Fußball | Regionalliga Lok-Cheftrainer Wolf pocht auf Rückspiel am 30. Juni: "Erwarte klare Kante vom DFB"

Nach dem Coronavirus-Ausbruch im Kreis Gütersloh hat die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen die Austragung des Aufstiegsrückspiels mit dem 1. FC Lok am kommenden Dienstag (30. Juni) in Verl untersagt. Geht es nach Lok-Coach Wolfgang Wolf ist der Anpfiff am 30. Juni jedoch alternativlos – in einem anderen Stadion.

SpiO Talk mit Wolfgang Wolf 18 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Mi 24.06.2020 09:15Uhr 17:34 min

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Sport im Osten Mi 24.06.2020 09:15Uhr 17:34 min

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Nach dem Coronavirus-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Lage vor den geplanten Aufstiegsspielen zur 3. Liga zwischen Lok Leipzig und dem SC Verl angespannt. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat für den Kreis Gütersloh, in dem auch Verl liegt, nicht nur strikte Einschränkungen des öffentlichen Lebens verfügt, sondern am Mittwochmittag (24. Juni) auch die Austragung in Verl am kommenden Dienstag (30. Juni) offiziell untersagt. Der geplante Termin für das Rückspiel steht daher mehr denn je auf der Kippe.

DFB denkt über Verschiebung nach

Auch Lok-Trainer Wolfgang Wolf sieht die derzeitige Situation mit großer Sorge. "Was in Verl los ist, tut uns natürlich allen leid", sagte der 62-Jährige im "SpiO"-Talk am Mittwoch (24. Juni). Da der Lockdown in Verl bis zum 30. Juni andauert, gibt es von Seiten des DFB nun scheinbar die Überlegung, die Partie am 1. Juli stattfinden zu lassen.

Wolfgang Wolf (Sportdirektor und Trainer Lok Leipzig) spricht mit einem Spieler beim Training von Lok Leipzig (22.06.2020).
Wolfgang Wolf beim Lok-Training in Abtnaundorf am Montag. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

Ein Ding der Unmöglichkeit, unterstrich Wolf jedoch. Das hat mir vielerlei Gründen zu tun: Zum einen hat Lok bereits ein Trainingslager gebucht. Zum anderen ist unklar, "ob der Lockdown nicht doch verlängert wird". Auch haben bereits Anhänger der "Loksche" angekündigt, ihr Mannschaft zu begleiten.

Wolf plädiert für Verlegung in anderes Stadion

"Ein paar Fangruppen haben gesagt, sie wollen hochkommen und uns die Daumen drücken. Da müssen wir dem DFB melden, von daher kommt Verl gar nicht in Frage. Das wäre hoch fahrlässig, wenn der DFB da nicht handelt". Von daher pocht Wolf auf die Verlegung der Partie in ein andere Stadion: "Für mich gibt es keine andere Wahl, als das Verl ausweichen muss. Wie lange will man das noch hinauszögern? In meinen Augen gibt es auch keinen Heim- oder Auswärtsvorteil. Das ist uninteressant, zumal keine Zuschauer da sind. Es gibt keine andere Alternative."

Was Wolf zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen konnte: Kurz nach dem MDR-Interview untersagte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen die Austragung der Partie am 30. Juni in Verl. "Zu allen weiteren Fragen sind aktuell noch keine konkreten Antworten möglich. Abstimmungen zwischen DFB, Klubs und Behörden laufen auf Hochtouren", sagte Verbandssprecher Jochen Breideband am Mittwochnachmittag (24. Juni) auf MDR-Anfrage.

Spielerverträge laufen bis 30. Juni

Ein noch größeres Problem bei einem womöglich späteren Austragungstermin: Die vertragliche Situation der Spieler. "Ab dem 1. Juli hat bis auf Paul Schinke kein Spieler mehr einen Vertrag", so Wolf: "Wir müssten dann alles verlängern und das kostet den Verein Geld." Die gleichen Baustellen drohen auch dem SC Verl bei einer möglichen Verlegung. Für Wolf gibt es daher auch nur eine Möglichkeit: "Es muss bis zum 30. Juni über die Bühne gehen, wir können das nicht unendlich verlängern. Da erwarte ich vom DFB klare Kante."

Paul SCHINKE 10, Lok
Nur Paul Schinke hat derzeiten einen über den 30. Juni hinaus laufenden Vertrag beim 1. FC Lok. Bildrechte: imago images/Beautiful Sports

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 25. Juni 2020 | 17:00 Uhr

11 Kommentare

Chili Palmer vor 13 Wochen

Gäbe es in den Kommentarbereichen von MDR-Sport neben der Ahndung von Nettiquetteverstößen auch Plausibilitätsprüfungen, hättest du eine Menge Freizeit.
Der seitens des DFB definierte 30.06. als Saisonabschluss hat für die Vereine entscheidende arbeitsrechtliche Konsequenzen. Du hattest dich doch in einem anderen Thread bereits versucht, dem Thema Kaderplanung für grüngrau zu nähern. Aber na ja, eben nur versucht...

Feldspieler vor 13 Wochen

Was für ein Irrsinn? Die einen Vereine müssen sich zwingend an Zeitpläne halten und nun soll verschoben werden? Was mutet der DFB den Vereinen und Spielern eigentlich zu...? Um Sport geht es garnicht mehr. Beide sollen aufsteigen und nächstes Jahr ein Absteiger mehr. Das ist doch recht einfach. Was für eine Hin und Her... absolut irrsinnig!

Chemieschwein vor 13 Wochen

An solchen Forderungen sieht man , das den Südfriedhöflern das Wasser bis zum Hals steht , ohne die avisierten Fernsehgelder in Liga 3 werden wohl ganz kleine Brötchen gebacken werden müssen .Ein Irrsinn das man fordert , das der DFB sich gegen die Pandemieregelungen der Politik zum Schutze des Gemeinwohls durchsetzen soll .. fast wie ein kleiner Staat im Staat .. Die Politik sollte dem DFB langsam mal ne klare Kante zeigen und nicht nur Brot und Spiele propagieren lassen . Aber daran sieht man auch , Gemeinwohl ist diesen Probstheidaern selbst in diesen Pandemiezeiten sichtlich Schnuppe ...