Fußball | Rasissmusvorwurf Nach Auerbacher Einladung: Hertha BSC bittet um Zeit zur Aufarbeitung

Hertha BSC hat sich nach dem Eklat um die Rassismusvorwürfe ihrer U16 gegen B-Jugend-Spieler des VfB Auerbach für das jüngste Dialogangebot der Vogtländer bedankt, jedoch um Geduld zur eigenen Aufarbeitung gebeten. Derweil bekräftigte VfB-Manager Volkhardt Kramer nach einem Gespräch mit Spielern und Eltern die Auerbacher Darstellung, dass es keine rassistischen Beleidigungen gegen die Berliner gegeben habe.

Fahnen der Fußball-Akademie von Hertha
Bildrechte: imago/Matthias Koch

Hertha BSC hat am Donnerstag (19. Dezember) in punkto des zuvor vom VfB Auerbach vorgeschlagenen gemeinsamen Dialogs im Vogtland um Geduld gebeten. Benjamin Weber, Leiter der Fußball-Akadmie des Bundesligisten, bedankte sich schriftlich für die Einladung der Auerbacher und unterstrich dabei die auch von Berliner Seite jederzeit bestehende Gesprächsbereitschaft.

Hertha-Akademieleiter Weber: "Geschehnisse aufarbeiten"

Der Herthaner Nachwuchsverantwortliche habe die Schwarz-Gelben jedoch gleichfalls um Verständnis dafür gebeten, dass sein Klub "die Geschehnisse zunächst einmal über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel aufarbeiten möchte", informierte der VfB am Donnerstagabend.

"Das ist erstmal in Ordnung und ich kann das verstehen", sagte VfB-Manager Volkhardt Kramer anschließend auf Anfrage des MDR. "Der Kerninhalt war, dass man noch ein bisschen Zeit brauche. Da gibt es ja definitiv auch einiges aufzuarbeiten."

Volkhardt Kramer, Manager Vfb Auerbach, steht am Spielfeldrand und schaut.
Volkhardt Kramer, Manager des VfB Auerbach. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Berliner Spielabbruch wegen Rassismusvorwurf

Am vergangenen Wochenende hatte die Berliner U16 um Trainer Sofian Chahed aufgrund eines Rassismusvorwurfs gegen Spieler des VfB das Punktspiel der Klubs in der B-Junioren-Regionalliga zwölf Minuten vor Abpfiff beim Stand von 2:0 für die Hauptstädter abgegebrochen. Die Auerbacher widersprachen den Anschuldigungen umgehend und vehement. Sowohl das Schiedsrichtergespann als auch Patrick Müller, ein anwesender Lokalpolitiker von DIE LINKE, hatten keinerlei rassistische Beleidigungen wahrgenommen und unterstützten die Sachsen daher in ihrer Darstellung der Ereignisse.

Der Fall hatte deutschlandweit ein gewaltiges mediales Echo ausgelöst. Aufgrund der von beiden Seiten höchst unterschiedlichen Aussagen ruderte jüngst die Deutsche Olympische Gesellschaft zurück, die den Hertha-Junioren eine "Fair-Play-Medaille" für ihr Handeln in Aussicht gestellt hatte. Die Vergabe steht nun bis zur Aufklärung der Fakten unter Vorbehalt, bestätigte DOG-Präsident Richard Meng.

VfB-Gespräch mit Team und Eltern: "Keine rassistischen Beleidigungen"

In Auerbach hatten sich die Verantwortlichen am Mittwochabend (18. Dezember) noch einmal mit ihrem B-Jugendteam, den Eltern und Trainern zusammengesetzt und ausführlich über die Geschehnisse gesprochen. "Alle haben durch die Bank weg noch einmal betont, dass es keine rassistischen Beleidigungenen gegeben habe", unterstrich Kramer.

Er ergänzte: "Damit haben sich die Eindrücke aus unserer ersten Stellungnahme nochmals bestätigt." Am Freitag wird der Verein seine danach vom Verband geforderte Stellungnahme an das NOFV-Sportgericht übermitteln. "Es trifft mich so tief, ich bin fix und fertig", machte Kramer am Donnerstagabend deutlich.

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mhe

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 20. Dezember 2019 | 21:40 Uhr

8 Kommentare

Dreissiger vor 39 Wochen

Im Nachhinein freue ich mich noch mehr, dass Union die unsympathische Hertha geschlagen in den Berliner Westen zurückgeschickt hat.
Kopf hoch Auerbach, wir halten zu euch.

tobi vor 39 Wochen

Wenn sich bestätigt, dass die rassistischen Beleidigungen nichts weiter als unsinniges Gerede waren, was will man von der Seite der Herthaner aufarbeiten? Die eigenen Unzulänglichkeiten und Lügen? Das man auf den allgegenwärtigen Zug von Rassismus und Diffamierungen aufgesprungen ist um sich ins rechte Licht zu rücken? Schwer nachzuvollziehen diese Reaktion aus Berlin genau wie die gesamte Hysterie bezüglich dieses Themas explizit in Deutschland. Vielleicht sollten wir langsam mal dazu übergehen die Welt um uns rum etwas entspannter zu betrachten, als aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen, alles sinnlos aufzubauschen. Das bezieht sich ausdrücklich auch auf die Medien und Politiker in diesem Land.

Daniel vor 39 Wochen

Respekt nach Auerbach. Ich bin sehr gespannt wie die Reaktion aus Berlin ausfällt.
Von allen neutralen Beteiligten wurde keine rassistischen Äußerungen wahrgenommen.
Den Herthanern war es wichtig ein Foto aus der Kabine zu veröffentlichen.
Ich hätte mir da einen verantwortungsvolleren Umgang durch Vertreter eines bekannten NLZ gewünscht.
Mein persönliches Motto kann ich immer wiederholen "RESPEKT IST KEINE EINBAHNSTRASSE!"

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