ein tolles Spiel mit einen letztendlich verdienten Ergebnis.
Und was die fantastische Stimmung angeht. Die Fans können ja nichts für die schlechte Akustik im Bruno.
Traurig sah nur ein wenig aus, wie sich die Ultras im Dunkel der Kurve verloren. Mann musste schon genau hinschauen um da überhaupt zu sehen, das da wer steht!

Chili Palmer vor 48 Wochen

Da bin ich ausdrücklich bei Loko 66. Das einzige, was die im Unterholz perfekt beherrschen, ist, im vehementen Dauerversuch anderen ihre drollige (Fußball)welt erklären zu wollen. Mach dich davon ein bisschen frei und du siehst klarer ;-)
By the way: War Hase Popase als Nickname nicht mehr wählbar?