Fußball | Regionalliga Nach RWE-Ende: Regionalligisten beklagen Einnahmeverluste

Der Absturz des FC Rot-Weiß Erfurt trifft nicht nur den Traditionsverein. Auch anderen Regionalligisten gehen Punkte und vor allem Einnahmen verloren. Besonders hart trifft es Germania Halberstadt.

Eine paar Leute stehen vor einem Containerbau mit der Aufschrift Sportzentrum Rot Weiß Erfurt.
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Nach dem Rückzug des FC Rot-Weiß Erfurt aus der Regionalliga Nordost beklagen einige Vereine zum Teil erhebliche Verluste durch entgangene Zuschauereinnahmen. Fünf mitteldeutsche Teams hätten noch Heimspiele gegen RWE gehabt: Germania Halberstadt, der ZFC Meuselwitz, die BSG Chemie Leipzig, der VfB Auerbach und der Bischofswerdaer FV. Und nach ersten Schätzungen der Vereine belaufen sich die Verluste auf 10.000 bis 30.000 Euro.

1. Fall: Germania Halberstadt

Bei Germania sitzt das Geld alles andere als locker, jeder Cent muss umgedreht werden. So verlor man an die vermeintliche zahlungskräftigere Konkurrenz aus Nordhausen im letzten Sommer Stammkeeper Fabian Guderitz und Verteidiger Philipp Blume. Mittlerweile ist Nordhausen insolvent. Das Ende in Erfurt trifft Halberstadt nun sogar doppelt hart. Germania hatte das Hinspiel in der Landeshauptstadt Thüringens gewonnen und verliert damit jetzt drei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Zudem gehen durch das entgangene Rückspiel mindestens 10.000 Euro verloren. "Uns trifft es wegen des Punktabzugs besonders hart. Das tut schon sehr weh. Gerade für einen Verein, der sonst um die 500 Zuschauer hat, wäre das ein Höhepunkt gewesen", erklärte der sportliche Leiter Enrico Gerlach.

2. Fall: Bischofswerdaer FV

Präsident Jürgen Neumann schiebt mächtig Frust. Das Spiel gegen Erfurt hätte Bischofswerda 15.000 Euro Gewinn eingebracht. "Bei den meisten anderen Heimspielen bleibt ja nichts hängen. Aber bei dieser 'Liga' muss man sich langsam Gedanken machen, ob man überhaupt noch Lust drauf hat." Neben Erfurts Niedergang ärgert Neumann auch, dass Nordhausen trotz jahrelanger Misswirtschaft in der Regionalliga weiterspielen darf. "Die haben alle Teams und den Verband jahrelang betrogen und bekommen dann vom Verband die Erlaubnis, weiterhin in der Nordost-Staffel zu spielen", schimpft Neumann. In der Liga bleiben will der BFV nur, wenn man "sportlich wenigstens ein Team hinter sich lässt".

3. Fall: BSG Chemie Leipzig

Vor knapp zwei Jahren waren die Leutzscher auch wegen der Insolvenzen von Chemnitz und Erfurt aus der Regionalliga abgestiegen. Präsident Frank Kühne ist heute noch angefressen: "Da bekomme ich einen Hals. Das ärgert einen heute umso mehr. Da müssten doch endlich die Verbände mal einschreiten, die sind aber weiterhin starr", schimpfte Präsident Frank Kühne. Das nunmehr ausgefallene Heimspiel gegen RWE hätte den Leutzschern etwas 30.000 Euro in die Kassen gespült. Um diesen Verlust einigermaßen auszugleichen, überlegt der Verein, eventuell ein Testspiel einzustreuen.

4. Fall: ZFC Meuselwitz  

Auch die Meuselwitzer verbuchen durch den Ausfall des Thüringenduells gegen Erfurt einen fünfstelligen Verlust. "Nach Abzug aller Kosten, die für ein Heimspiel anfallen, fehlen uns im Etat knapp 11 000 Euro netto. Dass andere Klubs durch die Unfähigkeit einiger Erfurter Funktionäre haften müssen, halte ich für sehr problematisch", sagte Hubert Wolf, Präsident des ZFC Meuselwitz, dem MDR.

5. Fall: VfB Auerbach

Die Vogtländer hätten bereits am 8. Februar gegen den Traditionsverein gespielt. "Uns entgehen aufgrund der Absage des Heimspiels etwa 10 000 Euro an Einnahmen. Das ist für uns als Verein natürlich sehr herb", sagte VfB-Finanzvorstand Carsten Gündel. Der Verein hatte für das erste Heimspiel des Jahres mit 1.500 Zuschauern kalkuliert.  

rei/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 30. Januar 2020 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2020, 15:32 Uhr

26 Kommentare

Mambo3 vor 9 Wochen

Das er Stuss geschrieben hat, von wegen aus den letzten 10 Punktspielen nur 2 Punkte geholt zu haben. Keine Ahnung was der Aufmerksame Beobachter beobachtet, die Ergebnisse jedenfalls nicht.

AufmerksamerBeobachter vor 9 Wochen

"hast du etwas total falsch beobachtet."

Da habe ich wohl übertrieben, aber das Torverhältnis 21:51 ist Fakt und der Rest auch - apropos beobachten; Ich würde am Sonntag mal genau beobachten, wie euer Torwart beschäftigt wird. Hoffentlich behauptet nicht nächstes Jahr jemand, der CFC ist auch am schlechten Torverhältnis von Chemie schuld. D. Frahn hat sich für B03 entschieden, mal sehen, was das für die nächste Saison in der RL bedeutet - in die Chemie natürlich gehört. Sollten weder CB oder Lok aufsteigen und Jena und der CFC stiegen ab, da gehts rund 20/21. Turbine-Potsdam, die ja auch im K.Liebknecht-Stadion in Babelsberg spielen, eröffneten 1979 unser Großfeld.. aber jetzt schweife ich ab.

Chemischen Abend!

Chili Palmer vor 9 Wochen

Ich gebe zu, dass ich zu faul bin, das zu überprüfen, zumal es für den Hardfact Abstieg auch keinerlei Bedeutung hat. Das einzige, woran ich mich (gern) erinnere, ist euer 0:5 aus der Phase gegen Hertha zwei, weil wir darauf mit Ante Covic nochmal genüßlich angestoßen hatten, kurz bevor die Probstheida zum Saisonhalali verließen.... Aber ich schweife ab: Was wolltest du uns oder vielmehr dem Aufmerksamen Beobachter mit deinem Kommentar gleich nochmal mitteilen?