Tor durch Ioannis Karsanidis
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Fußball | Regionalliga Nach Rückzug des FC Oberlausitz - Rathenow würde profitieren

Turbulente Zeiten in der Regionalliga Nordost: Nach dem Rückzug des FC Oberlausitz kann sich Optik Rathenow eigentlich auf ein weiteres Jahr in der vierthöchsten Spielklasse freuen. Doch es gibt noch einige Fragezeichen. Und in der NOFV-Oberliga könnte es Abstiegs-Relegationsspiele geben.

Tor durch Ioannis Karsanidis
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Mit dem Rückzug des FC Oberlausitz Neugersdorf aus der Regionalliga Nordost werden die Karten in der Abstiegsfrage neu gemischt. Wie der Vorsitzende des Spielausschusses des Nordostdeutschen Fußballverbandes, Uwe Dietrich, Sport im Osten bestätigte, würde Optik Rathenow als Vorletzter auch in der kommenden Saison in der höchsten Amateurliga spielen können. Doch offiziell ist die ganze Sache noch nicht, da immer noch nicht klar ist, ob der FSV Zwickau und der Chemnitzer FC die Lizenz für die 3. Liga erhalten. Dietrich verwies auf die Präsidiumssitzung am 14. Juni, wo es eine endgültige Entscheidung geben wird.

Neuer Trainer bleibt auch in der Oberliga

Dass der FC Oberlausitz letztlich am Flutlicht für den Hauptplatz gescheitert ist, stimmt so auch nicht ganz. FCO-Manager Manfred Weidner erklärte, dass es ein Punkt gewesen sei. Dass die Neugersdorfer aber bis 2020 – dann läuft die Schonfrist aus – ein Flutlicht erhalten, ist ausgeschlossen. "Die Stadt sieht nicht die Notwendigkeit, es würde alles zu Lasten des Vereins gehen. Und wir zahlen bereits den Kunstrasenplatz ab. Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht, wollen aber keine finanziellen Probleme bekommen", sagte Weidner. Fest steht aber immerhin, dass der für die neue Saison bereits verpflichtete Trainer Stefan Fröhlich auch in der Oberliga an der Seitenlinie stehen wird.

Flutlichtmast
Es hing beim FC Oberlausitz nicht nur am Flutlicht. Bildrechte: imago images / Jan Huebner

NOFV: Alle Vereine wollten verpflichtendes Flutlicht

Dass dem NOFV wegen der Flutlichtfrage von vielen Fans der schwarze Peter zugeschoben wird, will Spielausschuss-Vorsitzender Dietrich so nicht stehen lassen. "Alle Vereine der Regionalliga Nordost haben das 2017 beschlossen, das war kein Entscheid im stillen Kämmerlein.“ Und ein Flutlicht sei auch wegen der 18 Teams in der Liga unausweichlich. "Alle wollen mit 18 Mannschaften spielen, was bedeutet, dass es auch einige Spieltage in der Woche geben muss. Und dazu die Nachholspiele. Dafür brauchen wir auch das Flutlicht.“

Bautzen-Rückzug: Abstiegsrelegation droht

Auch in der Oberliga gibt es noch viele Fragezeichen, was die Abstiegsfrage anbelangt. Nachdem Regionalliga-Absteiger Budissa Bautzen angekündigt hatte, in der Landesliga neu zu beginnen – ein Antrag liegt beim Sächsischen Fußballverband vor – könnte es zu Abstiegsrelegationsspielen in der Oberliga kommen. "Bautzen hat uns noch keine verbindliche Erklärung abgegeben, da gibt es eine Frist bis 4. Juni. Die Relegationsspiele der jeweils drittletzten Teams der Nord- und Südstaffel würden dann am 12. und 15. Juni stattfinden."  Da sich Wismut Gera aus der Südstaffel zurückzieht, würde dort – nach aktuellem Stand - der Vorletzte antreten.

rei

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 23. Mai 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2019, 10:25 Uhr

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6 Kommentare

24.05.2019 19:04 Nordlicht 6

Es ist schon mal schön zu sehen das nicht jede Mannschaft in DE sich darauf verlässt vom deutschen Steuersöckchen gerettet zu werden und das man nachhaltig einer möglichen Insolvenz vorbeugt. Es gibt zahlreiche Beispiele die dieses Verantwortungsbewusstsein nicht praktizieren. Es ist an der Zeit diesem Zustand entgegenzutreten in dem man konsequent solche Mannschaft die falsch wirtschaften und dann Insolvent werden zum Anfang zurück führt und zwar mindestens in der Landesliga, um dort neu anzufangen. Dieses Verhätscheln muss aufhören. Und das füllen von Finanzierungslücken durch Steuergeld genauso.

23.05.2019 17:43 KMzer 5

Ich nenne das „Verantwortliches handeln „ es gibt Vereine, die drauflos wirdschaften und zum Beispiel fiktive Erlöse aus Kartenverkäufen in die Finanzierung für die Saison einfließen lassen oder die Mannschaft als GmbH ausgliedern ,einen Kredit wird man nie mit einem neuen Kredit los

23.05.2019 16:52 Fan Achim 4

Sir Raul@2 Ist schon richtig was du schreibst, aber mir sind solche Vereine schon lieber die nicht sehenden Auges in die Insolvenz schlittern, sondern vorher die Notbremse ziehen. Das Negative an der Sache ist natürlich, der ehrliche Fußballfan wird durch solche Entscheidungen um sein Eintrittsgeld betrogen. Man erwartet als Fan einen gerechten Kampf der Mannschaften untereinander und nicht am Saisonende solche Querelen, die in der RL in den letzten Jahren immer wieder vorkommen. Das ganze System von oben her passt nicht mehr. In der1. Bundesliga werden Unsummen verbraten die in den unteren Ligen fehlen. So wird unser schöner Sport immer mehr zur Farce,leider.

23.05.2019 14:17 HUKL 3

Was ist nur aus unserem Fußballsport geworden? Erinnerung: Ein sich mit (fremden) Geld und einem geschickt ausgesuchten Namen gründender Verein kaufte (!) nach mehreren gescheiterten Versuchen vor zehn Jahren, mit Erlaubnis der entsprechenden Verbände, gleich eine komplette Oberligamannschaft, um mit zusammengewürfeltem externen Spieler- bzw. Betreuungspersonal möglichst rasch die Erfolgsleiter nach oben erklimmen zu können. Das ist eindrucksvoll, allerdings von anfänglichen herben Sympathieverlusten begleitet, gelungen, wobei die bisherige Krönung am kommenden Wochenende gegen die Bayern im Pokal sogar erreicht werden kann.
Andererseits reichen die finanziellen Möglichkeiten oftmals hier und dort nicht aus, um wenigstens am normalen Spielbetrieb in den jeweiligen Ligen oder Klassen teilnehmen zu können. Damit, wie bei den schon bekannten einfach dauflos wurschtelnden Vereinen, keine Insolvenz droht, ziehen sich nicht nur die hier genannten Vereine lieber gleich zurück, leider.......

23.05.2019 13:20 Sr.Raul 2

Naja, @1 (Fan Achim), eventuell hat man sich in den Vorjahren auch einfach mit den Kadern finanziell übernommen und hatte dann nix mehr für die Infrastruktur übrig. Wenn ich da allein an den FCO Mit Stajner, Nemec, Sisler,..., denke. Der FCO- Präsi, mit wohl guten Kontakten nach HSV96 und WOB, hatte wohl auch mal Großes in der Oberlausitz vor, so mit neuem Stadion und gebündelten Kräften.

23.05.2019 12:19 Fan Achim 1

Wollen keine finanziellen Probleme bekommen, so FCO Maneger Manfred Weidner. Mein Respekt an diesen Verein, der nicht auf Teufel komm raus in der RL spielen will. Auch Bautzen hat das erkannt. Ehrlich wirtschaftete Vereine müssen hier wieder durch fragwürdige Auflagen auf der Strecke bleiben. Viele auch höherklassige Vereine sollten sich an der weitsichtigen und verantwortungsvollen Arbeit dieser Clubs ein Beispiel nehmen. Wünsche beiden Vereinen eine baldige Rückkehr in die RL ihr ward immer sehr sympathische Gegner.