Fußball | Regionalliga Ultras aus der Südkurve bestimmen in Jena künftig direkt mit

Die Südkurve hat künftig deutlich mehr Einfluss bei Carl Zeiss Jena. Bei der Mitgliederversammlung am Wochenende schafften es zwei Vertreter in den Wahlausschuss des mitgliederstärksten Sportvereins Thüringens.

Mitgliederversammlung
Gut besucht - die Mitgliederversammlung von Carl Zeiss Jena. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die aktiven Fans des Regionalligisten Carl Zeiss Jena haben künftig direkten Einfluss auf die Vereinspolitik. Mit Toni Schley und Marcus Springstein gehören künftig zwei Kandidaten der Südkurve zum Wahlausschuss. Dieser legt die Kandidaten für die Aufsichtsratswahl fest.

Ultras bestimmen bei Wahl des Aufsichtsrats mit

Und schon im kommenden Jahr wird im Paradies wiedergewählt. Dann kommt keiner an der Meinung der Ultras aus der Südkurve vorbei, denn der Wahlausschuss besteht aus fünf Mitgliedern und ein Aufsichtsratskandidat muss mindestens vier von fünf Stimmen des Wahlausschusses erhalten, um kandidieren zu dürfen.

Die Fanszene war seit längerem in vielen Punkten unzufrieden mit der Arbeit der Vereinsgremien. Öffentlich bemängelt wurde die Pflege der Vereinskultur, die abseits der ersten Mannschaft kaum existent sei. Auch die Folgen des Einstiegs von Investor Roland Duchatelet 2013 war ein Kritikpunkt. Trotz eines Millionen-Darlehens habe es sportlich keinen Aufwind, dafür aber viel Abhängigkeit gegeben.

Mitgliederversammlung: 250 Vertreter aus der Südkurve

Die bemängelte Vereinskultur zeigte sich auch auf der Mitgliederversammlung. Von den etwa 300 anwesenden der rund 4.200 Vereinsmitglieder waren knapp 250 Vertreter aus der Südkurve. Ohne die Ultras hätte der FCC mit 60 Mitgliedern eine Mitgliederversammlung durchgeführt. Und das als mitgliederstärkster Sportverein Thüringens.

Mitgliederversammlung
Rund 300 Vereinsmitglieder von Carl Zeiss Jena waren bei der Mitgliederversammlung dabei. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Südkurve, seit Ewigkeiten der Platz der aktiven FCC-Fans, war bisher so etwas wie die "außerparlamentarische Opposition", künftig wird sich das ändern. Zumindest bei der Besetzung des Aufsichtsrats führt in Jena kein Weg mehr an den Ultras vorbei.

red

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Spieler von Cottbus trifft per Kopfball ins Tor.
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Spieler von Meuselwitz führt den Elfmeter Strafstoß aus.
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Dieses Thema im Programm: MDR+ | Sport im Osten | 10. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

Professor Hans vor 7 Wochen

Tommi Tulpe
Sie geben ja in ihrem Beitrag zu das es diese Fälle gibt. Probleme machen nicht die einfachen Fans sondern die Ultras die bei allen Vereinen die kritische Masse darstellen. Genau dort kommt es zu Straftaten und Gesetzesbrüchen aller Art. Sie können in der Statistik von Jena der Strafen durch den DFB nachschauen. Und zu ihrer polemisch Frage. Ja ich war auch in einer Fangruppe eines Ost Vereins und genau dort haben die Ultras alle Regeln gebrochen bis hin zur Untetwanderung durch einen Fascho Ordnungsdienst.
Außerdem habe ich auch einen Polizisten in der Familie der regelmäßig auch für sie bei den Ausschreitungen in Jena sein Leben riskiert. Ich hoffe sie denken nochmal darüber nach.

Thommi Tulpe vor 8 Wochen

Kümmern Sie Sich besser um politische Diskussionen, wenn Sie keine Ahnung von Fußball-Vereinen zu scheinen haben!
Zum einen bestimmt kein Ultraschall (nicht mal ein Schal!) beim FCC mit.
Zum anderen sind ganz sicher nur wenige Ultras Krawallmacher, Bengalo-Zünder, Rassisten, Hetzer und Schläger!
Beim 1. FC Magdeburg z. B. gibt es bereits seit "ewigen" Jahren einen Fan-Rat, der Einfluss auf den Verein hat.
So nicht wissen, was wir für ein Staat sind:
Zumindest noch gilt Deutschland als parlamentarische Demokratie, die sich gegen Radikales zu wehren weiß.

Professor Hans vor 8 Wochen

Ultraschall bestimmen mit ?
Das sind die mit den Bengalos, den rassistischen Sprüchen, der körperlichen Gewalt im Umfeld des Stadions und den Hetzplakaten gegenüber z.B. Herrn Hoff.
Schämt euch die Ultras braucht niemand.
Radikale in der Politik - Radikale im Sport. Was für ein Staat.