Fußball | Regionalliga Lok Leipzig duselt sich zum Dreier

7. Spieltag

Zum ersten Mal hat der 1. FC Lokomotive Leipzig in Meuselwitz gewonnen. Das 1:0 allerdings war ein höchst glücklicher Sieg, der ZFC hatte seinerseits einige Hochkaräter liegen gelassen. Eins hatte die Partie – unglaubliche Brisanz: zwei Platzverweise und eine 13-minütige Spielunterbrechung.

Spieler auf dem Feld 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten So 01.09.2019 16:30Uhr 05:00 min

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Die Gäste mussten ohne ihren Stürmer Djamal Ziane antreten, dessen Verletzung aus dem Auerbach-Spiel keinen Einsatz zuließ. Zudem fehlte Robert Berger nach seiner Roten Karte gesperrt. Beim ZFC fiel Sebastian Albert mit einer Zerrung aus. Auf der Bank nahm zu ersten Mal Danny Breitfelder Platz. Der Offensivmann wurde kurzfristig verpflichtet, spielte zuletzt bei den Sportfreunden Lotte.

Dartsch hat Führung auf dem Fuß

Nach einer Viertelstunde Abtasten versuchte Lok, das Spiel an sich ziehen. Doch der ZFC stand mit zwei Viererketten sicher, hatte es auch leicht, weil die Gäste recht einfallslos agierten. Meuselwitz wurde mit laufender Spielzeit immer mutiger, nach 26 Minuten hatte Alexander Dartsch erstmals die Führung auf dem Fuß. Nach einer schönen Kombination scheiterte er aus spitzem Winkel. Wenige Minuten zuvor war ein abgefälschter Schuss von Fabian Raithel knapp über den linken Winkel gezischt. Jetzt hatte der ZFC Blut geleckt und musste bis zur Pause führen. Dartsch wirbelte in der 37. Minute gegen zwei, sein abgefälschter Schuss wurde von Lukas Wenzel aus dem rechten Winkel geholt.

Sekunden später köpfte der Meuselwitzer Stürmer, ein Leipziger rettete vor der Torlinie ebenfalls per Kopf. Lok, bis dahin in der Offensive schwach, kam gegen Ende der ersten Halbzeit zu zwei guten Möglichkeiten. Beide Male war es Matthias Steinborn, der in der 41. Minute verzog, kurze Zeit später frei am Meuselwitzer Schlussmann Ruben Aulig scheiterte. Kurz vor der Pause wurde es immer hektischer, Schiedsrichter Felix Burghardt musste vier Gelbe Karten verteilen.

v. l. Fabian Raithel (ZFC Meuselwitz), Alexander Dartsch (ZFC Meuselwitz)
Für einen Jubler reichte es heute nicht bei Alexander Dartsch (rechts). Der Pfosten verhinderte den Führungstreffer für die Meuselwitzer (Archivbild). Bildrechte: imago images / Matthias Koch

Pfosten, Platzverweise, Unterbrechung und spätes Tor

Mit zwei frischen Kräften legten die Gäste nach dem Wechsel deutlich zu, Meuselwitz blieb bei einer leichten Konterhaltung und hatte nach 47. Minuten die erste Chance, als Dartsch nach Mauer-Pass freistehend an Wenzel scheiterte. Im Gegenzug verzog der eingewechselte Ex-Meuselwitzer Romarjo Hajrulla nur knapp. In der 59. Minute hatten die ZFC-Anhänger den Torjubel auf den Lippen, doch Mauer setzte die Kugel aus fünf Metern an den rechten Pfosten. Danach wurde es wieder extrem hektisch. David Urban flog nach dem Unterbinden eines Konters mit Ampelkarte vom Platz.

Danach gab es viele Fouls und wohl einen Becherwurf gegen den Schiedsrichter-Assistenten. Der Unparteiische unterbrach die Partie. Nach 13 Minuten ging es weiter, blieb aber ähnlich hektisch. Dann hatte Lok diesen einen Moment. Milan Senic zog rechts in den Strafraum. Seinen Schuss wehrte Aulig nach vorn ab, Patrick Wolf netzte in der neunten Nachspielminute den Abpraller aus acht Metern ein. Damit war die Partie gelaufen.

Torjubel nach dem Treffer zum 2:1 durch Torschütze Robert Zickert (mi., 21, Lok) mit Patrick Wolf (li., 14, Lok) und Djamal Ziane (re., 13, Lok)
Heute der entsheidende Mann: Patrick Wolf (links) erzielte in der nachspielzeit den glücklichen Siegtreffer für den 1. FC Lok Leipzig (Archivbild). Bildrechte: Picture Point
David Urban an der Meuselwitzer Bank 1 min
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So 01.09.2019 16:09Uhr 00:58 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/zfc-meuselwitz-lok-leipzig-104.html

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Das sagten die Trainer

Björn Joppe (Team-Manager/Leipzig): "Als Zuschauer hatte man alles, Emotionen, Zweikämpfe. Es waren keine harten Zweikämpfe. In der ersten Halbzeit war es sehr ausgeglichen, beide standen kompakt. Nach dem Wechsel gehörten Meuselwitz die ersten 25 Minuten, da mussten wir uns bei Wenzel bedanken. Dann der Platzverweis, Meuselwitz blieb aber abwartend, ließ uns am Leben. Dann gehört das Glück dazu. Wir nehmen den Punkt dennoch gern mit. Wenn alles auf dem Platz schon Gelbe Karten haben, fehlen nur noch die Trainerbank und die Zuschauer. Das sagt alles über die Schiedsrichter."

Heiko Weber (Meuselwitz): "Wir haben uns in den letzten beiden Partien 12 bis 13 Chancen erspielt,  aber nur ein Tor geschossen. Schade, dass wir uns nicht belohnen. Wir wollen aber diesen Fußball spielen. Wir machen aber alles falsch, wenn wir Tore schießen müssen. Wir haben Chancen über Chancen, nutzen sie leider nicht. Wir verdammen die Mannschaft deshalb nicht. Die Unterbrechungen haben uns nicht gefallen, wir sind aus dem Rhythmus gekommen. Wir wollten danach einen Punkt. Das war vielleicht mein Fehler, dass ich so gewechselt habe. Wir haben eine fantastische Mannschaft. Wir hatten nicht dieses Glück in den entscheidenden Situationen. Wir werden auch wieder Tore schießen."

rei

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. September 2019 | 16:30 Uhr

3 Kommentare

Chili Palmer vor 38 Wochen

Erstmal danke für die Glückwünsche, die ich demütig annehme, denn der ZFC hat die heutige Niederlage nicht verdient - eher umgekehrt. Was allerdings die Stimmung auf den Rängen angeht, wenn Lok auf der Glaserkuppe gastiert, solltest du inzwischen schon mitbekommen, dass sich die verbalen Entgleisungen so ziemlich die Waage halten.

Loko 66 vor 38 Wochen

Die Beschimpfungen von der Dorftribüne gingen weit unter die Gürtellinie.
Es wurde echt kein Lokspieler ausgelassen
Es fielen Worte wie Dr....au , W......r und und und ...
Aber Lok hatte die passende Antwort parat und es freut mich deshalb umso mehr.
Nur der FCL !!!

Fan Achim vor 38 Wochen

Lok macht aus einer guten Chance ein Tor, der ZFC hat 3 Großchancen und trifft nicht. Das ist eben der Unterschied. Bin stinkesauer, wie kann man nur so ein Spiel verlieren? Trotzdem Glückwunsch nach Leipzig Auch wenn sich einige Zuschauer von Lok, die bei uns im Block saßen benommen haben wie die Idi.... Auch sollten sich das Schiedsrichterkollektiv mal hinterfragen, ob sie in dieser Klasse das Niveau haben um da zu bestehen.Auf beiden Seiten ein Kartenfestival, muss doch nicht sein.

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