Fußball | Regionalliga Lok Leipzigs Co-Trainer Nicky Adler vom Aufstieg überzeugt

Vor dem anstehenden Aufstiegs-Rückspiel gegen den SC Verl dreht Lok Leipzig an den letzten Stellschrauben. Trotz des unglücklichen Remis im Hinspiel könnten die Vorzeichen kaum besser sein, meint Co-Trainer Nicky Adler. Denn mit Druck konnte seine Mannschaft schon immer gut umgehen. Derweil drückt Lok-Schlussmann Benjamin Kirsten die Daumen aus der Ferne.

Die Spannung steigt, die Stimmung ist gut. Einen Tag vor dem Aufstiegsrückspiel gegen den SC Verl am Dienstag (30. Juni, ab 15:15 Uhr live im MDR Fernsehen) sind die Sinne bei Lok Leipzig geschärft. Im ostwestfälischen Dörfchen Marienfeld haben die Probstheidaer ihr Lager im dortigen Schlosshotel Klosterpforte bezogen. "Ein schönes Fleckchen Erde", berichtete Loks Co-Trainer Nicky Adler im "SpiO"-Talk am Montag (29. Juni): "Das Hotel ist sehr gut gelegen, Es bietet die perfekten Bedingungen zur Vorbereitung auf das Spiel."

Guderitz hat Fehler gut weggesteckt

Perfekte Bedingungen wird die "Loksche" am morgigen Tag auch brauchen. Nach dem 2:2-Remis in Hinspiel vergangene Woche in Leipzig lebt der Traum vom Drittligaaufstieg weiter. Zwar "merkt man dem einen oder anderen an, dass die Gedanken im Kopf rumgehen", so Adler, die Stimmung sei aber insgesamt "sehr locker und positiv." Auch bei Torhüter Fabian Guderitz, der im Hinspiel mit einer unglücklichen Aktion kurz vor Schluss den Ausgleich verschuldete. "Der Fehler nagt an ihm. Das hat er aber sehr gut weggesteckt", weiß Adler und stärkte seinem Keeper den Rücken: "Er hat bis zu dieser Aktion sein bestes Spiel gemacht und viele gute Bälle geschlagen."

Nicky Adler Co-Trainer Lok Leipzig beim Training von Lok Leipzig 22.06.2020
Nicky Adler beim Training von Lok Leipzig. (Archiv) Bildrechte: imago images/opokupix

Keine großen taktischen Veränderungen

Nach der über viermonatigen zwangsbedingen Corona-Pause war es für keine der beiden Mannschaften leicht, sofort wieder in den Spielrhythmus zu kommen – eher "ein erstes Abtasten." Nun wisse man, wie der Gegner spielt, betonte der langjährige Aue-Profi. Deshalb werde es auch keine großen taktischen Veränderungen geben, "die Abläufe bleiben soweit alle gleich." Die Entscheidung wer morgen zum Kader gehört, wird nach dem heutigen Abschlusstraining getroffen.

Adler kennt die Bielefelder "Alm"

Da die Partie aufgrund des Corona-Ausbruchs im Kreis Gütersloh nicht wie geplant im Stadion des SV Verl stattfinden kann, weichen die beiden Mannschaften auf die Heimstätte von Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld, die Schüco-Arena, aus. Adler kennt das Stadion gut, spielte selbst als Profi einige Mal auf der "Alm". Von der Größe her lässt es sich mit dem Stadion in Aue vergleichen, so der 35-Jährige: "Unsere Jungs werden sich auf das Spiel freuen, auch wenn es wahnsinnig schade, dass wieder keine Zuschauer dabei sein können."

Aufstieg mit Lok der krönende Abschluss

Ein möglicher Drittliga-Aufstieg seines Herzensvereins wäre für Adler ein runder Abschluss. Der gebürtige Leipziger wird sich zukünftig "in einem neuen Berufsfeld ausleben", will in der kommenden Saison aber die A-Lizenz im Trainerbereich erwerben. Ein Aufstieg mit Lok wäre vorerst der krönende Abschluss. "Der Verein hat sich den letzten 15 Jahren so erfolgreich hochgearbeitet. Dass wir morgen die Möglichkeit haben aufzusteigen, ist auch für mich eine großartige Sache."

"Unsere Mannschaft ist immer über sich hinausgewachsen, wenn sie musste"

Die Probstheidaer werden dabei auf Sieg spielen müssen. Selbst ein torloses Unentschieden oder ein 1:1 würden aufgrund der erzielten Auswärtstore Verls nicht reichen. Dennoch sind die Vorzeichen vielversprechend, meint Adler: "Unsere Mannschaft ist immer über sich hinausgewachsen, wenn sie musste und den Druck hatte. Von daher bin ich überzeugt, dass wir aufsteigen. Wir gehen mit dem Gefühl ins Spiel, wir müssen. Das ist eine gute Ausgangslage."

Lok-Schlussmann Benjamin Kirsten fiebert aus Leverkusen mit

Aus der Ferne drückt auch FCL-Torwart Benjamin Kirsten seinem Team die Daumen. "Ein Tor ist Pflicht, das wissen wir. Wir sind gut genug, um mindestens ein Tor zu machen", sagte der 33-Jährige im "SpiO"-Talk am Montagnachmittag: "Ich bin absolut überzeugt, dass wir das Spiel morgen gewinnen werden." Der 33-Jährige laboriert momentan an einer schwerwiegenden Knieverletzung und bekam am vergangenen Mittwoch das Meniskus-Gewebe eines Spenders transplantiert. Aktuell weilt er in Leverkusen.

Benjamin Kirsten
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"Unsere Spieler sind Büffel, Maschinen"

Seine Mannschaft sieht er vor allem mit Blick auf die körperliche Stärke im Vorteil. "Wir kommen über unsere körperliche Spielweise. Unsere Spieler sind Büffel, Maschinen. Die Mischung macht's", so der ehemalige Profi von Dynamo Dresden und gab die Marschroute vor: "Morgen entscheidet der Wille, das Herzblut und die absolute Leidenschaft."

"Ego hinten anstellen"

Wie es für ihn in bei der "Loksche" weitergehen wird, ist noch unklar. Erst einmal zählen nur die Fortschritte in der Reha sowie der morgige Auftritt gegen Verl, unterstrich Kirsten. "Der Verein ist das, was wichtig ist. Da muss man sein Ego auch hinten anstellen. Ich möchte, dass die Mannschaft die Energie in den nächsten Tag legt." Dann "zählt nur die Gegenwart", weiß der gebürtige Riesaer. Das Vertrauen in "seine kleine Büffelherde" ist aber zur Genüge da.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 30. Juni 2020 | 15:15 Uhr

1 Kommentar

Thommi Tulpe vor 2 Tagen

Was soll der Herr Adler auch sagen? "Ein wenig mulmig ist mir schon."? Als "meine" Blau-Weißen seinerzeit gegen Kickers Offenbach in die Relegation mussten und das Hinspiel 1:0 gewannen - in mir herrschte alles andere als Selbstsicherheit. Ok, "meine" Blau-Weißen wären auch mit einem 2:2 im Hinspiel aufgestiegen. Das Rückspiel wurde ja 3:1 gewonnen.