Fußball | Regionalliga Nach Nazi-Skandal: Geldstrafe und Tribünen-Sperre für den Chemnitzer FC

Nach dem Skandal um die Trauerfeier für den Neo-Nazi Thomas H. ist der Chemnitzer FC vom Nordostdeutschen Fußballverband zu einer Geldstrafe und einer Tribünensperre verurteilt worden. Der CFC stimmte dem Urteil zu.

Horst Kletke, Rechtsanwalt Chemnitzer FC 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR aktuell 21:45 Uhr Mo 29.04.2019 21:45Uhr 01:15 min

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Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbands hat Regionalligist Chemnitzer FC nach den Vorfällen vor der Partie gegen die VSG Altglienicke am 9. März 2019 zu einer Geldstrafe und der Sperrung einer Tribüne verurteilt. Das gab der CFC in einer Pressemitteilung am Montagabend bekannt. Um einen Punktabzug kamen die Sachsen herum. Der wäre laut Rechts- und Verfahrensordnung des NOFV auch möglich gewesen.

Leere Südtribüne gegen Meuselwitz

In der Mitteilung heißt es: "Demnach belegt der Verband den Chemnitzer FC auf Grund unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger für drei Heimspiele mit einer Sperre der Südtribüne, wovon zwei zur Bewährung ausgesetzt werden. Das Verbot tritt bereits zum Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz (04.05.2019) in Kraft. Darüber hinaus wurde der Chemnitzer FC mit Auflagen im strukturellen Bereich sowie mit einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro bestraft. Davon können 5.000 Euro für die vereinseigene Anti-Rassismus-Arbeit investiert werden. 'Der NOFV hat null Toleranz gegenüber Rassismus. Mit dem Urteil ist ein deutliches Signal gesetzt worden. Der NOFV und der Chemnitzer FC haben eine gesellschaftliche Verantwortung, der sie gerecht werden müssen. Das Gericht hat im Strafmaß berücksichtigt, dass der Chemnitzer FC bereits erste Maßnahmen ergriffenen und sich auf das Schärfste von den Geschehnissen distanziert hat", erklärte Richter Stephan Oberholz im Anschluss an die Urteilsverkündung." Der Chemnitzer FC hat das Urteil bereits akzeptiert. Es ist damit rechtskräftig.

Zuschauerkulisse der Südtribüne des Chemnitzer FC.
Die Chemnitzer Südtribüne bleibt gegen Meuselwitz geschlossen. Bildrechte: IMAGO/Kruczynski

Eine öffentliche Trauerbekundung vor der Partie des Chemnitzer FC gegen Altglienicke für den Neo-Nazi und Alt-Hooligan Thomas H. hatte bundesweites Entsetzen ausgelöst. Sportvorstand Thomas Sobotzik hatte in den folgenden Tagen zugegeben: "Wir brauchen Hilfe."

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 30. April 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. April 2019, 14:26 Uhr

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81 Kommentare

01.05.2019 15:58 Real 81

Mein Verein (Name sag ich nicht weil sonst alle lachen) hat zwar viel weniger Fans als der CFC dafür aber auch weniger Erfolg. Ich finde es nur geil über andere herzuziehen. Da kann ich meinen eigenen Mißerfolg gut vergessen.

01.05.2019 13:51 Real 80

Alter Schwede, warum diese Aufregung um einen Verein der nie etwas, oder je etwas im Fußball zustandebringt. Die Provinz in Sachsen bleibt immer Fußballprovinz. Viel Lärm um nichts aber auch gar nichts.

01.05.2019 12:02 oppie 79

Man wird den ganzen Tag medial ,nur noch mit rechts oder links zugedröhnt. Macht man den Fernseher an ,immer das Gleiche . Schaut man im Internet ,das Selbe . Es nervt nur noch . Hier sind die Sportseiten! Ich gehe zum Fußball um Fußball zu sehen ! Immer wieder hochkochen und nochmal hochkochen . Es Reicht ! Bin kein CFC - Fan ,aber beneiden kann man den Verein nicht ,da er ja ganz andere Probleme hat .

01.05.2019 11:24 lunatic 78

@#75 u. 77: Das Problem ist leider, dass es eben gerade nicht eine nur unpolitische Trauerkundgebung für T. Haller war, denn wenn ihr dabei gewesen wäret und es gesehen hättet, dann wüsstest ihr, dass das auch ein klares politisches Statement war(Choreo, Farben, Schrift), das vom Stadionsprecher anmoderiert wurde und wo sogar der ... "Gerdl" niederkniet und seine Fahne vor der Südtribüne senkt... Jemanden offiziell und DERART zu würdigen, der sich bis zum Schluss nie von seiner Nazi-Hool-Vergangenheit distanziert hatte, ist logischer Weise unsportlich und hat nix im Stadion zu suchen! Deshalb ist die Strafe auch hart(keineswegs milde!)- Meinen Dank an die besonders hellen Kerzen auf der Süd, die das durchbringen mussten. So wird eine evtl. Regiomeisterschaft zur Nebensache!

01.05.2019 09:18 Freiheit 77

01.05.2019 01:59 Ronald Schroeder

Genau das, was Sie schreiben, trifft den Nagel auf den Kopf!

Meiner Meinung nach ist es ein medial erzeugter Skandal und das ist der eigentliche Skandal an der Sache!

01.05.2019 08:22 FuWoMD 76

@74 stammt nicht von mir. Ich distanziere mich von dieser Person die nur Hass verbreiten will.

01.05.2019 01:59 Ronald Schroeder 75

Mir ist unklar, wie eine völlig unpolitische Trauer-aktion für ein langjähriges Vereinsmitglied zu einer Strafe für den Verein führt, nur weil der, dem trauernd gedacht wurde, ein Rechter war. Der Gedanke liegt nahe, daß ein ebenso unpolitisches Gedenken für ein verstorbenes Vereinsmitglied, welches in der Flüchtlingshilfe aktiv war, nicht zu einer Vereinsstrafe geführt hätte. Es zeichnete die abendländische Kultur einmal aus, daß der Streit des Lebens mit dem Tod eines Menschen sein Ende fand. Diese Zeiten sind augenscheinlich vorbei.

30.04.2019 21:44 FuWoMD 74

@72 stammt nicht von mir und ich denke, dass kein weiterer Kommentar erforderlich ist....

30.04.2019 20:57 Gerd Müller 73

Bite entschuldigt meine Teutschkenntnise. War in der Schuhle nicht mei bester Fach

30.04.2019 20:54 FuWoMD 72

Hier kann ich meinen Dampf ablassen. Auf Arbeit bin ich es der sein Fett bekommt. Hab nix gegen Chemnitz. Kenn die Stadt und ihre Menschen nicht mal..